Bradley Smith lobt den Bridgestone-Vorderreifen, aber er ist zu perfekt

MotoGP 2014

— 11.06.2014

Smith über Reifenperformance: "Wir fahren PlayStation-Bikes"

Der Tenor auf das Michelin-Comeback ist positiv: Colin Edwards würde die Rolle des Testfahrers reizen - Bradley Smith wünscht sich eine niedrigere Reifenperformance

Michelin kehrt im Jahr 2016 in die MotoGP zurück und übernimmt die Rolle als Einheitsausrüster von Bridgestone. Im Fahrerlager wurden diese Nachreichten positiv ausgenommen. Allerdings wird der Wechsel des Reifenpartners auch einige Veränderungen mit sich bringen. Die Fahrer müssen ihren Fahrstil an neue Pneus anpassen und die Teams müssen an den Motorrädern arbeiten, damit die Reifen damit richtig harmonieren. In erster Linie kommt auf alle Beteiligten viel Arbeit zu. Dennoch war der Tenor rein positiv.

"Für mich gibt es zwei Firmen, die das können: Bridgestone und Michelin", sagt Routinier Colin Edwards ganz klar, welche Hersteller MotoGP-Reifen bauen können. "Meine besten Ergebnisse und Rennen waren mit Michelin-Reifen. Wir hatten eine tolle Partnerschaft und haben gemeinsam viele Reifen entwickelt. Ich bin tausende von Kilometern gefahren. Ich freue mich für sie. Bridgestone hat auch sehr gut gearbeitet. Mit meinem Fahrstil wurden die Motorräder mit den Bridgestone-Reifen aber viel schwieriger zu fahren."

Auch Bradley Smith, der in seiner WM-Karriere noch keine Reifen von Michelin gefahren ist, begrüßt die Entscheidung: "Es ist die beste Entscheidung von der Dorna und von allen Beteiligten. Ich kenne den Umstellungsplan von Bridgestone auf Michelin nicht, aber das müssen sie ernst nehmen. Wir müssen auch sicherstellen, dass die Fahrer damit nicht während der Wintertests überrascht werden."

Wird Edwards Michelin-Testfahrer?

"Da muss ein bisschen Geld in die Hand genommen werden, um gute Testfahrer zu haben, die in der Umstellungsphase helfen können. Wir MotoGP-Stammfahrer sollten erst ins Spiel kommen, wenn da nur noch sechs Reifentypen zur Auswahl stehen, nicht schon bei 20." Ein Name ist bisher immer mit der Rolle des Testfahrers in Verbindung gebracht worden: Edwards. "Es gab keine Gespräche und keine Kontakte. Es ist aber eine Idee", meint der Texaner in Mugello diesbezüglich. "Wenn das Paket richtig ist, dann sicher."

"Ich liebe Motorradfahren immer noch und will entwickeln. Die Frage ist, was man entwickelt? Welches Motorrad fährt man?" Edwards könnte sich prinzipiell mit der Rolle des Testfahrers anfreunden. "Ich genieße es nicht, wenn ich nicht daheim bin. Ich habe es aber immer genossen, weil ich ein Techniker bin. Ich will mich hier und dort um zwei Zehntelsekunden verbessern, die Daten mit meinem Teamkollegen vergleichen. Mir gefallen Testfahrten, denn wie kann man noch mehr herausholen?"

Edwards würde als erfahrener Rennfahrer im Ruhestand als Testfahrer in Frage kommen. Allerdings zeigte die Formel-1-Szene eine andere Möglichkeit, als die Reifen von Bridgestone auf Pirelli wechselten. Junge Fahrer übernahmen die Rolle des Testfahrers, um dann größere Chancen auf ein Stammcockpit zu haben. Diese Gedanken erwiesen sich in der Praxis allerdings als Sackgasse.

Stammfahrer müssen die Reifen testen

Würde dennoch die Testfahrerrolle einen Fahrer wie Smith interessieren, der keinen direkten Vertrag mit einem Hersteller hat? "Ich glaube nicht", winkt der Brite ab. "Wenn sie einen Testfahrer suchen, habe ich kein Problem damit, einer zu sein. Aber unterm Strich sollten sie sich von jedem Hersteller einen Testfahrer holen, damit alle eine vergleichbare Ausgangslage haben. Denn dann erhalten sie Feedback von allen Seiten, und das verhindert, dass ein Hersteller versucht, die Entwicklung in eine bestimmte Richtung zu treiben."

"Früher oder später müssen sie mit den aktuellen MotoGP-Fahrern testen, denn wir sind die einzigen Fahrer, die diese letzte Sekunde finden können. Aber bis es so weit ist, kann es fast jeder machen, der ein bisschen Erfahrung hat." Dennoch wird es mit Michelin zu Veränderungen in der MotoGP kommen, denn welche Charakteristiken werden die Pneus aus Frankreich haben?

Bridgestone hat über Jahre Erfahrung gesammelt und ihre Produkte verfeinert. Für Smith sind das "die besten Reifen, mit denen ich je gefahren bin. Klar beschwere ich mich, weil ich nicht den Grip habe, den ich mir wünschen würde, aber es sind trotzdem die besten Reifen, die ich je gefahren bin. Es wird schwierig, einen besseren Vorderreifen zu bauen als den Bridgestone. Der ist wirklich erstaunlich. Du kannst damit alles machen, was du willst."

"Wenn du dich mit den Karbonbremsen in die Mitte der Kurve hineinbremst, hält der Reifen. Wenn sie da auch nur in die Nähe von Bridgestone kommen, wäre das gute Arbeit. Der Hinterreifen ist leichter zu managen, denke ich." Allerdings hat Smith auch eine Kritik an den perfekten Reifen parat: "Für mich wäre es gut, die Performance zu verringern, denn momentan fahren wir PlayStation-Bikes."

Fotoquelle: Tech 3

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