MotoGP auf dem Sachsenring: Pre-Events

MotoGP 2014

— 13.07.2014

Sachsenring: Neunter Sieg für Marquez, Debakel für Bradl

Marc Marquez verabschiedet sich mit dem neunten Sieg in Folge in die Sommer- pause - Stefan Bradl geht beim Heimspiel trotz richtiger Reifenwahl leer aus

Weltmeister Marc Marquez hat auch das neunte Rennen der Saison für sich entschieden. Der Honda-Werkspilot lieferte beim Grand Prix von Deutschland am Sachsenring eine fehlerfreie Vorstellung ab und holte sich die 25 Punkte für den Sieg. Teamkollege Dani Pedrosa sicherte sich Platz zwei vor Landsmann Jorge Lorenzo (Yamaha). Pech hatte Lokalhero Stefan Bradl (Honda), der das Rennen zu Beginn anführte, später aber durch ein falsches Setup an seiner RC213V zurückfiel.

Doch der Reihe nach: Das Szenario in der Startaufstellung des Deutschland-Grand-Prix erinnerte an den Renntag bei der Dutch TT in Assen: Vor dem Start des Rennens der Königsklasse entleerte sich der Himmel und erschwerte die Reifenwahl der MotoGP-Piloten. Der Kurs war feucht. Es gab aber bereits trockene Stellen. Die meisten Fahrer ließen Regenreifen montieren, erkannten aber bereits in der Aufwärmrunde, das der Kurs trocken genug für Slicks ist. Aus der Spitzengruppe riskierte lediglich LCR-Pilot Bradl den Start auf Trockenreifen und übernahm die Führung.

Die anderen Spitzenpiloten steuerten nach der Aufwärmrunde die Boxengasse auf und wechselten die Motorräder. Insgesamt 14 Fahrer standen am Ausgang der Boxengasse und warteten auf das Signal, um dem Feld hinterherzueilen. Bradl führte zur Freude der deutschen Fans die erste Runde mit großem Vorsprung an. Dahinter folgten acht Open-Piloten. Die aus der Boxengasse gestarteten Fahrer holten schnell auf und gingen an den deutlich langsameren Piloten vorbei.

Bradl fällt nach guter Startphase zurück

Tech-3-Yamaha-Pilot Bradley Smith stürzte in der Anfangsphase. Es war der fünfte Sturz des Rennwochenendes. Die Yamaha M1 des Briten wurde beim Abflug nicht allzu stark beschädigt und ermöglichte das Weiterfahren. In die Punkte konnte Smith aber nicht mehr fahren. Nach der fünften Runde lautete die Rangfolge: Bradl vor Marquez, Pedrosa, Danilo Petrucci (ART), Hiroshi Aoyama (Open-Honda), Valentino Rossi (Yamaha), Michael Laverty (PBM-ART), Karel Abraham (Open-Honda), Lorenzo und Andrea Iannone (Ducati).

An der Spitze wurde Bradls Vorsprung immer kleiner. Der Deutsche erlebte in Kurve elf eine Schrecksekunde und konnte einen Sturz gerade so vermeiden. Markenkollege Marquez übernahm in Runde sechs die Führung. Wenig später ging auch Pedrosa am Deutschen vorbei, der nicht die Rundenzeiten der Honda-Werkspiloten fahren konnte. Crewchief Christophe Bourguignon bestätigte noch während des Rennens, dass das Setup an Bradls LCR-Honda für die Bedingungen nicht ideal war. In der Startaufstellung wurden an der Regenmaschine Slicks montiert. Das Setup konnte nicht komplett auf trockene Bedingungen umgebaut werden.

In Runde neun waren auch die beiden Yamaha-Werkspiloten in Schlagdistanz und gingen wenig später an Bradl vorbei. Marquez und Pedrosa hatten bereits fünf Sekunden Vorsprung herausgefahren. Lorenzo auf Position drei versuchte, mit schnellen Rundenzeiten den Rückstand auf die führenden Honda-Piloten zu verringern, doch Marquez und Pedrosa konterten wenig später mit neuen schnellsten Runden.

Marquez gibt das Tempo vor

Zur Rennhalbzeit führte Marquez das Feld an. Teamkollege Pedrosa lag eine halbe Sekunde zurück. Lorenzo auf Position drei hatte bereits sechseinhalb Sekunden Rückstand. Teamkollege Rossi war als Vierter bereits zehn Sekunden von der Spitze entfernt. Pramac-Pilot Iannone behauptete sich direkt hinter Landsmann Rossi auf der fünften Position. Bradl wurde nach 15 Runden bereits bis auf die neunte Position durchgereicht und hatte 17 Sekunden Rückstand auf Marquez.

PBM-Pilot Laverty vergab die Chance auf sein erstes Top-15-Finish der Saison durch einen Sturz. Der Brite flog in Runde 18 ab. An der Spitze gab es keine Zwischenfälle. Marquez baute den Vorsprung zehn Runden vor Schluss auf etwa eine Sekunde aus. Lorenzo und Rossi fuhren auf den Positionen drei und vier einsame Rennen. Dahinter hielt Iannone die fünfte Position und ließ seine Markenkollegen aus dem Ducati-Werksteam alt aussehen. Bradl kämpfte, um sich in den Top 15 zu behaupten, war aber bereits bis auf Position 13 zurückgefallen.

