MotoGP in Silverstone: Freitag

MotoGP 2014

— 31.08.2014

Rad an Rad in Silverstone: Marquez bezwingt Lorenzo

Marc Marquez sichert sich durch ein spektakuläres Manöver den Sieg in Silverstone vor Jorge Lorenzo - Valentino Rossi auf dem Podium - Stefan Bradl Siebter

Die Niederlage in Brünn war nur ein kurzes Intermezzo, denn Marc Marquez (Honda) hat in Silverstone zurückgeschlagen und den Grand Prix von Großbritannien in einem engen Duell gegen Jorge Lorenzo (Yamaha) gewonnen. Die beiden Spanier lieferten sich einen spannenden Schlagabtausch. Über weite Strecken des Rennens führte Lorenzo, dicht gefolgt von Marquez. Sieben Runden vor Rennende griff der Weltmeister am Ende der Hangar-Geraden erstmals an, doch einen Umlauf später verbremste sich Marquez an der gleichen Stelle und Lorenzo schlüpfte wieder durch.

Das Duell war eröffnet: Drei Runden vor Rennende setzte Marquez das entscheidende Manöver und drückte sich an Lorenzo vorbei. Dabei berührte er mit seinem Vorderreifen den rechten Arm von Lorenzo. Der Yamaha-Werkspilot musste sein Motorrad in der folgenden Kurve aufstellen, um eine Kollision zu vermeiden, und Marquez war vorbei. Auf den letzten Kilometern konnte Lorenzo keinen weiteren Angriff setzen und das Duell war entschieden. Schon im Vorjahr hatten sich die beiden Spanier in Silverstone einen engen Kampf um den Sieg geliefert. Vor zwölf Monaten gewann Lorenzo, heute war es Marquez.

Der amtierende Weltmeister feierte auf dem Podium seinen elften Saisonsieg. Honda ist in diesem Jahr weiterhin ungeschlagen. "Ich hatte nicht erwartet, dass Jorge heute so stark sein würde", gibt Marquez zu. "Ich hatte den gleichen Rhythmus wie im vierten Training, aber er pushte am Anfang sehr hart. Ich versuchte, auf die Reifen aufzupassen, aber das war schwierig, denn dann hätte er eine Lücke herausgefahren."

Marquez setzt sich im Zweikampf durch

Marquez folgte Lorenzo über zwei Drittel der Renndistanz. Dann schlug er zu: "Im zweiten Rennabschnitt war mein Rhythmus etwas besser und ich überholte ihn. Aber dann machte ich einen Fehler und musste an das vergangene Jahr denken. Ich wollte eine Lücke herausfahren, denn im vergangenen Jahr war es schwierig. Am Ende war es genug, es war ein großartiger Kampf, sehr eng."

Lorenzo gratulierte Marquez zum Sieg. Trotz der Berührung beim Duell gab es keine bösen Worte: "Wenn man bedenkt, wie das Wochenende gelaufen ist, dann war dieses Rennen viel besser, als wir erwartet hatten", zeigt sich Lorenzo von seiner Leistung überrascht. "Ich hatte einen gutes Start und gab 100 Prozent. Ich fuhr sehr gut und bin sehr stolz darauf. Obwohl wir einen guten Job gemacht haben, hatten wir hier nicht das beste Paket. Wir hatten nicht die gleiche Pace wie Marc. Ich hatte auch physische Probleme, das Motorrad auf beiden Rädern zu halten."

Lorenzo gratuliert Marquez zum Sieg

Das gab am Ende den Ausschlag über Sieg und Niederlage. "Ich verlor am Ende sehr viel, als er mich berührte", spricht Lorenzo das Überholmanöver an. "Ich wollte ihn wieder einholen, aber ich war müde, denn ich hatte am Anfang so hart gepusht. Außerdem rutschte das Hinterrad ziemlich, da hatte er vielleicht einen Vorteil. Trotzdem fehlten mir im Ziel nur sieben Zehntel. Am Freitag hatten wir pro Runde noch 1,3 Sekunden verloren, also lief es viel besser als erwartet."

