Valentino Rossi hofft, dass man in Barcelona beim alten Layout bleibt

MotoGP 2014

— 18.06.2014

Rossi über Formel-1-Layout in Barcelona: "Es ist Mist"

Uneinigkeit nach dem Test des Formel-1-Layouts in Kurve zehn: Die MotoGP-Piloten wägen die Vor- und Nachteile der geänderten Streckenführung ab

Die Auslaufzone am Ende der Gegengeraden in Barcelona ist für MotoGP-Maßstäbe nicht gerade üppig. Das wurde bei den Trainingsstürzen deutlich. Die Fahrer, die in Kurve zehn (einige bezeichnen den Linksbogen auch als Kurve neun) in den Kies mussten, konnten einen Kontakt mit der Streckenbegrenzung meist nicht mehr vermeiden. Bisher verliefen die Zwischenfälle glimpflich. Doch um das Glück in der Zukunft nicht herauszufordern, gab es in der Sicherheitskommission die Überlegung, auf das engere Formel-1-Layout umzustellen.

Dadurch verschiebt sich der Bremspunkt etwa 100 Meter nach vorn. Die Geschwindigkeiten sind niedriger und der Platz bis zur Begrenzung üppiger. Beim Montagstest konnten die Fahrer in den ersten Minuten das Formel-1-Layout testen. Doch nicht alle Piloten nutzten diese Gelegenheit. Valentino Rossi verzichtete auf einen Test. Der Yamaha-Werkspilot kennt die Streckenführung von einem Formel-1-Test und ist kein Fan der engeren Linie.

"Ich bin nicht gefahren, weil ich diese Kurve nicht mag. Ich probierte sie mit dem Auto, auch mit dem Formel-1-Auto, und denke, dass sie Mist ist", schimpft Rossi. "Die ursprüngliche Kurve ist eine tolle und klassische Kurve, die für die MotoGP perfekt ist. Leider mangelt es an Auslauf. Wenn es nach mir geht, bleibt es alles so, wie es bisher war. Doch ich weiß nicht, was die anderen Fahrer dazu sagen. Ich denke, es wird in der nächsten Sicherheits-Kommission angesprochen."

Marquez und Lorenzo einer Meinung

Weltmeister Marc Marquez war einer der Piloten, der die geänderte Streckenführung für sicherer hält: "Die Kurve ist ziemlich gefährlich. Das konnte man am Wochenende sehen. Es ist eine Kurve, in der man am Eingang sehr schnell ist. Wenn man ein bisschen zu spät ist, landet man in der Wand", kritisiert der Honda-Pilot. "Man kann das Motorrad im Kies nicht ausreichend abbremsen."

"Es ist unmöglich, die Begrenzung nach hinten zu verschieben. Wir probierten die andere Streckenführung. Dadurch gab es eine härtere Bremszone. Ich kam gut damit zurecht. Es wäre für die finalen Runden eine gute Kurve", prognostiziert der Spanier. "Es war interessant. Im Fernsehen sieht die andere Kurve schöner aus, weil sie flüssiger ist. Doch die getestete Variante ist sicherer."

Yamaha-Pilot Jorge Lorenzo hat eine ähnliche Meinung wie Marquez: "Wir testeten zuerst die geänderte Streckenführung, die für mehr Sicherheit sorgen soll. Dadurch musste man 100 Meter eher bremsen", berichtet der WM-Vierte. "Ich denke, dass es aus Sicht der Sicherheit besser ist. Zudem würde es mehr Überholmanöver geben. Gleichzeitig wäre die erste Runde riskanter."

Stoner stimmt Rossi zu

"Aus Sicht der Sicherheit ist es besser, weil wir mehr Auslaufzone haben, sollte etwas beim Anbremsen passieren", bestätigt Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso, der an der Formel-1-Streckenführung aber weniger Spaß hat: "Die neue Streckenführung ist ziemlich eng und muss im ersten Gang durchfahren werden. Das ist nicht besonders schön. Durch die neue Streckenführung könnte es mehr Überholmanöver geben."

Tech-3-Pilot Bradley Smith ist sich nicht sicher, ob das engere Layout besser oder schlechter ist. "Einerseits hat man mehr Abstand zur Wand, was gut ist, doch in der ersten Runde würde man das Risiko deutlich erhöhen", analysiert der Brite kritisch. MotoGP-Rentner Casey Stoner teilte die Meinung von Erzfeind Rossi: "Ich stimme Valentino voll und ganz zu. Ich denke nicht, dass es eine Änderung geben sollte. Es ist einer der besten Kurse", twitterte der ehemalige Honda-Pilot. Ob die MotoGP ab 2015 auf das Formel-1-Layout umstellt, wird bei einem ausführlichen Meeting besprochen.

Fotoquelle: FGlaenzel

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