Die Honda RC213V beschleunigt in etwa zwei Sekunden auf 100 km/h

MotoGP 2014

— 28.05.2014

Bradl: "Man sollte keine Angst haben"

Der LCR-Honda-Pilot spricht über die Faszination der MotoGP und das Gefühl, das er hat, wenn er vor einem Grand Prix in der Startaufstellung steht

Honda-Pilot Stefan Bradl bestreitet 2014 seine dritte MotoGP-Saison. Nach dem Gewinn der Moto2-Wertung stieg Bradl in der Saison 2012 in die Königsklasse auf und fährt seitdem für Lucio Cecchinellos LCR-Team. Den Umstieg von der 600er-Kalex zur Honda RC213V hat Bradl sehr gut gemeistert. Die etwa 260 PS starke Honda hat der Deutsche gut im Griff. Der Respekt ist da, von Angst kann aber trotz Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h keine Rede sein.

"Ich sollte eine Art Respekt vor der Angst entwickeln, doch in unserem Job sollte man keine Angst haben", stellt Bradl klar, der bei der Arbeit hochkonzentriert sein muss, um sich keine Fehler zu leisten. "Man muss an sich glauben und den Leuten vertrauen, die mit einem arbeiten. Man muss sich sehr konzentrieren und sich vor Augen führen, dass man stark genug ist, um es zu schaffen. Man braucht Eier, um erfolgreich zu sein."

"Wenn wir in der Startaufstellung stehen, bevor das Rennen beginnt, dann fühle ich mich wie in einem Rausch. Ich höre und sehe niemanden. Ich versuche, die Strecke zu veranschaulichen - jede Kurve und Überholmöglichkeit. Wenn die roten Lichter ausgehen, verfliegt der Druck und die Action beginnt", berichtet der Honda-Werkspilot, der die Anstrengungen der Königsklasse gut wegsteckt.

"Während der Rennwochenenden bekomme ich nach jeder Trainingseinheit eine Massage", schildert Bradl, der die Geselligkeit im familiären LCR-Team schätzt: "Was mir am besten gefällt ist das Abendessen mit meinem Team. Wenn ich auf mein Zimmer gehe, schaue ich mir das Rennen im Internet an. Wenn ich nach Hause komme, gönne ich mir einen freien Tag und beginne danach wieder mit dem Training."

"Jedes Rennen ist eine neue Erfahrung. Man bringt immer etwas Neues mit nach Hause. Auf das Podium zu steigen ist natürlich das schönste Erlebnis", hält Bradl fest, der bisher einmal den Sprung in die Top 3 schaffte. Im Vorjahr wurde Bradl beim Rennen in Laguna Seca Zweiter. "Man spürt einen riesigen Energieschub. Es ist unglaublich. In der Moto2 hatte ich sehr viele Erfolgsmomente. Doch die MotoGP ist eine andere Liga. Man hat stark zu kämpfen, muss sehr hart arbeiten. Als Zweiter beim Rennen in Laguna Seca - einem der atemberaubendsten Kurse - aufs Podium zu steigen, war einfach beeindruckend. Unvergesslich!"

Fotoquelle: FGlaenzel

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