Valentino Rossi geht fest davon aus, zwei weitere Jahre für Yamaha zu fahren

MotoGP 2014

— 25.06.2014

Vertragspoker: Für Rossi alles klar, was machen die anderen?

Während für Rossi ein neuer Zweijahresvertrag mit Yamaha nur noch Formsache ist, halten sich Lorenzo, Pedrosa und Co. bezüglich ihrer Zukunft (noch) bedeckt

Mit dem Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring geht in gut zwei Wochen die erste Hälfte der MotoGP-Saison 2014 zu Ende. Das Transferkarussell kommt bisher aber nur langsam in Schwung. Weltmeister Marc Marquez war Mitte Mai der erste, der bezüglich seiner Zukunft für Klarheit sorgte. Der Spanier wird auch in den Jahren 2015 und 2016 auf einer Honda des Werksteams sitzen.

Bei Valentino Rossi sind die Würfel offiziell zwar noch nicht gefallen, doch der nach WM-Punkten derzeit erste Marquez-Verfolger deutet am Rande des Grand Prix der Niederlande in Assen einmal mehr an, dass es bei ihm auf einen Verbleib im Yamaha-Werksteam hinauslaufen wird. "Ich stehe kurz davor, zwei weitere Jahre für Yamaha zu fahren. Das ist mein Ziel und ich glaube, Yamaha sieht es genauso", meint der "Doktor".

In Assen sei dennoch nicht mit einer offiziellen Bekanntgabe der Vertragsverlängerung zu rechnen. "An diesem Wochenende wird es wohl nicht passieren, aber sehr bald. Wir sind noch nicht soweit. Wir sind aber auch nicht mehr weit davon entfernt", stellt Rossi eine mögliche Verlautbarung für das Sachsenring-Wochenende in Aussicht.

Lorenzo will Assen abwarten

Während bei Marquez ohnehin alles klar ist und es bei Rossi demnach nur noch eine Frage von Tagen sein dürfte, bis auch er einen neuen Zweijahresvertrag sein eigen nennen darf, muss man sich im Falle der jeweiligen Teamkollegen Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo noch etwas länger gedulden.

"Es gibt noch nichts Neues", winkt Pedrosa ab. "Ich sagte ja bereits, dass ich es erzählen werde, sobald es etwas Neues gibt. Dieser Zeitpunkt ist aber noch nicht gekommen." Aus dem Honda-Umfeld war zuletzt zu hören, dass man den Vizeweltmeister der Jahre 2007, 2010 und 2012 als Teamkollege von Weltmeister Marquez halten möchte.

Und was macht Lorenzo? Der Weltmeister der Jahre 2010 und 2012 erlebt bei Yamaha derzeit alles andere als die Saison, die er sich vorgestellt hatte. Nach sieben Rennen belegt der Mallorquiner nur Rang vier der Gesamtwertung hinter Pedrosa. Auf den eigenen Teamkollegen Rossi fehlen Lorenzo 39 Punkte, auf WM-Spitzenreiter Marquez sogar schon mehr als 100.

"Die Situation hat sich im Vergleich zu Montmelo im Grunde nicht verändert. Warten wir mal dieses Rennen hier ab. Dann werden wir sehen, was die Zukunft bringt", so Lorenzo im Vorfeld der Dutch TT in Assen. Sollte der zweimalige Weltmeister Yamaha tatsächlich zum Saisonende verlassen, wäre der direkt bei den Japanern unter Vertrag stehende Pol Espargaro wohl erste Wahl für einen Aufstieg vom Satellitenteam Tech 3 ins Werksteam.

Pol Espargaro würde zweite Tech-3-Saison begrüßen

Sollte sich aber neben Rossi auch Lorenzo für einen Verbleib entscheiden, wäre das für den amtierenden Moto2-Weltmeister Espargaro, der aktuell seine MotoGP-Rookie-Saison fährt, nicht das Ende der Welt.

"Wir haben mit Yamaha noch nicht gesprochen und haben uns auch mit Herve (Tech-3-Teamchef Poncharal; Anm. d. Red.) noch nicht über dieses Thema unterhalten. Unsere Konzentration liegt im Moment voll und ganz darauf, diese Saison so gut wie möglich zu beenden. Noch stehen einige Rennen an", spricht Pol Espargaro für sich und seinen Manager.

