Gute Stimmung auf der Pressekonferenz vor dem Grand Prix der Niederlande

MotoGP 2014

— 25.06.2014

Assen: Marquez' Gegner wittern große Chance

Marc Marquez erwartet auf dem Weg zum achten Saisonsieg eine schwierige Aufgabe - Konkurrenz hofft, den Champ in Assen in die Schranken weisen zu können

Die MotoGP-Stars haben die Bühne der Dutch TT in Assen betreten und die große Frage lautet: Wird Weltmeister Marc Marquez seine bisher makellose 2014er-Bilanz auch beim achten Saisonlauf fortsetzen und zum achten Mal gewinnen oder werden ihm Honda-Teamkollege Dani Pedrosa oder aber die Yamaha-Stars Valentino Rossi und Jorge Lorenzo eine erneute Siegesfeier verwehren?

"Bei den beiden zurückliegenden Rennen haben sie mir es etwas schwerer gemacht", spricht Marquez auf seine beinharten Kämpfe mit Lorenzo in Mugello sowie Rossi und Pedrosa in Barcelona an. "Ich denke, hier wird es auch wieder schwierig werden", blickt der WM-Spitzenreiter auf den Grand Prix der Niederlande in Assen voraus.

Wer also wird sich auf dem 4,542 Kilometer langen TT-Circuit mit seinen 18, zum Teil überhöhten, Kurven durchsetzen? "Yamaha war hier immer sehr stark. Doch es ist nicht nur die Stärke der Yamaha. Auch der Fahrstil von Valentino und Jorge erwies sich hier immer als sehr schnell", begründet Marquez seine vorsichtige Grundhaltung und schiebt hinterher: "Ich mag Assen zwar auch, aber es wird schwierig werden, die Siegesserie fortzusetzen. Auch das Wetter ist hier immer ein Fragezeichen."

Marquez spürt weniger Druck als zu Saisonbeginn

Spürt Marquez nach sieben Siegen in Folge erhöhten Druck? Jetzt, da er die Marke von Rossis sieben Siegen hintereinander aus der Saison 2002 eingestellt hat, macht der 21-jährige Spanier Jagd auf Mick Doohan. Dem Australier war es in der Saison 1997 gelungen, zehn Rennen am Stück für sich zu entscheiden.

Marquez geht diese Herausforderung unerschrocken an. "Um ehrlich zu sein spüre ich weniger Druck. Zu Saisonbeginn hatte ich den Druck, als Weltmeister aufzutreten. Inzwischen konzentriere ich mich darauf, meinen Vorsprung zu halten. Ich würde sagen, der Druck ist nun nicht mehr so hoch", bekennt der Honda-Pilot.

Pedrosa will Aufwärtstrend fortsetzen

Teamkollege Dani Pedrosa hofft, seinen in Barcelona begonnenen Aufwärtstrend an diesem Wochenende fortsetzen zu können: "Es war ein sehr spannendes Rennen. Auch der Test am Montag nach dem Rennen lief gut. Wir haben ein paar Verbesserungen gefunden. Ich gehe davon aus, dass es ab jetzt besser laufen sollte als vor Barcelona."

Auch körperlich befindet sich Pedrosa nach seiner Armoperation nun wieder voll auf der Höhe. "In Barcelona hatte ich vor dem Start noch Zweifel. Im Rennen hatte ich dann aber keine Probleme mit meiner Fitness. Ich konnte ein gutes Tempo gehen. Seitdem sind zehn weitere Tage vergangenen. Es sollte alles in Ordnung sein", so der Spanier, der in Assen 2002 seinen ersten Grand-Prix-Sieg feierte - damals in der 125er-Klasse. In der Königsklasse wartet Pedrosa indes noch auf seinen ersten Triumph bei der Dutch TT.

Erfolgreichster Hersteller in jüngster Vergangenheit in Assen war aber ohnehin nicht Honda, sondern Yamaha. Bei den zehn Rennen seit 2004 ging der Sieg sieben Mal an einen Fahrer im Sattel einer M1: Rossi siegte in Jahren 2004, 2005, 2007, 2009 und 2013, Lorenzo gewann im Jahr 2010 und im Jahr 2011 triumphierte Ben Spies.

Vorjahressieger Rossi glaubt: Stärker als im Vorjahr

Vorjahressieger Rossi kommt mit einem guten Gefühl nach Assen zurück: "Im vergangenen Jahr fuhr ich hier ein gutes Qualifying und zeigte anschließend das beste Rennen meiner gesamten Saison. Ich mag die Strecke einfach. Hinzu kommt, dass sie der M1 sehr gut liegt."

