Aus der Moto3 drängen viele Talente, die direkt in die MotoGP aufsteigen möchten

MotoGP 2014

— 19.08.2014

Suppo: Warum der Weg über die Moto2 nicht zwingend ist

Der Honda-Manager spricht über den klassischen Karriereverlauf über die Moto2 und das, was Jack Miller und einige andere Moto3-Piloten vorhaben

In den vergangenen Jahren war es üblich, dass sich die Nachwuchstalente in der Moto3/125er-WM und später in der Moto2/250er-WM für die Königsklasse empfahlen. Zudem gab es einige Fahrer, die über die Superbike-/Supersport-WM ins Grand-Prix-Paddock wechselten. Doch momentan gibt es einige Kandidaten, die den Umweg über die Moto2 nicht gehen möchten. Moto3-Leader Jack Miller ist einer von diesen Fahrern.

Der talentierte Australier wird momentan mit HRC in Verbindung gebracht und könnte in der Saison 2015 als Teamkollege von Cal Crutchlow für das LCR-Honda-Team fahren. "Er mag diese Idee. Wir denken darüber nach", bestätigt HRC-Manager Livio Suppo. "Der normale Weg lautet Moto3, Moto2 und dann MotoGP. Es gibt Fahrer, die einen anderen Weg gegangen sind und aus der Supersport-WM oder aus der Superbike-WM kommen. Das war bei Cal der Fall."

Suppo sieht einen direkten Aufstieg in die MotoGP weniger kritisch als einige Experten, die den Sprung von der etwa 55 PS starken Moto3-Maschine auf einen mehr als 250 PS starken MotoGP-Prototypen für zu groß einstufen. "Ich glaube, Garry McCoy und Pierfrancesco Chili steiegen direkt in die 500er-WM auf", blickt der Italiener zurück. "Sicher ist das seltener der Fall, doch es kann passieren."

Fahrer müssen sich den Schritt zutrauen

"Am wichtigsten ist, dass der Fahrer daran glaubt, wenn er sich darauf einlässt", betont der HRC-Manager. "Ich habe gehört, dass Yamaha bei Alex Rins nachgefragt hat. Er hat sich die Sache überlegt und meinte, es sei nicht der richtige Zeitpunkt. Wenn Yamaha Alex dazu gedrängt hätte oder er kein Motorrad in der Moto2 gefunden hätte und aus der Not in die MotoGP aufgestiegen wäre, dann wäre das sehr gefährlich."

"Doch wenn ein Fahrer daran glaubt und versteht, dass er in der ersten Saison lernen und nicht schnell sein muss, dann ist es etwas anderes", schildert Suppo, der seit vielen Jahren im MotoGP-Paddock Zuhause ist. Doch Suppo warnt die jungen Talente, sich an Marquez zu orientieren: "Wenn man denkt, dass man es Marc Marquez nachmachen kann, der in seiner Rookie-Saison den Titel holte, dann wäre das ein sehr großer Fehler."

Die MotoGP-Maschinen sind schneller denn je. Andrea Iannone verpasste beim Rennwochenende die 350-km/h-Marke nur um Nuancen. Bei privaten Tests sollen die Ducati-Piloten bereits schneller als 350 km/h gefahren sein. Überfordert die viele Leistung die Aufsteiger aus der Moto3 nicht? "Diese Jungs machen sich keine Gedanken um die Leistung. Jeder Fahrer fragt irgendwann nach mehr Leistung. Beim ersten Mal ist jeder Fahrer von der Leistung überrascht, doch später ändert sich das", erklärt Suppo.

Suppo erinnert an Stoner und Marquez

Der HRC-Manager erinnert sich an Casey Stoners MotoGP-Aufstieg: "Als Casey von der 250er-Aprilia zur MotoGP-Honda wechselte, meinte er, dass sich das Motorrad einfach fahren lässt. Unterm Strich ist ein Viertakter einfacher zu fahren als ein spitzer 250er-Aprilia-Motor", begründet er. "Casey wurde in seiner Karriere immer besser. Sein Stil passte besser zu den stärkeren Motorrädern. Das hat Casey bestätigt."

"Ein weiteres Beispiel: Als die Moto2-Klasse eingeführt wurde, haben viele Leute im Fahrerlager - Fahrer, Journalisten, Techniker - gemeint, dass es sehr schade ist, weil die 250er die beste Wettbewerbsmaschine ist. Dann kam die Moto2-Maschine mit dem Einheitsmotor. Ich denke, Marc schlägt sich ziemlich gut und saß nie auf einer 250er. Es ist entscheidend, wer der jeweilige Fahrer ist", so Suppo.

Fotoquelle: Honda ProImages

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