Zukunfssorgen: Bradley Smith bangt um seine Zukunft im Tech-3-Team

MotoGP 2014

— 22.07.2014

Poncharal: Smith macht unter Druck Fehler

Die Zukunftssorgen führten am Sachsenring zu fünf Stürzen: Tech-3-Teamchef Herve Poncharal spricht über die Chancen von Bradley Smith

Tech-3-Pilot Bradley Smith gelang in seiner zweiten MotoGP-Saison bisher noch nicht der erhoffte Fortschritt. Bisher waren es lediglich gute Trainingsleistungen, mit denen sich der Brite für die Zukunft empfahl. In den Rennen erlaubte sich Smith zu viele Fehler oder verblasste im Mittelfeld. Nach der ersten Saisonhälfte liegt der Yamaha-Pilot in der Meisterschaftswertung nur auf Position elf.

Die Zukunft von Teamkollege Pol Espargaro ist sicher, aber Smith muss weiter hoffen, seinen Platz auch in der kommenden Saison zu behalten. "Es ist noch zu zeitig, um zu wissen, was mit dem zweiten Fahrer passiert. Die Hälfte der Saison ist vorbei. Es können noch viele Dinge passieren", bemerkt Tech-3-Teamchef Herve Poncharal im Gespräch mit 'Crash.net'. Dass Smith schnell ist, bezweifelt Poncharal nicht. Doch die Fehlerquote ist zu hoch - besonders dann, wenn Smith unter Druck steht.

Die fünf Stürze beim Rennwochenende am Sachsenring bestätigten das: "Wir konnten nachvollziehen, warum er stürzte. Es werfe niemanden etwas vor. Da seine Zukunft ungewiss ist, pusht er und macht dabei Fehler", beschreibt Poncharal. "Es ist ein begehrter Platz. Es ist eine Factory-Yamaha. Es gibt viele junge Piloten aus der Moto2 und Moto3, die an die Tür klopfen. Ich weiß noch nicht, was passieren wird. Wir trafen zusammen mit Yamaha die Entscheidung, dass wir bis zum Grand Prix in Tschechien warten, bevor wir eine Entscheidung treffen."

Poncharal hat Übung darin, Smith' Platz in der MotoGP zu verteidigen. Bereits beim Aufstieg in die MotoGP wurde der Tech-3-Teamchef dafür kritisiert, Smith den begehrten Platz anzubieten. Doch der Franzose ist überzeugt, dass Smith das Zeug hat, um in der MotoGP erfolgreich zu sein: "Seine Stärke ist, dass er sehr aggressiv und schnell ist. Er ist sehr motiviert. Er ist ein sehr guter Starter und auf der ersten Runde sehr schnell."

"Seine Schwäche ist, dass er sich beim Setup zu sehr einmischt und denkt, es gäbe ein perfektes Setup. In der Moto2 war er deshalb zwei Jahre lang etwas verwirrt", schildert Poncharal. "Ich denke, dass er schnell genug ist, um ein guter MotoGP-Pilot zu sein. Er ist ein guter MotoGP-Pilot, doch im Wettbewerb hat man leider keine Zeit, um zu warten. Die Leute geben dir keine zehn Jahre, um deine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen."

"Es gibt sehr viele schnelle Fahrer, die davon träumen, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Bradley hatte die Chance. Nun liegt es an ihm. Es stehen noch ein paar Rennen aus, bis wir eine Entscheidung treffen", bemerkt Poncharal, der Smith gern den Druck nehmen würde. "Das Verhalten unter Druck ist vermutlich seine Schwäche. Am Sachsenring stürzte er fünf Mal, weil sein Kopf nicht frei war. Ich kann ihm nicht garantieren, dass er ein weiteres Jahr fahren kann, weil ich unter Druck stehe und der Hersteller und die Sponsoren Ergebnisse sehen wollen. Das macht mich ein bisschen traurig, weil wir in den vier Jahren ein gutes Verhältnis aufgebaut haben und er Teil der Familie ist."

Wer Smith in der kommenden Saison ersetzen könnte, ist noch unklar. Poncharal möchte keine weiteren Gerüchte verbreiten: "Momentan gibt es sehr viele Gerüchte und so viel Müll, der im Fahrerlager verbreitet wird. Viele Fahrer und deren Manager teilen mir mit, dass sie verfügbar sind und später bekommen wir mit, dass sie einen Zweijahresvertrag haben", schimpft der langjährige MotoGP-Teamchef.

Fotoquelle: Tech 3

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