Valentino Rossi verließ HRC und stellte sich der Herausforderung bei Yamaha

MotoGP 2014

— 24.07.2014

Poncharal: "Schumacher und Rossi haben mich beeindruckt"

Der Tech-3-Teamchef schimpft über den fehlenden Mut der Nachwuchspiloten, sich Herausforderungen zu stellen

Junge Nachwuchstalente für das Tech-3-Moto2-Projekt zu begeistern ist keine einfache Aufgabe. Die Mistral 610 liegt etwas hinter der momentan führenden Kalex zurück, ermöglicht auf manchen Strecken aber dennoch gute Ergebnisse. Einen Topfahrer aus der Moto3 kann Herve Poncharal dennoch nicht für sein Moto2-Team begeistern. Selbst das greifbare MotoGP-Ticket ist kein Anreiz.

"Ich warte auf einen schnellen Moto2- oder Moto3-Fahrer, der zu mir kommt, an mein Projekt glaubt und damit gewinnen möchte. Wenn dieser Fahrer damit gewinnt, erhält er von mir einen Platz in der MotoGP. Das ist der Plan. Doch momentan nimmt niemand diese Herausforderung an", ärgert sich Tech-3-Teamchef Poncharal im Gespräch mit 'Crash.net'. "Wir leben in einer Welt, in der die Leute dicke Eier haben und sich Herausforderungen stellen sollten. Sie sollten der Welt zeigen wollen, wozu sie in der Lage sind. Doch sobald man mit einem der Top 4 aus der Moto3 spricht, wird eine Kalex vorausgesetzt. Ich werde nicht zu Kalex gehen. Das steht fest."

Poncharal verweist zwei große Namen der Motorsport-Geschichte, die mehr Mut hatten als die heutigen Moto3-Piloten: "Im Motorsport gab es zwei Fahrer, die mich richtig beeindruckt haben: Michael Schumacher und Valentino Rossi. Schumacher fuhr für das Siegerteam Benetton und gewann alles. Doch er wollte zu Ferrari gehen, obwohl sie hinterherfuhren. Jeder meinte, er sei verrückt und dass er nur wegen dem Geld wechselt."

"Die Leute prognostizierten das Ende seiner Karriere, doch wir wissen alle, was bei Ferrari passierte. Er feierte die erfolgreichste Karriere, die es jemals gab", so Poncharal. "Valentino Rossi verließ Repsol-Honda. Er hätte Titel gewinnen können, wechselte aber zu Yamaha. Das Jahr, indem er wechselte, arbeitete ich mit Yamaha. In dieser Saison feierte Yamaha nur einen Podestplatz. Alex Barros stand in Le Mans für uns auf dem Podium. Das Werksteam mit Biaggi und Checa verpasste die Podestplätze, doch Valentino wollte zu Yamaha wechseln und gewinnen."

"Jeder lachte und war der Meinung, dass es ein Fehler ist und er dort nichts ausrichten kann. Doch er gewann das erste Rennen in Welkom und holte den Titel", blickt der Franzose zurück, der in der laufenden Saison Marcel Schrötter und Ricky Cardus an den Start schickt. "Ich behaupte nicht, dass ich Yamaha oder Ferrari bin, doch ich bin überzeugt, dass Ricky mit unserem Motorrad seine bisher besten Ergebnisse erzielen konnte. Marcel erzielte mit unserer Maschine ebenfalls seine mit Abstand besten Ergebnisse."

"Ich bin überzeugt, dass unser Motorrad konkurrenzfähig ist", betont Poncharal selbstsicher. "Ich würde aber nicht behaupten, dass unser Motorrad das beste ist, weil Kalex momentan alles gewinnt und ich sie respektiere. Suter gewann Rennen. Vor einigen Monaten haben alle gesagt, dass es unmöglich ist, damit zu gewinnen und Suter am Ende ist." In der Meisterschaft liegen Schrötter und Cardus momentan auf den Positionen zwölf und 16.

Fotoquelle: Yamaha

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