MotoGP in Barcelona: Donnerstag

MotoGP 2014

— 15.06.2014

Kracher in Barcelona: Marquez besiegt Pedrosa & Rossi

Kracher in Spanien: Marc Marquez gewinnt auch das siebte Saisonrennen vor Valentino Rossi und Dani Pedrosa - Stefan Bradl hinter den Werksfahrern Fünfter

Marc Marquez ist nicht zu stoppen: Die vier Werksfahrer von Honda und Yamaha boten auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya einen MotoGP-Kracher, bis der Weltmeister am Ende wieder die Nase vorne hatte und seinen siebten Saisonsieg feierte. Marquez ist weiterhin in diesem Jahr ungeschlagen. Außerdem war der Triumph in Barcelona der 100. Sieg von Honda in der Viertaktära. Marquez musste um seinen Sieg hart kämpfen. Nachdem Valentino Rossi (Yamaha) lange geführt hatte, duellierten sich die beiden Honda-Fahrer in der letzten Runde um den Sieg.

Dani Pedrosa witterte seine Chance, Marquez hielt aber dagegen. Es war ein beinhartes Stallduell. In der letzten Runde berührte Pedrosa in Kurve zwölf leicht das Hinterrad von Marquez. Beide blieben sitzen, aber Pedrosa musste eine weite Linie nehmen und konnte den Sturz gerade noch verhindern. Rossi nutzte die Lücke, stach innen durch und wurde hinter Marquez Zweiter. Pedrosa fuhr schließlich als Dritter über die Ziellinie. Rund 93.000 Fans hatten sich rund um den Kurs versammelt und sahen ein packendes Rennen.

Am Ende wurde Marquez als großer Sieger gefeiert. "Heute war es natürlich schwieriger, denn die Yamaha-Fahrer hatten zu Beginn des Rennens eine wirklich gute Pace. Ich hatte einige Probleme, aber am Ende konnte ich Valentino einholen und war hinter ihm", berichtet der 21-Jährige das Rennen aus seiner Sicht. "Die letzten Runden waren sehr schön. Auf meiner Heimstrecke haben mir die Fans geholfen, es war wirklich toll, in den letzten Runden mit Dani und Valentino zu kämpfen. Ich denke, dass alle diese Überholmanöver genossen haben. Das wichtigste ist natürlich, dass wir die 25 Punkte geholt haben."

Rossi nach langer Führung Zweiter

Rossi führte den Grand Prix lange vor dem Honda-Duo an. Im Laufe des Rennens kam es zu einer brenzligen Situation, als Marquez am Ende der Zielgeraden extrem spät bremste und beinahe das Hinterrad der Yamaha erwischt hätte. Marquez nahm den Weg über die asphaltierte Auslaufzone und sortierte sich hinter Pedrosa als Dritter wieder ein. "Ich machte am Ende der Geraden einen Fehler und bremste zu spät", so Marquez. "Ich wusste nicht, ob ich es trotzdem versuchen sollte, aber ich tat es nicht, weil ich keinen anderen Piloten gefährden möchte."

Wenig später übernahmen die beiden Honda-Fahrer die Spitze, aber sie gaben die Positionen wieder an Rossi zurück, weil das Überholmanöver unter gelber Flagge stattgefunden hatte. "In diesem Moment habe ich das nicht verstanden, denn Marc und Dani hoben die Hand", sagt Rossi über die zunächst verwirrende Situation. "Ich dachte, dass es vielleicht regnete, aber ich dachte nicht an die gelbe Flagge. Also pushte ich weiter."

Schließlich profitierte der Italiener von der Berührung Marquez/Pedrosa in der letzten Runde und fuhr als Zweiter ins Ziel. "Ich bin zufrieden und glücklich, da wir das Motorrad im Vergleich zu gestern verbessern konnten. Ich denke, es war unser bestes Rennen", freut sich Rossi. "Ich habe es auf jeden Fall am meisten genossen. Ich denke, ich hätte gewinnen können. Ich wollte in der ersten Schikane sehr schnell fahren, denn in diesem Teil der Strecke war ich sehr stark. Aber genau in diesem Moment hat Dani mich überholt und ich verlor etwas."

