Dani Pedrosa ist 24 cm kleiner und mehr als 15 kg leichter als Valentino Rossi

MotoGP 2014

— 03.08.2014

Kallio über Fahrerstatur: "Komplizierte Gleichung"

Laut Mika Kallio ist der optimale MotoGP-Pilot 1,75 Meter groß und schmal: Der Routinier wagt eine Analyse, welche Statur in der Königsklasse ideal ist

Der Anteil des Körpergewichts am Gesamtgewicht von Fahrzeug und Fahrer ist bei Motorrädern ungleich höher als bei Autos. Zudem wird der eigene Körper als flexibles Gewicht verwendet, anstatt starr in einem Sitz festgegurtet zu sein. Doch welche Statur sollte ein MotoGP-Pilot haben? Sind kleine und leichte Fahrer wie Dani Pedrosa im Vorteil oder eher größere Fahrer wie Valentino Rossi?

"Rossi und Pedrosa können Rennen gewinnen. Marquez liegt irgendwo dazwischen und gewinnt ebenfalls Rennen", stellt WM-Routinier Mika Kallio im Gespräch mit 'Crash.net' fest. "Ich denke, ideal ist ein Fahrer, der etwas größer ist, sagen wir 1,75 Meter, aber dennoch leicht ist. Dann kann man seinen Körper nutzen, um das Motorrad zu bewegen. Wenn man größer ist, kann man den Körper als eine Art Ballast nutzen und das Gewicht dorthin platzieren, wo es benötigt wird. Wenn man klein ist, dann konzentriert sich das Gewicht oft an der gleichen Stelle. Dann kann man nicht so gut mit dem eigenen Gewicht spielen."

"Das Problem ist, wenn man etwas größer ist, dann ist man in der Regel auch ein bisschen schwerer. Das raubt den Vorteil. Auch der Fahrstil wird davon beeinflusst, ob man die richtige Statur für den Rennsport hat oder nicht. Es ist eine komplizierte Gleichung", schildert Leichtgewicht Kallio, der 2009 und 2010 in der MotoGP fuhr, sich mit der Ducati Desmosedici aber schwer tat.

Im Gegensatz zu den kleineren Klassen haben es schwere Fahrer wie Scott Redding leichter, in der MotoGP schnelle Rundenzeiten zu fahren. "In der MotoGP kann man ein höheres Gewicht besser ausgleichen. Was man auf den Geraden verliert, macht man durch den größeren Körper in den Kurven wieder gut. Man kann das Gewicht nutzen, um das Motorrad in die Kurve zu zwingen. Zudem hat man am Kurvenausgang mehr Haftung und kann besser beschleunigen", erklärt Kallio.

"In der Moto2 ist es ähnlich. Die Größe und das Gewicht der Maschine unterscheiden sich nur minimal im Vergleich zur MotoGP. Während der 250er-Zeiten verursachte das Gewicht und die Größe zu größere Unterschiede", betont der Finne, der 2008 in der 250er-WM Dritter wurde. In der Moto2 gibt es im Gegensatz zur MotoGP ein kombiniertes Mindestgewicht. Dadurch muss Kallio Zusatzgewichte mitführen.

"Ich muss sieben oder siebeneinhalb Kilogramm Zusatzgewicht mitschleppen. Doch wenigstens kann man es dort positionieren, wo man möchte. Unterm Strich ist es ein Nachteil, weil man die sieben Kilogramm spürt, wenn man das Motorrad umlegt, auch wenn man das Gewicht dort positionieren kann, wo man möchte", berichtet der Marc-VDS-Pilot. "Ich bin kleiner als die anderen Fahrer, muss aber ein schwereres Motorrad umlegen."

"Ich habe durch mein Gewicht keine Vorteile. Es ist ein Nachteil, weil ich größere Schwierigkeiten habe, das Motorrad zu manövrieren. Über den Winter versuchte ich, mir mehr Muskeln anzutrainieren", erklärt Kallio, der schon mit dem Gedanken spielte, die Gewichte in seine Kombi einzunähen: "Das haben wir im vergangenen Winter gemacht. Wir bestellten das schwerste Material für die Kombi und die Stiefel. Meine Lederkombi ist etwas dicker und bietet einen besseren Schutz. So hat das Gewicht wenigstens eine Funktion."

Fotoquelle: Repsol

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