Der erste Teil der Strecke kommt bei den Fahrern nicht besonders gut an

MotoGP 2014

— 10.07.2014

Sachsenring: MotoGP-Piloten von Fankultur begeistert

Die Leidenschaft der Sachsenring-Fans kommt bei den MotoGP-Piloten gut an, aber das Layout der winkligen Strecke polarisiert

Seit 1998 gastiert die Motorrad-Weltmeisterschaft wieder am Sachsenring. Seit 2003 ist der Kurs in Sachsen unverndert und war seitdem Schauplatz vieler spannender Rennen. In diesem Jahr gastiert die Motorrad-WM zum 17. Mal in Folge. Bei den Fahrern der Knigsklasse kommt der Kurs durch die langsamen Sektionen zu Beginn der Runde nicht besonders gut an. Doch es gibt in der MotoGP auch bekennende Fans der Strecke. ber jeden Zweifel erhaben sind die Fans in Sachsen. Durch die Nhe zur Strecke herrscht eine besondere Atmosphre.

"Es ist immer sehr schn, zum Sachsenring zu kommen, weil es fr mich ein besonderer Ort ist", erklrt Lokalmatador Stefan Bradl, der von den Fans begeistert ist: "Die Leute leben den Rennsport und sind sehr leidenschaftlich. Die Zuschauer sitzen ziemlich nah an der Strecke. Man sprt die Atmosphre." Honda-Markenkollege Dani Pedrosa mag den Deutschland-Grand Prix-Ebenfalls.

Der Honda-Werkspilot hat bereits einige MotoGP-Rennen in Sachsen gewonnen. "Ich fahre gerne hier und habe eine gute Bilanz. Ich denke, es ist ein Kurs, auf dem man spannende Rennen beobachten kann, da die Rundenzeiten ziemlich hnlich sind. Manchmal bilden sich Gruppen", analysiert Pedrosa. "Es gibt verschiedene Stellen, an denen man berholen kann. Normalerweise sieht man hier spannende Rennen. Ich mag es, hier zu fahren."

Marquez vergleicht Sachsenring mit Kartstrecke

Teamkollege Marc Marquez gewann das Rennen im Vorjahr. "Der Kurs gehrt nicht zu meinen Lieblingskursen, doch ich fhlte mich hier immer ziemlich gut und lieferte gute Rennen ab", schildert der 21-Jhrige. "Im vergangenen Jahr war es ohne Dani und Jorge ein merkwrdiges Rennen. Ich erwarte, dass es in diesem Jahr interessant wird. Es ist sehr wichtig, die Reifen richtig auf Temperatur zu bekommen. Zudem ist das Wetter ziemlich ungewiss. Ich bin gespannt."

"Der erste Teil der Runde ist ziemlich speziell und erinnert an eine Kartstrecke", berichtet Marquez. "Es ist ziemlich schmal und mit einer MotoGP-Maschine wird es noch schmaler. Deswegen ist es wichtig, eine sanfte Einstellung fr die Elektronik zu finden. Das Setup der Maschine muss fr die vielen Kurven gut passen. Es gibt nicht viele Bremspunkte. Lediglich am Ende der Geraden gibt es eine harte Bremszone."

Routinier Valentino Rossi ist ebenfalls kein Fan der Strecke, konnte aber bereits einige Siege holen. "Es ist ein besonderer Kurs. Der erste Teil ist ziemlich langsam. Der zweite Teil ist schnell und hat viele Linkskurven. Das macht es aus vielerlei Hinsicht knifflig. Ich zhle den Kurs nicht zu meinen Lieblingsstrecken. Doch in der Vergangenheit konnte ich einige gute Rennen zeigen", erklrt der Publikumsliebling.

Open-Yamaha-Pilot Aleix Espargaro wittert am Sachsenring seine Chance: "Es ist ein guter Kurs fr uns. Mit der CRT-Maschine war ich im vergangenen Jahr konkurrenzfhig. Ich ging von Startplatz fnf ins Rennen. Im Rennen hatten wir einen tollen Kampf mit Dovi", blickt der ehemalige Aspar-Pilot zurck. "Ich denke, es ist ein guter Kurs, da es keine lange Gerade gibt. Es wird ein unterhaltsames Wochenende."

Crutchlow lobt Atmosphre

Cal Crutchlow erlebte im Vorjahr ein Wochenende mit Hhen und Tiefen. Im Training strzte der ehemalige Tech-3-Yamaha-Pilot in Kurve elf schwer und zog sich eine schmerzhafte Verletzung zu. Am Sonntag fuhr der Brite aufs Podium und zeigte eines seiner besten Rennen. "Ich fhle mich gut und freue mich, dass Deutschland bei der Fuball-WM so stark spielt. Das sorgt fr eine gute Atmosphre hier an diesem Wochenende", erklrt er vor dem Beginn des Rennwochenendes.

"Es wird ein besonderes Wochenende, denn auch die Besitzer von Ducati kommen aus Deutschland. Am Freitag soll es nass sein, aber das Motorrad ist im Regen nicht so schlecht. Im Anschluss an Assen haben wir einiges bei meiner Sitzposition verndert. Wir probieren hier etwas mit dem Lenker. Es geht nur um meine Position auf dem Motorrad. Ich bin nicht beroptimistisch, aber vielleicht fhle ich mich dadurch auf dem Motorrad etwas besser", schildert Crutchlow.

"Im Vorjahr war ich der schnellste Mann auf der Rennstrecke, aber ich habe das Rennen nicht gewonnen. Ich wurde Zweiter. Mir gefllt diese Strecke, whrend es fr die meisten Fahrer nicht ihr Lieblingskurs ist. Die Atmosphre ist hier auch immer toll", lobt der Ducati-Pilot. "Es wre natrlich besser, wenn die Strecke etwas schneller wre. Ich wei, dass ich hier konkurrenzfhig sein kann, aber ich wei nicht, wie es mit diesem Motorrad laufen wird."

Jorge Lorenzo nahm beim Rennen im vergangenen Jahr nicht teil. Im zweiten Freien Training strzte der Spanier in Kurve zehn und musste erneut operiert werden. In Assen erinnerte sich der Yamaha-Pilot an diese schmerzhafte Phase der Meisterschaft. Ist Angst auch am Sachsenring ein Thema? "ber diese Frage habe ich seit Assen nachgedacht. Ich glaube, dass es in Assen an den Umstnden gelegen hat. Es sollte nicht fter passieren. Wenn man sich meine 200 WM-Rennen ansieht, dann hatte ich nur ein- oder zweimal Angst. Der Sachsenring ist eine gute Strecke, um zu zeigen, dass es nur an den Umstnden lag. Ich habe trainiert und mich fr dieses Wochenende vorbereitet. Sollte es regnen, dann kann ich zeigen, dass ich so schnell wie in der Vergangenheit bin", so Lorenzo.

Fotoquelle: LCR-Honda

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