MotoGP in Assen: Pre-Events

MotoGP 2014

— 27.06.2014

Wetterchaos: Aleix Espargaro in Assen auf Pole!

Wetter-Lotterie in Assen: Aleix Espargaro nutzt die Gunst der Stunde und erobert seine erste Pole-Position - Marc Marquez Zweiter, Falsche Strategie bei Yamaha

Das Wetter sorgte für ein turbulentes Qualifying zum Grand Prix der Niederlande auf dem legendären Assen-Kurs. In der "Kathedrale des Motorradsports" schnappte sich Aleix Espargaro (Forward-Yamaha) die erste Pole-Position seiner Karriere. Der Spanier nutzte die Gunst der Stunde. Weltmeister Marc Marquez war um 1,4 Sekunden langsamer und wurde Zweiter. Die erste Startreihe komplettierte sein Honda-Teamkollege Dani Pedrosa. Enttäuschend lief das Qualifying für Yamaha: Jorge Lorenzo wurde Neunter, Valentino Rossi Zwölfter und Letzter.

Pünktlich zu Beginn von Q2 fing es zu regnen an, aber alle Fahrer fuhren zunächst mit Slicks auf die Strecke. Die zwölf Fahrer lagen beisammen in einer Gruppe und es wurde gefahren wie im Rennen. Marquez zeigte auch einige Überholmanöver. Während sich die MotoGP-Asse um die Strecke tasteten, rüsteten die Mechaniker die Ersatzmotorräder für Regen (Regenreifen und Stahlbremsen) um. Als die Fahrer nach der ersten gezeiteten Runden über die Ziellinie fuhren, war die Sensation perfekt.

Aleix Espargaro war mit dem weicheren Hinterreifen für die Open-Fahrer unterwegs und schnappte sich mit 1:38.789 Minuten die Pole-Position. In der zweiten Runde war der Forward-Fahrer im ersten Sektor um sechs Zehntelsekunden schneller, doch es fing viel stärker zu regnen an. Alle Fahrer brachen ab und kehrten mit ihren Slicks in langsamer Fahrt an die Box zurück. Die Entscheidung war gefallen. Zum ersten Mal eroberte ein Open-Fahrer die Pole-Position. Zum ersten Mal wird Aleix Espargaro am Sonntag vom besten Startplatz angreifen.

"Ich bin sehr froh. Wir warten seit Katar auf die erste Pole-Position", erinnert sich Aleix Espargaro an seine vergebene Chance beim Saisonauftakt. "Doch damals leistete ich mir zwei Stürze. Ich bin sehr froh. Es war ein merkwürdiges Qualifying. Ich habe die anderen Fahrer fahren lassen, damit ich freie Fahrt habe. Ich hatte Glück, eine freie Runde gefunden zu haben. Danach regnete es und keiner konnte sich verbessern." Er rechnet aber nicht mit einem Sieg am Samstag: "Es wird ein lustiger Tag morgen. Unser Tempo ist gut. Wir sollten einige Runden mit der Spitze mithalten können."

Weltmeister Marquez wurde nun zum zweiten Mal in Folge im Qualifying geschlagen. Von Startplatz zwei hat der Honda-Werksfahrer eine ideale Ausgangslage für seinen achten Saisonsieg. "Es war ziemlich gefährlich. Man konnte viel verlieren", ist sich Marquez der Gefahr bewusst. "Ich wollte in die erste Startreihe fahren. Als ich sah, dass meine erste Runde gut war, obwohl ich Verkehr hatte, habe ich mich damit zufrieden gegeben." Das Wetter wird auch für den Rennsamstag das große Fragezeichen sein. "Das Rennen wird sicher toll. Wir hoffen auf trockene Bedingungen. Wenn es nass wird, werden wir ein interessantes Rennen erleben."

