Herve Poncharal ist sich sicher, dass die MotoGP von den Pay-TV-Sendern profitiert

MotoGP 2014

— 12.08.2014

Poncharal: "Pay-TV ist sehr gut für die MotoGP"

In vielen Ländern ist die MotoGP bereits komplett ins Pay-TV abgewandert, in Deutschland ist die Zukunft unklar - Herve Poncharal verteidigt das Bezahlfernsehen

Wer die MotoGP live im Fernsehen erleben möchte, der muss in vielen Ländern mittlerweile tief in die Tasche greifen. So werden beispielsweise in Großbritannien, Spanien und Italien viele Rennen nur noch im Pay-TV gezeigt. Auch in Deutschland könnte die Königsklasse bald diese Richtung einschlagen, denn aktuell liegen die TV-Rechte zwar noch bei 'Sport1', allerdings läuft der Vertrag mit Promoter Dorna nach der Saison 2014 aus.

Während viele Fans die MotoGP gerne weiterhin kostenlos im Free-TV erleben möchten, ist Tech-3-Teamchef Herve Poncharal der Ansicht, dass das Bezahlfernsehen der Königsklasse durchaus helfen kann. "Man muss zweimal darüber nachdenken", sagt der Franzose im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' und erklärt: "In England war es die 'BBC', jetzt ist es 'BT-Sports'. In Italien war es 'Mediaset' und ist jetzt 'Sky', und in Spanien war es 'Mediaset Spain' und jetzt ist es 'Movistar'."

"Die Formel 1 macht das gleiche", erinnert Poncharal und erklärt das Problem, das die Free-TV-Sender mit sich bringen: "Nehmen wir die MotoGP in Spanien als Beispiel. Der Free-TV-Sender sagt, dass er kein Geld hat, weil die Wirtschaft schlecht ist. Sie wollen unser Produkt haben, aber praktisch gratis."

Mehr Geld für die Teams

"Dann gibt es eine andere Firma, die unser Produkt haben will. Sie hat großes Interesse, will nicht nur die Rennen übertragen, sondern das ganze Wochenende plus Hintergrundberichte. Dazu bieten sie auch gutes Geld an. Der Promoter sagt okay, aber dafür müsst ihr auch ein Team sponsern. Das ist Yamaha. Die Einkünfte, die wir beispielsweise von 'Movistar' bekommen, sind viel höher als früher."

Für die Teams bedeutet ein Wechsel ins Bezahlfernsehen also unter dem Strich mehr Geld, was für den Tech-3-Teamchef das Wichtigste ist: "Okay, man hat am Ende weniger Zuschauer. Aber haben die rückgängigen Zuschauerzahlen eine Auswirkung auf die Sponsoren? Bisher hat sich keiner meiner Sponsoren beklagt."

"In den Medien wird viel darüber gesprochen, dass es ein Desaster ist. Man muss aber auch verstehen, dass die Free-TV-Sender praktisch Werbefirmen sind. Sie wollen ein Programm haben, wofür sie nichts zahlen müssen, und verkaufen dann Werbung", sagt der Franzose und ergänzt: "Es gibt natürlich Ereignisse, die diese Sender nicht verpassen dürfen, wie die Fußball-WM."

"Wir sind aber nicht die Fußball-WM. Man sieht das auch bei der Formel 1, dem weltweit größten Motorsport. Ich glaube, dass das auch die Zukunft ist. Wir werden viel mehr Pay-TV-Sender sehen, die sich auf die verschiedensten Themenbereiche spezialisieren. Leider ist das der Weg. Für die MotoGP sind die neuen Verträge mit 'Movistar', 'BT-Sports' und 'Sky' sehr gut."

Sinkende Zuschauerzahlen

Darüber hinaus bietet eine Übertragung im Pay-TV auch dem zahlenden Zuschauer gewisse Vorteile. So sind die Rennen in der Formel 1 im Bezahlfernsehen beispielsweise ohne Werbeunterbrechung zu sehen, während es im Free-TV pro Rennen gleich mehrere Werbeblöcke gibt. Trotzdem liegt der Nachteil dieses Modells auf der Hand: Viele Fans können sich die teilweise teuren Abonnements nicht leisten.

Dadurch brechen die Zuschauerzahlen auf den Märkten, in denen die MotoGP vermehrt oder ausschließlich im Bezahlfernsehen zu empfangen ist, deutlich ein. "Natürlich stimme ich überein, dass es weniger Zuschauer gibt, aber es werden mehr Stunden gezeigt", sagt Poncharal und fügt hinzu: "Die Balance ist viel besser. Wenn die Dorna gutes Business macht, kann die Dorna den Teams besser helfen. Ich finde, dass das globale Bild jetzt viel besser ist."

"'Sky Italia' hat jetzt auch ein eigenes Team in der Moto3. Sie bezahlen nicht nur die Dorna, sondern sie engagieren sich auch. Die Pay-TV-Sender zeigen auch viel mehr, als es früher der Fall war", rechtfertigt der Franzose die zunehmende Abwanderung ins Bezahlfernsehen. Ob und wie die MotoGP 2015 in Deutschland zu empfangen sein wird, steht derweil noch nicht fest.

"Wir würden uns freuen, wenn die MotoGP auch über 2014 hinaus bei 'Sport1' bleibt. Im Hinblick darauf befinden wir uns nach wie vor in Gesprächen mit dem Lizenzgeber Dorna", heißt es in einer Stellungnahme des TV-Senders: "Darüber hinaus bitten wir aber um Verständnis, dass wir grundsätzlich keine Wasserstandsmeldungen zu laufenden Verhandlungen abgeben."

Fotoquelle: Tech 3

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