"Was wir im kommenden Jahr machen werden, steht noch nicht fest. Sollte ich in diesem Team bleiben, wäre das sicherlich kein Desaster", äußert der 23-jährige Spanier Gefallen an einem Verbleib bei Tech 3. So spricht er von einem "tollen Team mit guten Leuten und einem großartigen Motorrad. Es fehlt hier an nichts".

Aleix Espargaro und Suzuki: Was läuft da?

Auch Bruder Aleix Espargaro, der in dieser Saison auf der Forward-Yamaha konstant bestplatzierter Open-Pilot ist und den Werksfahrern schon das eine oder andere Mal das Fürchten lehrte, könnte auf dem Papier für einen Aufstieg ins Yamaha-Werksteam in Frage kommen. Aber: Sollte der ältere der beiden Espargaro-Brüder tatsächlich wechseln, erscheint ein Umstieg ins Lager von Rückkehrer Suzuki wahrscheinlicher.

"Natürlich ist es mein Traum, auf einer Werksmaschine zu sitzen und zeigen zu können, wozu ich fähig bin. Mein Motorrad ist aber wirklich gut. Ich habe das Gefühl, es bisher noch nicht bis zum Limit ausgereizt zu haben. Ich glaube, ich kann mit diesem Bike noch schneller fahren. Wenn sich aber die Möglichkeit eines Werksmotorrads ergeben sollte, dann müssen wir schauen", so Aleix Espargaro auf der Pressekonferenz am Mittwoch in Assen.

Im kleinen Kreis geht der 24-jährige Forward-Pilot etwas näher auf einen möglichen Wechsel zu Suzuki ein. Beim Barcelona-Test, bei dem Suzuki mit Testfahrer Randy de Puniet vor Ort war, folgte Espargaro der neuen XRH-1 für einige Runden und hält fest: "Das Motorrad macht keinen allzu schlechten Eindruck, auch wenn es auf den Geraden noch nicht allzu schnell ist. Es ist aber schwer abzuschätzen, ob das Bike wettbewerbsfähig ist oder nicht. Schließlich haben sie genau wie wir nur getestet."

Die Runden im Windschatten seines ehemaligen Aspar-Teamkollegen de Puniet haben Espargaro Spaß gemacht, aber "Randy saß längere Zeit nicht auf einer Rennmaschine. Da fällt es natürlich schwer, aus dem Stand heraus auf eine Runde schnell zu fahren. Das wiederum macht es schwierig, das Potenzial des Motorrads einzuschätzen". So kommt der Spanier zum Schluss: "Ich bin froh, in diesem Jahr für Forward zu fahren. Doch wie wohl jeder Fahrer in diesem Paddock wünsche ich mir eine Werksmaschine."

Ende Juni für Dovizioso und Bradl noch "zu früh"

Ein weiterer Fahrer, der für die kommende Saison mit Suzuki in Verbindung gebracht, ist Andrea Dovizioso. Der Ducati-Pilot lässt in Assen bezüglich einer möglichen dritten Saison im italienischen Werksteam durchblicken: "Es ist noch zu früh für eine Entscheidung. Ich selbst habe mir kein zeitliches Limit gesetzt. In Barcelona haben wir begonnen, uns zu unterhalten." Verlässt "Dovi" das Team, steht Andrea Ianonne bereits Gewehr bei Fuß.

Auch Stefan Bradl darf sich seines Verbleibs bei LCR-Honda über die laufende Saison hinaus noch nicht sicher sein. Während Teambesitzer Lucio Cecchinello gern mit dem Moto2-Weltmeister des Jahres 2011 weitermachen möchte, lassen die Honda-Oberen nicht zum ersten Mal wissen, dass sie sich stärkere Leistungen von Bradl wünschen.

Was sagt der Deutsche selbst zu seiner aktuellen Position im Vertragspoker? "Wir haben uns ein wenig unterhalten, aber es ist noch zu früh. Noch ist das nichts Ernsthaftes", so Bradl in Anspielung auf eine mögliche Verlängerung seines Kontrakts im LCR-Team. Die kommenden Wochen dürften im MotoGP-Vertragspoker mehr Klarheit bringen.

Fotoquelle: Yamaha Motor Racing Srl

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.