Pedrosa fordert Marquez heraus

"In den letzten Runden hatten Dani und Marc eine etwas bessere Pace als ich, also hielt ich mich zurück. Das war gut, denn am Ende versuchte Dani zu überholen und ich holte ich mir noch den zweiten Platz. Aber es war unmöglich, das Rennen zu gewinnen. Trotzdem haben wir gute Arbeit geleistet. Ich bin glücklich und wir müssen so weitermachen." Pedrosa präsentierte sich beim Heimrennen bärenstark, aber am Ende wurden Marquez und Rossi von den Fans gefeiert, während er als Dritter auf das Podest klettern musste.

"Ich pushte am Ende wirklich hart, denn das Rennen wurde immer schneller. Mein Rhythmus war nicht schlecht und in den Kurven fuhr ich ziemlich gut", bewertet Pedrosa seine Leistung. "Ich hatte das Gefühl, dass ich bis zum Ende mithalten könnte. Ich pushte in den letzten vier Runden, um an Marc dranzubleiben. Ich gab mein Bestes, aber in den letzten zwei Runden änderte er dann seine Linie und fuhr viel enger, sodass ich langsamer fahren musste und wir uns mehrfach fast berührten."

"In der letzten Runde versuchte ich es, aber wir berührten uns und ich verlor den zweiten Platz. Trotzdem bin ich mit der Performance und dem Kampf sehr zufrieden." In der WM baute Marquez seinen Vorsprung auf Rossi auf 58 Punkte aus. Pedrosa hat als WM-Dritter schon 63 Zähler Rückstand. Jorge Lorenzo (Yamaha) hat mit 97 Punkten Rückstand nur noch theoretische WM-Chancen.

Bradl fährt auf Platz fünf

Auch Lorenzo mischt über weite Strecken des Rennens ganz vorne mit, aber der zweite Yamaha-Werksfahrer konnte das Tempo nicht halten. Schließlich kam er fünf Sekunden hinter der Spitze als Vierter ins Ziel. Stefan Bradl (LCR-Honda) folgte in den ersten acht Runden dem Quartett. Anschließend konnte aber auch er das Tempo nicht mitgehen und fuhr den fünften Platz ins Ziel. Der Deutsche hatte sich als einziger Fahrer für den harten Vorderreifen entschieden.

Hinter Bradl, der somit bester Kundenfahrer war, eroberte Aleix Espargaro (Forward-Yamaha) den sechsten Platz. Der Spanier fuhr souverän auf dieser Position und hatte Bradl immer in Sichtweite. Dahinter duellierte sich sein Bruder Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) mit Ducati-Werksfahrer Andrea Dovizioso. Der amtierende Moto2-Weltmeister setzte sich durch und eroberte mit einem Vorsprung von lediglich 48 Tausendstelsekunden den siebten Platz. Andrea Iannone (Pramac-Ducati) und Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) komplettierten die Top 10.

Yonny Hernandez (Pramac-Ducati) hielt die Open-Hondas in Schach und fuhr als Elfter ins Ziel. Scott Redding (Gresini) setzte sich im Duell der Production-Hondas gegen Nicky Hayden (Aspar) durch und holte Platz zwölf. Im Anschluss an das Rennen erhielt Redding eine Zeitstrafe, weil er in Kurve eins abgekürzt hatte. Dadurch drehten sich die Positionen von Hayden und Redding um.

Ducati-Testfahrer Michele Pirro und Hiroshi Aoyama (Aspar) sammelten als 14. und 15. die letzten WM-Punkte. Vier Fahrer kamen nicht ins Ziel: Ducati-Werksfahrer Cal Crutchlow duellierte sich in der Anfangsphase mit Redding und Hayden, bis er nach zehn Runden an der Box aufgab. Alvaro Bautista (Gresini-Honda), Karel Abraham (Cardion-Honda) und Mike di Meglio (Avintia) schieden aus. Der nächste Grand Prix findet am 28. Juni in den Niederlanden (Assen) statt.

Fotoquelle: Repsol

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