Andrea Dovizioso hat die Sommerpause auf Position vier der WM verbracht

MotoGP 2014

— 07.08.2014

Poncharal: "Ducati ohne Vorteile nicht dort, wo sie jetzt sind"

Der Tech-3-Teamchef freut sich auf das einheitliche Reglement in der Saison 2016 und erklärt, welcher Faktor den größten Unterschied ausmacht

Seit der Saison 2012 gibt es in der MotoGP eine Zweiklassengesellschaft. Bis zur vergangenen Saison wurde das Feld mit kostengünstigen CRT-Bikes aufgefüllt. Seit der laufenden Saison mischen sich die Open-Bikes unter die reinen Prototypen. Im Vergleich zu den beiden vergangenen Jahren ist der Rückstand kleiner geworden. Ab 2016 wird es für alle Starter ein einheitliches Reglement geben, damit der Sport wieder greifbarer wird.

Tech-3-Teamchef Herve Poncharal befürwortet Maßnahmen, die Kosten sparen. "Es muss auch leistbar sein", betont der Franzose im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Damit hat man einen engeren Wettbewerb. Wenn man sich im Moment die Formel 1 ansieht, dann haben sie jetzt diese neuen Regeln, aber es ist unglaublich. Es kann durchaus der Fall sein, dass dieses Reglement die Technik der Zukunft ist. Das will ich nicht verneinen, aber es ist so unglaublich teuer, sodass die meisten Automobilhersteller nicht nachkommen."

"Nur Mercedes hat im Moment die finanziellen Möglichkeiten, um das zu tun. Das killt aber das Rennen, denn es gibt kein Rennen. Es gibt nur ein Rennen zwischen Rosberg und Hamilton", analysiert Poncharal kritisch. "Wir haben die Open-Klasse gegen Factory nur, weil die Hersteller nicht früher die Einheitselektronik verwenden wollten. Carmelo (Ezpeleta, Dorna-Chef; Anm. d. Red.) sagte, 'wenn ihr nicht wollt, dann könnt ihr euren eigenen Weg verfolgen.'"

"'Dafür habt ihr nur 20 Liter Kraftstoff und bekommt nicht den weichen Reifen. Ihr habt fünf Motoren, sie haben zwölf. Ihr dürft nicht testen, sie dürfen es.' Und dazu sagten die Hersteller ja", fasst Poncharal zusammen, der von der Open-Klasse nicht abgeneigt ist: "Es macht es ausgeglichener. Ducati wäre ohne diese Regeln nicht dort, wo sie jetzt sind. Es hilft auch Jungs wie Aleix Espargaro, sich ins Rampenlicht zu fahren. Das ist aber nur für die Jahre 2014 und 2015."

"Ab 2016 haben alle Teams die gleiche Elektronik, die gleiche Tankmenge, die gleichen Reifen und das gleiche Motorenkontingent. Mit der neuen Elektronik gibt es dann nur noch eine Regel für alle. Dadurch sollen mehr Teams die Chance bekommen, vorne mitzukämpfen", berichtet der Tech-3-Teamchef, der auch in Zukunft Material von Yamaha beziehen möchte.

Dass die neuen Regeln das Kräfteverhältnis an der Spitze durcheinander bringen, bezweifelt Poncharal: "Ich glaube nicht. Die Motorentwicklung ist dann eingefroren. Alle haben fünf Motoren zur Verfügung. Die Reifen sind gleich und die Elektronik wird von der Dorna zur Verfügung gestellt", grübelt er. "Ich glaube, dass die Elektronik am wichtigsten ist. Wenn alle die gleiche Elektronik und den gleichen Motor haben, dann wird es ausgeglichener sein."

Ducati ist wichtig für die MotoGP

Ducati genießt in der laufenden Saison einige Zugeständnisse. Vor dem Saisonstart entschieden sich die Italiener dazu, unter dem Open-Reglement zu starten. Spontan wurde das Reglement angepasst und Ducati durfte weiter an der Software arbeiten. Andrea Dovizioso fuhr bereits zwei Podestplätze ein und ist deutlich näher dran als in seiner ersten Saison als Ducati-Werkspilot.

"Ducati ist für die WM sehr wichtig. Wir wollen sie nicht verlieren", begründet Poncharal die Zugeständnisse. "Audi und Philip Morris stehen dahinter. Alle haben sich darauf geeinigt, dass sie Vorteile bekommen, um aufholen zu können. Das gleiche gilt für das Comeback von Suzuki. Sie haben also die Chance und hören nicht deprimiert auf. Wenn sie drei Podestplätze schaffen, verlieren sie den weichen Reifen und dann zwei Liter Benzin."

"Wir wollen die Kräfteverhältnisse ausgleichen. Wenn man den Reichen hilft, den Armen aber nicht, dann wird die Lücke immer größer. Im Rennsport geht es aber darum, dass alle gegeneinander kämpfen, wie in der Moto3 und der Moto2. Obwohl Marquez vorne ist, ist das Racing in dieser Saison viel aufregender geworden", betont der Franzose, der eine wichtige Frage stellt: "In unserem Sport sprechen wir über die Elektronik, das Seamless-Getriebe, die Dämpfung. Aber was macht in unserem Sport den großen Unterschied aus?"

"Es gibt eine zweite Repsol-Honda, die kein Rennen in diesem Jahr gewonnen hat", stellt Poncharal klar und betont, wie wichtig der Fahrer ist: "Marquez würde mit einer Yamaha womöglich das gleiche wie jetzt mit der Honda machen. Der entscheidende Faktor ist der Fahrer. Diesen Aspekt dürfen wir nicht verlieren."

Fotoquelle: Ducati

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