"In diesem Jahr sind wir noch ein bisschen besser aufgestellt. Bisher waren wir nahezu überall schneller als im Vorjahr. Diesen Trend wollen wir nun bestätigen, denn schließlich hat Marc inzwischen ein Jahr mehr Erfahrung und wird ebenfalls zulegen. Auch Dani und Jorge sind hier immer sehr schnell", merkt Rossi an.

"Das Qualifying ist inzwischen extrem wichtig geworden. Normalerweise ist das immer der Teil des Wochenendes, der mir etwas mehr zu schaffen macht", weiß der "Doktor" und erinnert: "Auf dieser Strecke lief es für mich im vergangenen Jahr aber auch im Qualifying nicht so schlecht. Ich war Vierter."

"Diesmal will ich aus der ersten Reihe losfahren. Die Top 5 der Startaufstellung sind aber auf jeden Fall mein Ziel. Ich denke, das sollte machbar sein", meint Rossi, der in der Gesamtwertung nach sieben Rennen der Saison 2014 erster Verfolger von Spitzenreiter Marquez ist. Der Rückstand des Italieners beträgt allerdings schon stolze 58 Punkte.

Lorenzo setzt auf Erkenntnisse des Barcelona-Tests

Lorenzo zeigte vor genau zwölf Monaten in Assen einen Husarenritt, als er mit seinem bei einem Trainingssturz am Donnerstag gebrochenen Schlüsselbein im Rennen am Samstag Fünfter wurde. "Daran denke ich nicht mehr. Das ist jetzt ein Jahr her. Inzwischen befinden wir uns in einer anderen Situation in der Weltmeisterschaft. Unser Ziel ist es, einen großen Schritt nach vorn zu machen", so der aktuelle WM-Vierte.

"Ich glaube, ich selbst fahre so wie im vergangenen Jahr. Das Motorrad aber verhält sich in diesem Jahr anders", sagt Lorenzo und geht ins Detail: "Uns ist klar geworden, dass dieser eine Liter weniger Sprit meinem Fahrstil nicht gerade entgegenkommt. In Barcelona haben wir aber etwas gefunden, das dieses Problem kurieren kann."

"Grundsätzlich ist unser Bike dadurch nicht wirklich schneller, aber über die Renndistanz gesehen deutlich konstanter. Aus diesem Grund bin ich sehr optimistisch und gespannt darauf, was wir hier im Rennen ausrichten können. Ich glaube, Valentino und ich haben hier eine gute Chance, unseren ersten Saisonsieg einzufahren. Ob es gelingt, müssen wir abwarten", so der Weltmeister der Jahre 2010 und 2012.

Dovizioso vorsichtig, Espargaro-Brüder optimistisch

Im Ducati-Lager sind die Erwartungen niedriger angesetzt. Andrea Dovizoso reist als aktueller WM-Fünfter an und meint: "Es wird schwierig, diese Position bis zum Saisonende zu verteidigen. Wir werden es dennoch versuchen. Hier in Assen erlebten wir im vergangenen Jahr eines der schwierigsten Wochenenden überhaupt. Sicher, das Wetter war an den Trainingstagen nicht optimal, aber auch im Rennen taten wir uns schwer, auf vernünftige Rundenzeiten zu kommen. Mittlerweile ist unser Bike etwas besser geworden. Ich weiß aber nicht, wie viel uns das auf dieser Strecke bringen wird."

Tech-3-Pilot Pol Espargaro klingt deutlich zuversichtlicher. "Assen liegt mir. Im vergangenen Jahr habe ich hier gewonnen. Der Yamaha kommt die Strecke ohnehin entgegen", so der amtierende Moto2-Weltmeister. Bruder Aleix Espargaro will mit der Open-Yamaha auch diesmal wieder für eine Überraschung sorgen. "Das Open-Bike zu fahren macht deutlich mehr Spaß als die CRT-Maschine des Vorjahres. Ich war in diesem Jahr schon einige Male dicht an den Werksfahrern dran, sowohl in den Trainings als auch in den Rennen. Das ist fantastisch. Ich freue mich sehr darauf, auf dieser Strecke zu fahren, vor allem, weil die Yamaha hier gut funktioniert", so der Forward-Pilot.

Pikant: Sowohl für Donnerstag als auch für Samstag, den Renntag, werden Regenschauer vorhergesagt. Warum fährt man in Assen nicht wie auf allen anderen Strecken am Sonntag? "Die Strecke liegt in der Nähe eine Kirche. Wahrscheinlich mochten sie in der Kirche den Lärm nicht und haben daher entschieden, das Rennen immer am Samstag zu fahren", versucht sich der achtmalige Assen-Sieger Rossi in einer Erklärung und fügt grinsend an: "Die Superbike-Rennen werden aber sonntags gefahren. Wahrscheinlich mag der Priester die Superbikes mehr als die MotoGP-Bikes."

Fotoquelle: FGlaenzel

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