Nur 36 Punkte aus elf Rennen: Crutchlow reist als WM-14. zum Heimrennen

MotoGP 2014

— 25.08.2014

Crutchlow: "Zweifle nicht an meinen Fähigkeiten"

Ab der kommenden Saison möchte Cal Crutchlow wieder erster Verfolger der vier führenden Werkspiloten sein - Passt die Honda überhaupt zum Fahrstil des Briten?

Bereits nach wenigen Rennen zeichnete sich ab, dass die Ducati Desmosedici und Cal Crutchlow in der Saison 2014 keine besonders innige Beziehung eingehen werden. Crutchlows Fahrstil harmoniert überhaupt nicht mit dem V4-Bike aus Italien. Die hohen Kurvengeschwindigkeiten, die er mit der Yamaha M1 fahren kann, sind mit der Desmosedici nicht möglich. Stattdessen ist die Ducati bereit, in den Bremszonen sehr gut zu verzögern. Doch diese Stärke konnte Crutchlow bisher nicht nutzen.

Trotz einer mündlichen Zusage, auch in der kommenden Saison für das Ducati-Werksteam zu fahren, entschied er sich in der Sommerpause für Lucio Cecchinellos Honda-Satellitenteam und wird ab 2015 eine Honda RC213V bewegen. Ducati hingegen wird zwei Italiener an den Start schicken. Andrea Dovizioso und Andrea Iannone werden in der kommenden Saison die beiden Werks-Ducatis bewegen.

"Es hat einfach nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben uns gemeinsam dazu entschieden, den Vertrag aufzulösen, weil sie für die kommende Saison zwei fantastische Fahrer haben, mit denen sie zufrieden sind. Ich hatte ein gutes Angebot auf dem Tisch", begründet Crutchlow im Gespräch mit 'Crash.net' die Auflösung des Zweijahres-Vertrags nach nur einer Saison.

Fahrstiländerung zahlt sich nicht aus

Bisher kam der Brite mit der Ducati überhaupt nicht zurecht. "Zu Beginn der Saison war ich hartnäckig und wollte meinen Stil nicht ändern, doch ich musste mich ein bisschen umstellen. Das zahlte sich aber nicht aus. Mit dem Stil, den ich vorher fuhr, hatte ich bessere Ergebnisse als jetzt nach der Anpassung meines Fahrstils", ärgert sich der ehemalige Tech-3-Yamaha-Pilot, der momentan gegen Teamkollege Dovizioso keine Chance hat.

"Dovi ist ein fantastischer Fahrer. Er ist ziemlich clever. Es ist nicht einfach in diesem Jahr, ihn zu schlagen, weil ich auf die Ducati stieg und nicht daran gewöhnt war. Die Ergebnisse im Vorjahr entsprechen etwa meinen diesjährigen Ergebnissen, wenn man den Rückstand zum Sieger betrachtet. Er ist nun in seiner zweiten Saison und sehr stark. Es scheint, als ob das bei vielen Ducati-Fahrern so war", analysiert Crutchlow, der vor allem beim Bremsen wertvolle Zeit verliert.

"Verschiedene Fahrer wünschen sich verschiedene Dinge. Lorenzo zum Beispiel ist in der Bremszone nicht besonders stark, doch er zählt dennoch zu den besten Fahrern auf der Strecke", verteidigt sich der ehemalige Supersport-Weltmeister, der gerne hohe Kurvengeschwindigkeiten fährt - nicht gerade die Stärke der Honda RC213V, die er im kommenden Jahr pilotieren wird. "Ich denke, die Honda ist deutlich besser als vorher. Sie haben definitiv bei der Kurvengeschwindigkeit aufgeholt", kontert er.

Werksfahrer-Status nicht mehr wichtig

Crutchlows Wunsch, den Werksfahrer-Status inne zu haben, wurde bei Ducati erfüllt. Doch nach nur einem Jahr entschied er sich, die Vorzüge des Werksfahrer-Daseins aufzugeben und wieder in ein Satelliten-Team zu wechseln. "Als Satelliten-Fahrer sitzt man nie auf einer reinen Werksmaschine, doch man kann nah dran sein. Mein Tech-3-Motorrad war gut genug für Podestplätze", bemerkt er. "Ich hoffe, dass ich wieder um Podestplätze kämpfen kann. Es wird etwas Zeit brauchen, bis ich mich an die Honda gewöhnt habe, weil es kein einfach zu fahrendes Motorrad ist."

"Jeder denkt, dass man auf eine Honda steigt und damit gewinnt. Doch so ist es nicht. Trotzdem sehe ich keinen Grund, warum ich nicht wieder bester Satelliten-Fahrer sein kann. Das muss mein oberstes Ziel sein. Ich muss möglichst oft an der Spitze zu finden sein", schildert Crutchlow, der in der MotoGP bereits einige Höhen und Tiefen erlebte. Zu den Tiefen zählte zweifellos die Debütsaison in der Königsklasse.

"Wenn mir in der Saison 2011 jemand nach der Hälfte der Saison angeboten hätte, in die Superbike-WM zurückzukehren, dann hätte ich das angenommen. So schlimm war es. In der darauffolgenden Saison wurde ich beim ersten Rennen der Saison in Katar hinter drei Werkspiloten Vierter. Das könnte sich im kommenden Jahr wiederholen", prophezeit der Ducati-Werkspilot, der sein Selbstvertrauen nicht verloren hat.

"Ich zweifle nicht an meinen Fähigkeiten. Ich weiß, dass ich schnell sein kann. Im vergangenen Jahr hatte ich ein Motorrad, dass nicht gerade überlegen war, doch ich war dennoch sehr gut unterwegs", blickt der ehemalige Yamaha-Pilot zurück. "Ich konnte mit den Werkspiloten kämpfen und kann mich nicht an ein Rennen erinnern, bei dem ich richtig zu kämpfen hatte."

Fotoquelle: FGlaenzel

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