Acht Sekunden hinter den beiden Spanier kämpfte eine Dreiergruppe das gesamte Rennen über um den letzten Podestplatz. Auch Valentino Rossi (Yamaha), Dani Pedrosa (Honda) und Andrea Dovizioso (Ducati) zeigten den 67.500 britischen Fans auf den Tribünen zahlreiche Überholmanöver. Am Ende setzte sich Rossi durch und eroberte den dritten Platz. "Ich freue mich über das Podium, denn es ist mein erstes in Silverstone und diese Strecke ist für mich sehr schwierig", sagt Rossi nach seinem kampfstarken Rennen.

"Ich bin mit der Pace zu Beginn zufrieden, denn Jorge war vorne und pushte hart. Die Rundenzeiten waren sehr schnell und er konnte die ersten Runden vorne bleiben. Leider war vor mir bereits eine kleine Lücke, denn ich war hinter Dovi und belastete den Hinterreifen zu sehr. Ich musste also etwas langsamer fahren und hatte danach bis zum Ende einen harten Kampf mit Dani und Dovi. Ich blieb vorne, denn meine Pace war gut."

Rossi der Rekordstarter in der Königsklasse

"Ein weiteres Podium ist gut, aber jetzt müssen wir versuchen, den nächsten Schritt zu machen." Außerdem ist Rossi nun der Rekordstarter in der Königsklasse MotoGP. Silverstone war sein 246. Start. Damit überholte der Italiener Alex Barros, der in seiner Karriere 245 Rennen in der Königsklasse fuhr. Rossi debütierte im Jahr 2000 in der 500er-Klasse.

Pedrosa musste sich Rossi um 0,175 Sekunden geschlagen geben. Dovizioso fuhr direkt dahinter als Fünfter über die Ziellinie. Der Ducati-Werksfahrer konnte über die komplette Renndistanz das Tempo von Rossi und Pedrosa mitgehen und im Dreikampf mitmischen. Hinter den Werksfahrern war Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) als Sechster der beste Kundenfahrer. Im Mittelfeld lag über weite Strecken des Rennens eine große Gruppe beisammen.

Bradl kommt als Siebter ins Ziel

Stefan Bradl (LCR-Honda) fuhr lange rund um Platz zehn und arbeitete sich in der zweiten Rennhälfte nach vorne. Am Ende konnte er noch Andrea Iannone (Pramac-Ducati) abfangen und Platz sieben erobern. Aleix Espargaro (Forward-Yamaha) kam als Neunter ins Ziel. Der Spanier hatte sich für den weicheren Open-Reifen entschieden. Das verschaffte Aleix Espargaro vor allem in der Anfangsphase einen Vorteil, denn in den ersten Runden lieferte er sich ein enges Duell mit Rossi in der Spitzengruppe. Mit Fortdauer des Rennens fiel Aleix Espargaro aber zurück.

Bester Brite beim Heimspiel war Rookie Scott Redding (Gresini), der mit der Open-Honda Zehnter wurde. Pech hatte sein Landsmann Bradley Smith, der lange in den Top 10 fuhr, bei Rennhalbzeit aber in langsamer Fahrt die Tech-3-Box ansteuerte. Anschließend setzte Smith seine Fahrt mit einer Runde Rückstand fort. Ducati-Werksfahrer Cal Crutchlow spielte vor heimischem Publikum keine Rolle und kam hinter Pramac-Pilot Yonny Hernandez als Zwölfter ins Ziel.

Die weiteren Fahrer in den Punkterängen waren Karel Abraham (Cardion-Honda), Hiroshi Aoyama (Aspar-Honda) und Alex de Angelis (Forward-Yamaha). Der Brite Leon Camier (Aspar-Honda) verpasste als als 16. die WM-Punkte. In der vorletzten Runde schied Alvaro Bautista (Gresini-Honda) durch einen Sturz aus. Mit diesem Ergebnis vergrößerte Marquez seinen WM-Vorsprung auf seinen Teamkollegen Pedrosa auf 89 Punkte. Der nächste Grand Prix findet am 14. September in Misano (Italien) statt.

Fotoquelle: Bridgestone

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