Honda ist laut Experten und Fahrern auf dem Gebiet der Elektronik führend

MotoGP 2014

— 04.09.2014

Suppo: "Elektronik ist nicht der Teufel"

Reizthema Elektronik: HRC-Manager Livio Suppo möchte den Ruf der elektronischen Hilfsmittel aufbessern und erklärt, wie wichtig die Systeme für die Sicherheit sind

Seit der Einführung der Viertakter haben die MotoGP-Ingenieure bei der Entwicklung der Elektronik große Fortschritte erzielt. Dadurch wurde sowohl die Sicherheit als auch die Performance der mittlerweile über 250 PS starken Maschinen verbessert. Besonders die Performance-Verbesserungen sind vielen Fahrern und Fans ein Dorn im Auge. Durch Traktionskontrolle, Anti-Wheelie und Co. wird den Piloten viel Arbeit abgenommen.

"Ich bin kein Techniker, aber es stimmt, dass in dieser Welt oft sehr leidenschaftlich über das Thema Elektronik gesprochen wird. Die Elektronik wird immer verteufelt", bemerkt HRC-Manager Livio Suppo im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Der Italiener stellt eine interessante Frage: "Doch warum hat Marquez so viele Rennen gewonnen, obwohl er die gleiche Elektronik hat wie die anderen Fahrer? Wenn es durch die Elektronik alles so einfach ist für die jungen Piloten, dann bitte ich die Leute, die das behaupten, es nachzumachen."

"Wir sollten das Image der Elektronik etwas ins rechte Licht rücken. Sie ist nicht der Teufel. Die Elektronik steigert die Sicherheit der Fahrer", erklärt Suppo, der sich freut, dass die Anzahl der Highsider in den vergangenen Jahren rückläufig war: "Glücklicherweise sehen wir ziemlich wenig Highsider. Diese sind meist auf kalte Reifen zurückzuführen. Es gibt so gut wie keine Highsider mehr in den Beschleunigungszonen, wodurch die schlimmen Verletzungen reduziert werden konnten. Das ist sehr wichtig."

Seit der laufenden Saison müssen alle Hersteller mit einem einheitlichen Steuergerät von Magneti Marelli antreten. Die Software ist für die Factory-Starter frei. Ab 2016 wird sich das ändern. Dann verwenden alle Teams auch eine einheitliche Software. Es ist zu erwarten, dass Honda dadurch den bestehenden Performance-Vorsprung einbüßt.

"Momentan könnte ein Hersteller einen gewissen Vorteil gegenüber den anderen Herstellern haben. Um diese Lücke zu schließen, wird viel Geld benötigt. Zudem weiß man nicht, wie lange man braucht, um den Rückstand aufzuholen. Wenn wir diese Lücke in der Zukunft eliminieren und allen die gleiche Elektronik bereitstellen, dann ist es aus Sicht der Veranstalter besser", rechtfertig Suppo die bevorstehende Regeländerung.

Honda weigerte sich lange gegen eine einheitliche Software. Die Japaner wollten weiterhin ein Spielfeld haben, um ihre Technologien zu erproben. Durch den Kompromiss im neuen Reglement, ist das weiterhin möglich. Auch wenn alle Teams eine einheitliche Software verwenden, kann diese jederzeit verbessert werden, solange die neuen Technologien allen Teams zur Verfügung gestellt werden.

Wie wichtig die MotoGP für die Serienproduktion ist, bekam Suppo bei Ducati mit: "Ich arbeitete elf Jahre bei Ducati. Sie gehörten damals zu den ersten, die eine Serienmaschine mit einer Traktionskontrolle ausrüsteten", erinnert er sich. "Ohne die MotoGP wäre das unmöglich gewesen. Das ist ziemlich sicher. Bei Honda ist es schwieriger, weil es ein viel größeres Unternehmen ist. Doch bei Ducati war die Traktionskontrolle in der Straßenmaschine eine direkte Verbindung zur MotoGP."

Fotoquelle: Repsol

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