Cal Crutchlow und die Ducati werden wohl keine richtige Einheit mehr werden

MotoGP 2014

— 27.08.2014

Crutchlow: "Noch nie in meiner Karriere so langsam"

Cal Crutchlow gesteht, dass er mit der Ducati Desmosedici GP14 nicht zurechtkommt, bereut seinen Wechsel nach Italien aber nicht

Kurz nach Halbzeit seiner ersten (und letzten) Saison im Ducati-Werksteam gibt Cal Crutchlow zu, "noch nie in meiner Karriere so langsam oder so schlecht" gewesen zu sein. Die Umstellung auf die delikate Desmosedici fiel und fllt dem im Winter von Tech-3-Yamaha gekommenen Briten sichtlich schwer.

Doch mit diesem Schicksal ist Crutchlow beileibe nicht der einzige. Auch seine Ducati-Vorgnger Nicky Hayden, Valentino Rossi und Marco Melandri kamen mit dem italienischen Bike nie an die Performance heran wie sie Casey Stoner zeigte. Der Australier gewann in der Saison 2007 auf der Desmosedici GP7 auf Anhieb den MotoGP-Titel und stand in seinen vier Ducati-Jahren bis Ende 2010 insgesamt 23 Mal ganz oben auf dem Siegerpodest.

Rossi brachte es in seinen zwei Ducati-Jahren (2011 und 2012) auf zwei zweite und einen dritten Platz, Hayden in seinen fnf Jahren im italienischen Werksteam (2009 bis 2013) auf drei dritte Pltze und Melandri in seiner einzigen Ducati-Saison (2008) auf einen siebten Platz als Highlight. Crutchlows bisher beste Platzierung im Sattel der GP14 ist Platz sechs, den er beim Saisonauftakt in Doha an Land zog.

Erstes Ducati-Jahr fr jeden Fahrer schwierig?

"Wenn man in der Geschichte einmal zurckblickt, stellt man fest, dass das erste Jahr auf der Ducati fr jeden Fahrer ein schwieriges war", betont Crutchlow gegenber 'MotoGP.com', vergisst dabei aber Stoners erste Ducati-Saison 2007, die von zehn Siegen und dem WM-Titel gekennzeichnet war.

"Ich glaube, es braucht einfach ein Jahr, um sich an dieses Motorrad zu gewhnen. Ich selbst war noch nie in meiner Karriere so langsam oder so schlecht", hlt Crutchlow fr sich selbst fest und fhrt an, dass eine Anpassung seines Fahrstils an die italienische "Diva" nicht so einfach ist: "Ich fuhr drei Jahre lang so wie Jorge (Lorenzo; Anm. d. Red.), der einer der schnellsten Fahrer in der Weltmeisterschaft ist. Doch damals sa ich eben noch auf einer Yamaha. Inzwischen habe ich meinen Fahrstil gendert, keine Frage, doch es ist nicht so einfach, das, was man drei Jahre lang gemacht hat, ber den Haufen zu werfen."

Keine Reue bei Crutchlow

Teamkollege Andrea Dovizioso, der seine zweite Ducati-Saison fhrt und im Gegensatz zu Crutchlow auch 2015 fr das in Borgo Panigale beheimatete Team antreten wird, hat die Umstellung von der Tech-3-Yamaha auf die Desmosedici besser hinbekommen als Crutchlow. Der Italiener fuhr mit der Desmosedici bei seinen 29 bisherigen Starts 28 Mal in die Top 10, zweimal davon aufs Podest. Nur ein einziges Mal musste sich "Dovi" das Ende eines Rennens aus der Ducati-Box ansehen: In Silverstone 2013 strzte er kurz vor Schluss.

Whrend sich Dovizioso mit seinen Leistungen den Respekt von Ducatis MotoGP-Projektleiter Paolo Ciabatti erarbeitet hat, zieht Crutchlow die Reileine und geht in der kommenden Saison fr LCR-Honda an den Start. Seinen Wechsel zu Ducati bereutet der 28-jhrige Brite dennoch nicht: "Sie haben mich zu 100 Prozent untersttzt und mir hinreichende Mglichkeiten gegeben, an der Spitze mitzufahren. Es war bisher einfach ein schwieriges Jahr, sowohl fr das Team als auch fr mich. Wre ich geblieben, htte ich mit Sicherheit bessere Leistungen gezeigt. Daran muss ich einfach glauben, schlielich bin ich Motorradrennfahrer."

Fotoquelle: Ducati

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