Herve Poncharal: "Wir haben insgesamt zu wenig Fahrer aus Deutschland"

MotoGP 2014

— 25.07.2014

Poncharal: "Würde mir wünschen, dass BMW einsteigt"

Der Tech-3-Teamchef hofft auf starke Deutsche, damit der Sport wächst und geht davon aus, dass ein Engagement von BMW durchaus hilfreich wäre

Im Vergleich zur Formel 1 genießt die MotoGP in Deutschland eine Außenseiterrolle. Selbst die Erfolge von Stefan Bradl und Sandro Cortese konnten in den vergangenen Jahren nur wenig daran ändern. Aus der nationalen Meisterschaft kommt zu wenig. In diesem Jahr gibt es im Rahmen der IDM noch nicht einmal eine Moto3-Klasse. Der Nachwuchs muss wohl oder übel den Weg über Spanien oder Italien gehen.

Diese Entwicklung ist auch Tech-3-Teamchef Herve Poncharal ein Dorn im Auge: "Ich will niemanden kritisieren, aber es gibt zu viele spanische und italienische Fahrer. Wir müssen daran arbeiten, dass wir junge talentierte Fahrer aus anderen Ländern entwickeln. Ich hatte in der Vergangenheit viele Briten. Jetzt habe ich einen Deutschen", bemerkt der Teamchef von Marcel Schrötter im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Wir haben insgesamt zu wenig Fahrer aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Wir sind eine Weltmeisterschaft", betont Poncharal kritisch. In Deutschland ist das Interesse an der Motorrad-WM überschaubar. Lediglich in einzelnen Regionen gelingt es, größere Menschenmengen zu begeistern. Der Sachsenring ist ein positives Beispiel. Auch beim diesjährigen Grand Prix wurden mehr als 200.000 Zuschauer registriert.

"Es freut mich, dass zum Sachsenring so viele Fans kommen. Ich kann mich an die Rennen in Hockenheim und auf dem Nürburgring erinnern. Dort waren die Tribünen leer", vergleicht Poncharal. "Es ist sehr schön, die Leidenschaft der deutschen Fans zu sehen. Wenn wir in unserem Sport starke Deutsche hätten - was Michael Schumacher in der Formel 1 gemacht hat, war unglaublich - dann wäre die MotoGP in Deutschland größer. Natürlich würden wir uns wünschen, dass BMW einsteigen würde."

Um eine gesunde Weltmeisterschaft zu haben, müssen die nationalen Meisterschaften besser gefördert werden. In Spanien wird seit vielen Jahren gute Arbeit geleistet. "Die Dorna macht sehr viel. Die Spanische Meisterschaft hat sich zur Europameisterschaft entwickelt", bestätigt der Tech-3-Teamchef. "Die Dorna kann aber nicht alles machen. Es liegt auch an den nationalen Verbänden, dass sie ihre Meisterschaften promoten."

"Die BSB ist zwar recht populär, aber dort sind die Fahrer im Durchschnitt 35 Jahre alt. Es ist keine Kritik, aber diese Fahrer sind nicht die Zukunft", stellt Poncharal klar, der immer ein Auge auf junge Talente wirft. "Wir werden derzeit von Spaniern dominiert, weil sie eine bessere Arbeit als die restlichen Länder gemacht und ihre Meisterschaften promotet haben. Die Dorna hat eine große Rolle gespielt."

"Jetzt bewegen sich in Italien neue Dinge. Ich hoffe, dass das auch in anderen Ländern passieren wird. Wenn man an die Leidenschaft der Fans auf dem Sachsenring denkt, dann wäre es großartig, wenn es einen Deutschen geben würde, der um das Podest kämpfen und gewinnen könnte", so der Franzose.

Fotoquelle: Tech 3

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