Als es in den Schlussminuten stärker regnete, fuhren Marquez und Pedrosa mit Regenreifen auf die Strecke, sollte es auch am Samstag regnen. Mit Startplatz drei zeigt sich auch Pedrosa zufrieden: "Es ist gut, dass wir für das Rennen in der ersten Startreihe stehen. Das Qualifying war besonders schwierig, was die Reifensituation angeht. Man weiß nie, wie es hier in Assen läuft", meint Pedrosa über die Lotterie. "Startreihe eins ist wichtig. Nun müssen wir abwarten, wie es morgen im Rennen wird - ob trocken oder nass."

Dovizioso im Regen schnell

Auch Ducati ist im Regen gewöhnlich konkurrenzfähiger als im Trockenen. Andrea Iannone (Pramac) qualifizierte sich als Vierter, gefolgt von Ducati-Werskfahrer Cal Crutchlow, der an einem schwierigen Trainingstag noch ein positives Ergebnis herausholte. Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) komplettierte als Sechster die zweite Startreihe. Andrea Dovizioso wird mit der zweiten Werks-Ducati als Siebter die dritten Reihe anführen. Als in den Schlussminuten mehrere Fahrer mit Regenreifen fuhren, war Dovizioso der Schnellste.

Für Stefan Bradl (LCR-Honda) wurde es Startplatz acht. Als am Anfang die Zeiten gefahren wurden, befand sich der Deutsche mitten in der großen Gruppe. Später drehte er seine ersten Runden im Nassen an diesem Wochenende. Für Yamaha lief das Qualifying alles andere als optimal. Lorenzo lag in den ersten Minuten an der Spitze der großen Gruppe. Diese Zeit reichte schließlich für den neunten Startplatz in der dritten Reihe.

Sein Teamkollege Rossi wurde Letzter. Somit wird der Vorjahressieger als Zwölfter angreifen. Zwischen den beiden Werks-Yamahas qualifizierten sich Alvaro Bautista (Gresini-Honda) und Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) auf den Plätzen zehn und elf. Die Zeitabstände waren groß, denn Rossi war um fast fünf Sekunden langsamer als Aleix Espargaro. Die besten Sektorzeiten zeigten auch das durchmischte Feld: Im ersten Sektor war Smith der Schnellste, im zweiten Abschnitt war es Pedrosa. In den Sektoren drei und vier war Aleix Espargaro der Schnellste. Das brachte ihm schließlich die erste Pole-Position seiner Karriere.

Q1: Bautista und Crutchlow kommen weiter

Im ersten Qualifying-Abschnitt war es noch trocken und Bautista machte alles klar. Der Spanier ging als Favorit ins Q1 und stellte mit 1:34.274 Minuten die klare Bestzeit auf. Spannend wurde es in der Schlussphase. Crutchlow befand sich lange rund um Platz zehn, doch dann fuhr sich der Brite auf Platz zwei. Yonny Hernandez (Pramac-Ducati), der lange den zweiten Rang gehalten hatte, war noch hinter Hiroshi Aoyama (Aspar-Honda) auf Platz vier zurückgefallen. Der Kolumbianer startete noch einen Angriff, aber Hernandez schaffte es nicht ins Q2. Bautista und Crutchlow zogen ins Q2 ein.

Karel Abraham (Cardion-Honda) setzte sich mit der drittschnellsten Zeit in Szene und war damit der schnellste Honda-Production-Racer. Der Tscheche wird am Sonntag als 13. starten. Daneben folgen Aoyama und Hernandez. Scott Redding (Gresini-Honda), Danilo Petrucci (Ioda) und Colin Edwards (Forward-Yamaha) werden auf den Positionen 16 bis 18 in der vorletzten Reihe stehen. Dahinter folgt das Trio Broc Parkes (PBM), Hector Barbera (Avintia) und Michael Laverty (PBM).

Ex-Weltmeister Nicky Hayden (Aspar-Honda), der im Jahr 2006 in Assen seinen einzigen Sieg außerhalb der USA gefeiert hat, enttäuschte als Vorletzter. Schlusslicht war der Franzose Mike di Meglio mit der Avintia-Kawasaki. Der Grand Prix über 26 Runden startet am Samstag wie gewohnt um 14:00 Uhr MESZ.

Fotoquelle: FGlaenzel

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