Werkspilot Cal Crutchlow konnte bei Ducati bisher nur bedingt überzeugen

MotoGP 2014

— 07.10.2014

Crutchlow: Was wäre 2015 bei Ducati drin gewesen?

Bisher tat sich Cal Crutchlow mit der Desmosedici schwer, doch der Brite ist überzeugt, dass er 2015 deutlich konkurrenzfähiger gewesen wäre

Im Winter wechselte Cal Crutchlow nach drei Jahren bei Tech-3-Yamaha zu Ducati, wo er den lang ersehnten Werksfahrer-Status erhielt. Doch die Ehe zwischen Ducati und Crutchlow scheiterte. Kurz nach der World Ducati Week in Misano verkündete der Brite überraschend, von seiner Option für 2015 keinen Gebrauch zu machen und unterschrieb bei LCR-Honda. Nach nur einem Jahr gehen Ducati und Crutchlow getrennte Wege.

Mit Ausnahme des Regenrennens in Aragon konnte sich Crutchlow mit der Ducati nie in Szene setzen. Meist war der ehemalige Supersport-Weltmeister deutlich langsamer als Andrea Dovizioso und Andrea Iannone. "Die Ducati unterscheidet sich stark von dem, was ich gewöhnt bin. So einfach kann man das zusammenfassen", sucht Crutchlow im Gespräch mit 'MotoMatters' nach den Gründen für das Scheitern.

Sich selbst gibt Crutchlow nur bedingt die Schuld: "Ich denke, dass ich meinen Stil perfekt angepasst habe. Zu Beginn der Saison, als ich die ersten Male mit dem Motorrad fuhr, bemerkte ich, dass ich meinen Stil nicht ändern werde, weil ich drei Jahre lang lernte, so wie Lorenzo zu fahren und es nie ganz hinbekommen habe. Doch ich war nah dran und war deutlich besser als zu Beginn. Daniele (Romagnoli; Anm. d. Red.), mein Crewchief, meinte, dass ich so fahren soll. Ich passte meinen Fahrstil an und wir hatten gute Ergebnisse mit der Maschine."

"Als ich zu Ducati kam, versuchte ich, mit dem Motorrad hohe Kurvengeschwindigkeiten zu fahren. Doch das gelang mir nicht", berichtet Crutchlow, der seinen Fahrstil an die Desmosedici anpasste. "Ich musste meinen Stil beim Bremsen ändern und deutlich später bremsen. Die Ducati ist auf der Bremse sehr stark, besser als jedes andere Motorrad, das ich bisher fuhr."

"Mit der Ducati muss man später, härter und länger bremsen. Man muss richtig in die Kurve hineinbremsen. Es ist ganz anders als das, was ich vorher kannte. Ich passte bei jeder Gelegenheit meinen Stil an", erklärt der ehemalige Yamaha-Pilot, der zugibt, Anpassungsschwierigkeiten zu haben: "Jedes Mal, wenn wir zu einer Strecke kommen, habe ich nur im Kopf, wie ich mit einem anderen Motorrad fahren würde."

"Ich bin überzeugt, dass es Andrea im vergangenen Jahr genauso ging", bemerkt Crutchlow kritisch. Dovizioso wechselte im Winter 2012/2013 nach einer Saison bei Tech 3 zu Ducati. Bis 2011 fuhr der Italiener für Honda. "Er fuhr in zwei Jahren zwei verschiedene Motorräder und stieg in der dritten Saison auf ein drittes Motorrad. Er versuchte, das Motorrad so zu fahren, wie ich es momentan fahre. Er war genauso weit weg und war genauso langsam, wie es bei mir momentan der Fall ist. Dann begann er beim ersten Test des Jahres, das Motorrad zu verstehen."

Offen ist, wozu Crutchlow in der kommenden Saison in der Lage gewesen wäre. Hätte der Brite einen ähnlichen Sprung gemacht wie Dovizioso in diesem Jahr? "Wenn ich ein weiteres Jahr geblieben wäre, hätte im kommenden Jahr das gleiche bei mir eintreffen können und ich wäre viel konkurrenzfähiger gewesen. Dieser Gedanke gefällt mir", so der zukünftige Honda-Pilot.

Fotoquelle: Ducati

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