Ohne eine Werksmaschine stehen die Chancen schlecht, in die Top 3 zu fahren

MotoGP 2014

— 01.08.2014

Kallio kritisiert die Chancengleichheit in der MotoGP

Ex-MotoGP-Pilot Mika Kallio bewertet kritisch die Situation in der MotoGP und ist gespannt, wie sich die Gleichgewichte in der Saison 2016 verschieben

Nachdem es in der MotoGP-Saison 2011 gerade einmal 17 Stammpiloten gab und das Feld weiter zu schrumpfen drohte, bereicherte die neu gegründete CRT-Wertung die MotoGP zumindest quantitativ. Das Feld wuchs wieder auf über 20 Motorräder, doch der Großteil der CRT-Fahrer war bei normalen Bedingungen chancenlos. Im Herbst 2013 neigte sich das Kapitel CRT bereits dem Ende zu. Die neu gegründete Open-Klasse sollte die getunten Superbikes ersetzen.

Seit der laufenden Saison rückte das Feld durch diese Regeländerung näher zusammen. Siege oder Podestplatzierungen sind für den Großteil der Open-Piloten dennoch illusorisch. Blendet man die fabelhaften Leistungen von Forward-Pilot Aleix Espargaro aus, bleiben meist nur zehnte oder elfte Plätze für Nicky Hayden, Scott Redding, Hiroshi Aoyama und Co. übrig.

"Die Situation ist momentan durch die ganzen Regeländerungen nicht besonders gut. Man hat nur mit einer Werksmaschine eine Chance", kritisiert Moto2-Pilot Mika Kallio. Im Gespräch mit 'Crash.net' erklärt er, warum er sich momentan gegen eine Rückkehr in die MotoGP entscheidet: "Ich hatte einige Angebote von Teams, die ich gut kenne, doch wenn ich mich darauf einlassen würde, könnte ich nur 13. oder 14. werden. Das habe ich dankend abgelehnt."

"Die Lücke zwischen den offiziellen MotoGP-Maschinen und dem Rest ist zu groß", betont der Finne, der die Zukunft kritisch sieht: "Ich bezweifle, dass sich die Meisterschaft so lange halten kann. Es müssen mehr Prototypen unter den Fahrern verteilt werden. Ich denke, es ist schlecht für die Zuschauer, wenn nur wenige Fahrer die Chance haben, ein Rennen zu gewinnen. Es muss eine Lösung gefunden werden."

Doch wie sieht die Lösung aus? "Ich denke, wenn jemand eine Antwort parat hätte, würden wir uns nicht in der Situation befinden, in der wir gerade stecken. Der Wechsel zu einer einheitlichen Elektronik ist am wichtigsten, weil die Elektronik die meisten Kosten verursacht", analysiert der Marc-VDS-Pilot, der 2009 und 2010 für Ducati in der MotoGP fuhr und sich mit der Desmosedici schwer tat.

Kallio ist überzeugt, dass die mangelnde Konkurrenzfähigkeit auch auf die Elektronik zurückzuführen war: "Das war eine der Schwächen der Ducati, als ich für sie fuhr. Eine Standard-Elektronik wäre also auch damals gut für den Wettbewerb gewesen. Die Motorräder wären dadurch günstiger und für die Einsteiger einfacher zu verstehen. Hersteller, die neu in der MotoGP sind, müssten nicht mehr ihre eigene Elektronik entwickeln."

Ab 2016 müssen alle Hersteller eine Einheits-Software verwenden. Zudem steht mit Michelin ein neuer Reifenausrüster in den Startlöchern. "Ich freue mich auf 2016, wenn diese Regeln eingeführt werden. Dann ist ein besserer Zeitpunkt, um in die Klasse einzusteigen. Es ist ein guter Zeitpunkt, um zu wechseln, weil die neue Elektronikregel und die neuen Reifen alles angleichen. Neueinsteiger haben bessere Chancen", prophezeit Kallio.

Fotoquelle: FGlaenzel

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