Pedrosas Rückstand wuchs zwischenzeitlich bis auf zwei Sekunden an. Um die Positionen sieben und acht entwickelte sich ein Zweikampf zwischen den beiden Werks-Ducatis. Cal Crutchlow ging in der 24. Runde spektakulär an Teamkollege Dovizioso vorbei, konnte sich aber nicht absetzen. Durch die Positionskämpfe der beiden Werks-Ducatis kam Tech-3-Pilot Pol Espargaro näher heran. Es entwickelte sich ein Dreikampf um die siebte Position.

Pedrosa gibt Sieg noch nicht auf

An der Spitze konnte Pedrosa seinen Rückstand auf Marquez etwas verringern. Doch die Aufholjagd des langjährigen Honda-Piloten endete in Kurve eins, als er sich etwas verbremste und eine weite Linie wählen musste. Drei Runden vor Rennende lag Pedrosa etwa eineinhalb Sekunden zurück und war auf einen Fehler von Marquez angewiesen. Doch der 21-Jährige blieb cool und fuhr den neunten Saisonsieg in Folge ein.

"Vor dem Rennen sah es aus wie in Assen, aber dann gingen alle in die Box und starteten von dort, denn wir hatten gemerkt, dass es komplett trocken war", berichtet Marquez nach seinem Triumph am Sachsenring. "In der Startaufstellung hatte ich gesehen, dass die Gerade trocken war, aber ich machte mir Sorgen um den hinteren Streckenteil, denn da war es komplett nass, als ich das erste Mal rausging. Meine Strategie war, die Wahl von Dani und Valentino zu kopieren, denn sie sind meine Hauptgegner in der Weltmeisterschaft."

"Da sie auf Regenreifen blieben, tat ich das auch zunächst. Als sie in die Box gingen, folgte ich ihnen ebenfalls. Das Rennen war am Anfang schön, denn ich überholte viele Fahrer. In der zweiten Hälfte hatte ich einen tollen Kampf mit Dani", schildert der amtierende Weltmeister, der die Hinweise seiner Boxencrew erkannte, wie groß sein Vorsprung ist. "Es lagen immer nur 0,5 oder 0,6 Sekunden zwischen uns. Ich bin wirklich glücklich über den Sieg."

Lorenzo mit Platz drei zufrieden

Im Ziel lag Pedrosa 1,466 Sekunden zurück und wurde Zweiter. Durch die 20 Punkte geht der Spanier als WM-Zweiter in die Sommerpause. "Es war zu Beginn für alle ein hartes Rennen", bemerkt Pedrosa. "In einer Kurve war es mit den Slicks wirklich schwierig. Ich überholte viele Fahrer, bevor ich zusammen mit Marc an der Spitze war. Er hatte diesen Vorsprung von 0,5 oder 0,6 Sekunden pro Runde, also war es sehr schwierig, ihn einzuholen. Unser Rhythmus war ziemlich ähnlich und es gab eigentlich keine Punkte, an denen ich etwas verlor oder gewann. Die Lücke blieb fast immer gleich, bis ich einige Fehler machte. Trotzdem bin ich mit meiner Performance zufrieden."

Landsmann Lorenzo sicherte sich in Deutschland das dritte Podium der Saison. Nach 30 Runden lag der Weltmeister von 2010 und 2012 knapp neun Sekunden zurück. "In den vergangenen Rennen bin ich ziemlich gut gefahren und das Motorrad verbessert sich immer mehr. Es war in Assen eine Schande, dass ich nicht um den Sieg kämpfen konnte", erinnert sich der Yamaha-Werkspilot. "Hier fehlten mit im Trockenen nur ein oder zwei Zehntel, um mit Marc zu kämpfen. Allerdings fing es im letzten Moment an zu regnen und es war ein dramatisches Rennen."

"In der ersten Kurve konnte ich nicht bremsen, da die Bremse zu kühl war. Ich musste auf die Strecke fahren und die anderen Fahrer anschließend überholen lassen. Es war schwierig, sie anschließend wieder zu überholen und Selbstvertrauen aufzubauen. In der vorletzten Kurve hatte ich einige Bedenken, aber ansonsten fuhr ich mehr oder weniger so schnell wie die Honda-Piloten, also bin ich ziemlich zufrieden, denn diese Strecke gehört nicht zu meinen Favoriten", so Lorenzo.

Teamkollege Rossi lag weitere neun Sekunden zurück und wurde Vierter vor Iannone, der am Sachsenring bester Ducati-Pilot war. Aleix Espargaro, Pol Espargaro, Dovizioso, Bautista und Crutchlow komplettierten die Top 10. Scott Redding wurde Elfter und bester Open-Honda-Pilot. Ebenfalls Punkte sammelten Aoyama, Abraham, Nicky Hayden und Petrucci. Lokalhero Bradl ging beim Heimspiel leer aus. Trotz der richtigen Reifenstrategie erlebte der Deutsche ein desaströses Rennen, wurde nur 16. und erhielt somit keine Punkte.

Fotoquelle: Repsol

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