Ulrich Hackenberg beobachtet die Entwicklung von Ducati genau

MotoGP 2014

— 19.06.2014

Hackenberg: "Ducati sollte nicht immer hinterherfahren"

Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg bewertet die Situation bei Ducati - Es besteht Nachholbedarf, aber die MotoGP ist ein komplexes Thema

Seit der Saison 2010 ist Ducati sieglos. Das Experiment mit Valentino Rossi ist nach zwei Jahren gescheitert. Es hat sich im Hintergrund aber viel getan. Audi hat die italienische Traditionsmarke übernommen und mit Luigi "Gigi" Dall'Igna wurde ein neuer Leiter bestellt, der ein neues Motorrad für die kommende Saison bauen wird. Es ist auch Aufbruchstimmung zu spüren, obwohl Ducati aus eigener Kraft noch nicht siegfähig ist. Zuletzt in Mugello wurde eine neue Motorausbaustufe gebracht, dazu wird an Details gefeilt.

Im Hintergrund hat Dall'Igna die Basis in Bologna und das Rennteam besser vernetzt und umstrukturiert. Bei Audi ist Ulrich Hackenberg für Innovationen und neue Ideen zuständig. Und frische Ideen braucht es, damit Ducati wieder ganz an der Spitze ist. Wie sieht er die derzeitige Situation des Werksteams? "Audi und Ducati haben vor rund zwei Jahren - noch unter der Ägide meines Vorgängers - festgelegt, dass sie in der MotoGP fahren. Wir wissen, dass wir dort noch einen gewissen Nachholbedarf haben."

"Da sind wir momentan nicht die Benchmark, sondern wir kämpfen darum, uns heranzurobben. Mit gewissem Erfolg: In Mugello hatten wir schon mal ein ganz gutes Training. Da lagen wir auf Platz zwei, aber im Rennen hat es dann nicht gereicht, weil der Reifen abgebaut hat." Motorradsport ist grundlegend anders als der Automobilsport, wie beispielsweise die 24 Stunden von Le Mans. Motorleistung ist nicht alles. Fahrbarkeit, die Steifigkeit des Chassis, Schwinge, Dämpfer und Elektronik müssen harmonieren.

"Es ist ein komplexes Thema", so Hackenberg weiter. "Man muss sich genau anschauen, wie weit man in die Konzeption des Rennmotorrads hineingehen muss, um auf einen besseren Stand zu kommen. Mit dem Motor sind wir schon sehr gut. Die Leistung passt, die Topspeeds waren auf 349,6 km/h in Mugello. Das war unglaublich beeindruckend." Ducati ist auf der Geraden schnell, trotzdem kam Dovizioso beim Heimrennen in Mugello nur als Sechster ins Ziel.

Dennoch sind Fortschritte zu erkennen. Die Ducati-Fahrer kommen derzeit mit einem Rückstand von 15 bis 20 Sekunden ins Ziel. Noch im Vorjahr war es oft eine halbe Minute. Das große Problem ist weiterhin das Untersteuern in den Kurven. Darüber klagen sich die verschiedenen Ducati-Fahrer seit Jahren. "Wir müssen an anderen Stellen aber besser werden. Das geht nicht so schnell, da kann man nicht einfach einen Schalter umlegen. Ein Motorrad lebt noch viel mehr von den Reifen als ein Auto - und natürlich auch vom Fahrer."

"Sie kriegen nur die absoluten Spitzenfahrer, wenn sie auch ein Spitzenmotorrad haben. Es ergibt eines das andere", vergleicht Hackenberg den Motorrad- mit dem Automobilsport. Das neue Motorrad aus der Feder von Dall'Igna wird richtungsweisend für die Zukunft werden. Wird Ducati langfristig in der MotoGP bleiben? "Für Ducati ist es sehr wichtig, Motorsport zu machen", unterstreicht Hackenberg. "Aber man sollte nicht immer hinterherfahren. Das wäre nachteilig. Wir müssen schauen, was für tun müssen, um vorne mitfahren zu können."

Fotoquelle: Westermann

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