Shuhei Nakamoto sieht in den 340er-Scheiben einen Performance-Gewinn

MotoGP 2014

— 18.06.2014

Nakamoto ärgert sich über 340er-Bremsscheiben

Seitdem die 340er-Bremsscheiben überall erlaubt sind, hat Honda an Vorsprung eingebüßt: Shuhei Nakamoto bezweifelt, dass es vorher ein Sicherheitsproblem gab

Großgewachsene Fahrer wie Valentino Rossi atmeten auf, als sich die Verantwortlichen dazu entschieden, die 340 Millimeter großen Bremsscheiben bei allen Veranstaltungen zu erlauben. In Mugello wurden die großen Bremsscheiben zum ersten Mal verwendet. Und auch in Barcelona entschieden sich einige Piloten für die deutlich robusteren Karbon-Scheiben im XXL-Format.

Ducati und Yamaha begrüßten diese Regeländerung. Bei HRC rümpften die Verantwortlichen ihre Nasen. Mit Marc Marquez und Dani Pedrosa sitzen zwei Leichtgewichte auf den Motorrädern, die den Bremsen deutlich weniger abverlangen und nicht so hohe Temperaturen erreichen wie Rossi und Co. Dennoch verwendete Seriensieger Marquez die 340er-Scheiben beim Grand Prix von Katalonien.

HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto sind die großen Scheiben ein Dorn im Auge: "HRC rätselt, warum die Leute von Yamaha und Ducati behaupten, dass die 320er-Scheiben gefährlich sind. Unsere Daten belegen, dass die Temperaturen nicht besonders hoch waren. Ich verstehe nicht, warum sich die Yamaha- und Ducati-Piloten über hohe Temperaturen beschweren", schimpft der Japaner, der sich um die Vormachtstellung der RC213V sorgt.

Seit vergangenener Saison war die Honda das stärkste Motorrad in den Bremszonen. Die Yamaha-Piloten taten sich schwer, die Bremspunkte von Marquez und Pedrosa zu erreichen. In Mugello und Barcelona herrschte nahezu ein Gleichgewicht. Im Rennen verwendete Marquez ebenfalls die großen Scheiben. "Marc verwendete die 340er-Scheibe nur, weil er dadurch besser bremsen konnte", rechtfertigt Nakamoto. "Eine größere Scheibe hat eine bessere Bremsleistung. Es war ein Performance-Gewinn und kein Sicherheitsproblem."

Die Geschwindigkeiten in der MotoGP sind seit der Rückkehr zu 1.000 Kubikzentimetern Hubraum nach oben gegangen. In Mugello verpasste Pramac-Ducati-Pilot Andrea Iannone nur knapp die 350er-Marke. Der Italiener wurde mit 349,6 km/h gemessen. Bremsenlieferant Brembo veröffentlichte Daten, die einen Top-Speed von 361 km/h belegen. Ist bei solchen Geschwindigkeiten eine Diskussion über das Format der Bremsanlage nicht fehl am Platz?

"Die Spitzengeschwindigkeiten sind sehr hoch. Das stimmt", muss Nakamoto eingestehen. "In Mugello waren wir schneller als 340 km/h. Motorräder verzögern lediglich mit dem Vorderrad. Das Hinterrad hat so gut wie keine Bremswirkung. Ich behaupte nicht, dass 350 km/h gefährlich sind, aber niedrigere Geschwindigkeiten sind sicherer."

Fotoquelle: Honda

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