Valentino Rossi würde am liebsten die Elektronik reduzieren

MotoGP 2014

— 20.07.2014

Rossi wünscht sich Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit

Valentino Rossi hat in seiner Karriere viele Entwicklungen mitgemacht - Die MotoGP-Raketen würde er für eine bessere Show einbremsen

Als Valentino Rossi im Jahr 2000 in die Königsklasse aufstieg, neigte sich die Ära der Zweitakter mit 500 Kubikzentimetern Hubraum dem Ende entgegen. Die giftigen Motorräder waren schwierig zu fahren. Kleine Fehler wurden rasch mit heftigen Highsidern bestraft. Rossi schied in seinen ersten beiden Rennen durch Unfälle aus. Aber schon bei seinem vierten Grand Prix stand der Italiener auf dem Podest. Im Laufe der Saison 2000 kam Rossi mit der berühmten Honda NSR500 immer besser zurecht und gewann in Donington seinen ersten Grand Prix.

2001 startete dann seine Siegesserie und die legendären Duell mit Max Biaggi begannen. 2002 begann die MotoGP-Ära und Rossi fuhr mit der überlegenen Honda RC211V von Sieg zu Sieg. Nach fünf Jahren wurde der Hubraum von 990 Kubikzentimeter auf 800 reduziert. Seit 2012 wird wieder mit 1.000 Kubikzentimetern Hubraum gefahren. Rossi hat viele technische Veränderungen und Entwicklungen erlebt. Aktuell ist die MotoGP kaum noch mit der ersten Saison 2002 vergleichbar.

"Ich glaube, dass die Reifen den größten Unterschied ausmachen. Wir haben auch viel mehr Motorleistung, aber die Kraftübertragung ist sanfter", wird Rossi von 'Cycle News' zitiert. "Das ist vor allem im Vergleich zu den 500ern der Fall, aber auch im Vergleich zu den ersten 990er Viertaktern. Auch die Elektronik hat sich stark weiterentwickelt. Man kann jetzt ganz anders fahren. Früher hatte man viel mehr Angst vor Highsidern und Stürzen. Jetzt kann man der Elektronik viel mehr vertrauen."

In den vergangenen Jahren wurde die Leistung über den Tankinhalt für das Rennen begrenzt. Obwohl die Factory-Prototypen nur noch 20 Liter Benzin für die Renndistanz verbrauchen dürfen, wurden die Rennen schneller. Ab 2016 kommt mit Michelin nicht nur ein neuer (alter) Reifenhersteller in die MotoGP, sondern auch die Elektronik verändert sich. Alle müssen dann mit der Einheitssoftware fahren, auch wenn die Werke Anpassungen vornehmen dürfen.

Aufgrund der hochgestochenen Elektronik sprechen manche Fahrer von "PlayStation-Bikes". Auch Rossi wünscht sich eine Reduzierung der elektronischen Helferlein: "30 Prozent der Elektronik ist für die Sicherheit der Fahrer. Das müssen wir behalten. Aber 70 Prozent sind für die Performance und haben nichts mit der Sicherheit zu tun. Diese 70 Prozent müsse wir streichen. Das würde es menschlicher machen. Der Wechsel des Reifenherstellers von Bridgestone zu Michelin könnte es besser machen, oder auch schlechter. Ich weiß es nicht."

Außerdem spricht sich Rossi für eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit über ein Drehzahllimit ein. In Mugello erreichte beispielsweise Ducati-Werksfahrer Andrea Dovizioso einen Topspeed von 342,9 km/h. In der Regel ist die MotoGP auf den Geraden schneller als die Formel 1. "Meiner Meinung nach sind die Motorräder auf den Geraden zu schnell", sagt Rossi klar. "Mit einem Drehzahllimit könnten wir es um 20 oder 30 km/h reduzieren."

"Für die Show wäre es besser, denn von außen merkt man keinen Unterschied zwischen 320 km/h oder 350 km/h. Wenn ein Fahrer aber weniger Power hat, dann hätten wir mehr Zweikämpfe, denn dann würden am Ende der Geraden mehr Überholmöglichkeiten entstehen." Allerdings wird derzeit nicht über eine Drehzahlbegrenzung im technischen Reglement diskutiert.

Fotoquelle: Yamaha Motor Racing Srl

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