Jack Miller steht in Kontakt mit Honda und könnte bereits 2015 MotoGP fahren

MotoGP 2014

— 18.07.2014

Miller: Rossi und Co. sehen direkten MotoGP-Aufstieg kritisch

Moto3-WM-Leader Jack Miller steht bei HRC auf der Wunschliste: Die routinierten MotoGP-Piloten raten dem Australier aber von einem direkten Aufstieg ab

KTM-Werkspilot Jack Miller ist auf dem besten Weg, Weltmeister in der Moto3 zu werden. Durch den Sieg am Sachsenring - es war der vierte Saisonsieg - konnte Miller den Vorsprung in der Fahrerwertung vor dem Beginn der Sommerpause auf 19 Punkte ausbauen. Konkurrent Romano Fenati patzte zuletzt zwei Mal in Folge und ging in Assen und am Sachsenring leer aus. Doch auch Miller erlaubte sich bereits einige Fehler.

Nun wird der Australier mit einem direkten Wechsel in die MotoGP in Verbindung gebracht. Laut Lucio Cecchinello interessiert sich HRC für die Dienste des 19-Jährigen, der eigentlich bei Marc VDS fahren sollte und einen Vertrag für 2015 und 2016 unterzeichnete. Doch davon will Miller nichts mehr wissen: "Ich bin verfügbar und schaue mich um", bemerkt er und spielt die Vereinbarung mit Marc VDS herunter: "Nein, es ist nichts Bindendes."

Doch ist ein direkter Aufstieg in die MotoGP überhaupt sinnvoll? Miller würde seine etwa 55 PS starke KTM gegen einen mehr als 260 PS starken MotoGP-Prototyp eintauschen. "Es wäre interessant, wenn er diesen Zwischenschritt nicht macht und direkt in die MotoGP aufsteigt", bemerkt Weltmeister Marc Marquez, der zwei Jahre in der Moto2 fuhr und zu Beginn seiner Moto2-Zeit viele Stürze verdauen musste.

"Die Situation ist bei jedem Fahrer anders. Meiner Meinung nach und basierend auf meinen Erfahrungen muss man den Weg über die Moto2 gehen. Ich habe in der Moto2 Erfahrungen, inklusive einiger Stürze, gesammelt und bin dann in die MotoGP aufgestiegen", berichtet Marquez. "Sicher kann man das auch bei einem direkten Aufstieg in die MotoGP lernen, doch ich denke, es ist sinnvoller, wenn man Schritt für Schritt vorgeht. Vielleicht ist er aber schon für die MotoGP bereit. Ich weiß nicht, welches Gefühl er hat."

Auch Valentino Rossi sieht den direkten Aufstieg kritisch. Der Italiener setzt in der Moto3 ein eigenes Team ein und kämpft mit Fenati um die Meisterschaft. Einen direkten Aufstieg in die MotoGP würde Rossi, der selbst den klassischen Weg über die 125er- und 250er-WM gegangen ist, nicht empfehlen. "Momentan gibt es in der Moto3 sehr viele gute Fahrer. Ich mag Jack sehr, er ist ein toller Fahrer", bemerkt Rossi. "Ich hörte, dass einige Fahrer - unter anderem auch Jack - aus der Moto3 direkt in die MotoGP aufsteigen möchten."

"Meiner Meinung nach ist das keine gute Idee. Der Sprung ist zu groß. Man benötigt Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Vielleicht ist meine Denkweise etwas altmodisch, doch ich denke, dass die jungen Fahrer den Weg über die Moto2 gehen und dort die Meisterschaft gewinnen sollten. Sie sollten versuchen, sich auf MotoGP vorzubereiten, wie es bei Bradl, Marquez oder Espargaro der Fall war", schildert der neunmalige Weltmeister.

Landsmann Andrea Dovizioso beurteilt die Situation ähnlich und rät Miller vom direkten Aufstieg ab: "Er ist mit Sicherheit ein großes Talent. Zudem ist er ein lustiger Kerl, was ganz nett ist. Ich bin überzeugt, dass er in der Moto3 momentan einer der besten Piloten ist. Doch es gibt auch noch andere starke Fahrer. Es wird nicht einfach für ihn, die Meisterschaft zu gewinnen. Ich denke, dass die anderen Fahrer bis zum Ende der Saison mit ihm kämpfen werden", analysiert Miller.

"Der Sprung wäre zu groß", betont "Dovi". "Vor allem sehe ich darin überhaupt keinen Grund. Er ist jung. Warum sollte er nicht erst die Meisterschaft in der Moto2 gewinnen? Die MotoGP ist eine komplett andere Klasse. Man konnte bei Marquez und Espargaro sehen, dass es nicht zu schwierig ist, doch ich sehe keinen Grund, direkt aufzusteigen. Aber ich kenne die Hintergründe nicht. Ich weiß auch nicht, für welches Motorrad er in Frage kommt."

Fotoquelle: Pacepix.com

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