Die Crew von Bradley Smith kann binnen zwei Stunden den Rahmen wechseln

MotoGP 2014

— 07.09.2014

Der Arbeitsalltag eines MotoGP-Mechanikers

Mechaniker Steve Blackburn spricht über seine Aufgaben und erklärt, warum ein kompletter Neuaufbau eines Motorrads für die Crew kein Problem darstellt

Ein modernes MotoGP-Bike besteht aus etwa 1.500 Bauteilen. Tech-3-Mechaniker Steve Blackburn benötigt keine Anleitung, um an der Yamaha M1 von Bradley Smith ein Teil auszuwechseln oder eine Einstellung vorzunehmen. Blackburn ist seit vielen Jahren Mechaniker in der Königsklasse und sehr gut mit der Yamaha vertraut. In der laufenden Saison musste der Tech-3-Mitarbeiter einige Teile wechseln. Smith war bisher der Sturzkönig der MotoGP.

"Ein Rennmotorrad ist anders als eine Serienmaschine. Wir können alles sehr schnell ersetzen, wenn es zu einem Sturz wie in Deutschland in Kurve zehn kommt. Für einen kompletten Neuaufbau benötigen wir weniger als zwei Stunden, um Chassis, Schwinge oder Motor zu wechseln", erklärt Blackburn. "Diese Motorräder sind dafür gemacht, um in kürzester Zeit Teile auszutauschen oder einzustellen."

"Wenn man einen Sturz im TV sieht, dann ist das eine große Hilfe. Wir können gut abschätzen, was kaputt gegangen ist, wenn wir den Einschlag sehen", erklärt er auf der offiziellen Seite der MotoGP. "Um die Fahrhöhe zu ändern, müssen wir während der Session noch nicht einmal die Verkleidung abbauen. Das Federbein bauen wir in zwei Minuten aus", bemerkt der Tech-3-Mechaniker. "Jedes Teil, das wir abbauen, säubern wir hinter der Box. Dann erkennt man, ob es Anzeichen gibt, die darauf hindeuten, dass etwas kaputt geht."

Die Lebenszyklen der Teile sind begrenzt. "Es gibt keine klassische Checkliste. Es kümmert sich ein Mechaniker um die Laufleistungen aller Teile. Er gibt uns Bescheid und bringt uns die Teile, die wir wechseln müssen. Irgendwann entwickelt man dafür eine Routine und weiß, was zu wechseln ist und was nicht", berichtet Blackburn.

"Wenn das Motorrad nach der Session in der Box steht, bauen wir die Sitzeinheit, die Verkleidung und den Tank ab. Wir überprüfen alles und untersuchen, ob irgendwo etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Wir schauen uns das Motorrad permanent an suchen Dinge, die kaputtgehen könnten. Wenn etwas kaputtgeht, ist es für uns zu spät", betont der langjährige MotoGP-Mechaniker.

Während einer Session ist Blackburn auf die Kommandos von Smith' Crewchief angewiesen, der Änderungen am Motorrad delegiert. "Wir tragen Kopfhörer, damit uns der Crewchief sagen kann, was wir während der Session ändern müssen. Gleichzeitig halten wir die Augen offen und checken zum Beispiel die Spannung der Kette oder Dinge, die nicht so sind, wie sie sein sollten", so Blackburn.

Fotoquelle: Tech 3

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