Ducati-Werkspilot Cal Crutchlow lehnt sich weit neben seine Maschine

MotoGP 2014

— 18.07.2014

Crutchlow: Ducati-Misere auf die Sitzposition zurückzuführen?

Im Gegensatz zu Teamkollege Andrea Dovizioso lehnt sich Cal Crutchlow weit neben das Motorrad, hat mit diesem Fahrstil aber viele Probleme

Der Umstieg von der Yamaha M1 zur Ducati Desmosedici warf Cal Crutchlow weit zurück. Der Brite kämpft seit dem Wechsel zu Ducati mit dem Untersteuern der GP14 und tat sich in der ersten Saisonhälfte schwer, mit seinen Markenkollegen mitzuhalten. Sowohl Teamkollege Andrea Dovizioso als auch Pramac-Pilot Andrea Iannone fahren Crutchlow in den Trainings und Rennen um die Ohren. Zur Halbzeit der Saison liegt der ehemalige Supersport-Weltmeister nur auf Position 14 der Fahrerwertung und konnte lediglich einen Punkt mehr holen als Yonny Hernandez mit der Open-Ducati.

Probleme bereitet Crutchlow der Fahrstil, den die Desmosedici verlangt. "Ich hänge mich weit neben das Motorrad, fahre aber merkwürdigerweise weniger Schräglage als die anderen Ducati-Piloten", grübelt der ehemalige Tech-3-Pilot, der in der vergangenen Saison im Sommer stets ein Kandidat für Podestplätze war und nun im Mittelfeld verblasst. Auch am Sachsenring konnte Crutchlow keine Impulse setzen. Im Qualifying stürzte der Ducati-Pilot in Kurve elf und verpasste den Einzug ins Q2.

"Als ich stürzte, fuhr ich erstmals die Schräglage der anderen Ducati-Piloten. Dabei stürzte ich sofort", ärgert sich Crutchlow. "Wir können mit diesem Motorrad nicht schräg genug fahren. Sobald ich die Schräglagen erreiche, stürze ich. So ist die Situation." Im Vergleich zu Dovizioso hängt Crutchlow weiter neben der Maschine. Ist das der falsche Fahrstil für die Desmosedici?

"Dovi sitzt zentraler auf dem Motorrad", bestätigt er. "Es ist schwieriger, sich auf dem Motorrad zu bewegen als bei anderen Maschinen. Je weniger man sich bewegt, desto besser ist es. Doch mein Stil ist es, sich weit neben das Motorrad zu lehnen. Ich probierte den anderen Stil, fühle mich damit aber nicht wohl. Vielleicht hilft es, vielleicht auch nicht", rätselt Crutchlow, der mit der Ducati überhaupt nicht zurechtkommt: "Das Motorrad ist ziemlich hoch. Es wirkt, als ob man auf dem Motorrad sitzt und nicht als ob man integriert ist."

Dovizioso konnte sich bereits im vergangenen Jahr an die Desmosedici gewöhnen und seinen Fahrstil anpassen. Dass er in den Kurven meist mittig auf der Maschine sitzt, kann er begründen: "Das ist einfach zu erklären. Wenn man ein Motorrad hat, das schlecht einlenkt, muss mittig auf dem Motorrad sitzen. Wenn man das Tempo in den Kurven halten möchte, aber mit Untersteuern kämpft, dann muss man aufpassen, dass man das Vorderrad nicht verliert. Wenn man neben dem Motorrad hängt, ist das schwieriger."

"Es ist nicht unmöglich, aber schwieriger. Wenn man ein besseres Gefühl für das Einlenkverhalten erhält, kann man sich auf dem Motorrad bewegen. Die Sitzposition ist sehr wichtig. Doch bei den Limits, die uns das Motorrad vorgibt, ist das nicht so einfach", berichtet der Italiener, der als WM-Vierter in die Sommerpause geht. "Wenn man neben der Maschine hängt, fällt es schwerer, das Motorrad zu kontrollieren. Es ist aber von Fahrer zu Fahrer anders. Das Gefühl auf dem Motorrad gibt vor, wie man es bewegt."

Fotoquelle: Pacepix.com

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