MotoGP in Motegi: Freitag

MotoGP 2014

— 12.10.2014

Lorenzo gewinnt in Motegi, aber Marquez ist Weltmeister

Marc Marquez erobert beim Honda-Heimspiel in Motegi den wichtigen zweiten Platz und ist damit zum zweiten Mal MotoGP-Weltmeister - Jorge Lorenzo holt den Sieg

Marc Marquez hat seinen ersten Matchball genutzt und beim wichtigen Honda-Heimrennen in Motegi (Japan) seinen zweiten WM-Titel in der Knigsklasse klargemacht. Dem Spanier reichte dabei der zweite Platz, um beim viertletzten Saisonrennen schon vorzeitig die Titelverteidigung zu entscheiden. Den Sieg holte sich Yamaha-Werksfahrer Jorge Lorenzo, seinen zweiten in Folge. Valentino Rossi (Yamaha) htte die Titelentscheidung noch vertagen knnen, doch der Superstar musste sich Marquez beugen und wurde Dritter. Der Deutsche Stefan Bradl (LCR-Honda) kam als Siebter ins Ziel.

"Ich bin erst zwei Jahre in der MotoGP und habe bereits zwei Titel gewonnen", sagt der alte und neue Weltmeister. "Das ist unglaublich, das htte ich mir niemals vorstellen knnen. Vielleicht sieht es fr die Leute einfach aus, weil ich immer lache und gut gelaunt bin. Trotzdem spre ich den Druck immer, ganz besonders nach Misano und Aragon, wo ich zwei groe Fehler gemacht habe. Ich wei, dass das Rennen hier fr Honda besonders wichtig war, also habe ich mich konzentriert und nur auf das Rennen fokussiert und nicht an den Titel gedacht. Ich bin wirklich glcklich. Es ist wie ein Traum."

Der Grand Prix ber 24 Runden erzhlte zwei Geschichten: Auf der einen Seite fuhr Lorenzo zu einem souvernen Sieg, und auf der anderen Seite eroberte Marquez den entscheidenden zweiten Platz. Beim Start bernahm zunchst Rossi vor Andrea Dovizioso (Ducati) und Lorenzo die Fhrung. Marquez verlor in der ersten Kurve einige Positionen. Das Bild nach der ersten Runde: Yamaha (Rossi/Lorenzo), Ducati (Dovizioso/Iannone) und Honda (Marquez/Pedrosa). Marquez arbeitete sich in den ersten Runden an Andrea Iannone (Pramac-Ducati) vorbei und schaffte den Anschluss an die Top 3.

Rossi fhrte die ersten Runden an, bis sich Lorenzo in Umlauf fnf in Kurve elf an seinem Teamkollegen vorbei drckte. Lorenzo konnte sich anschlieend Runde fr Runde von Rossi absetzten und hatte nach neun Runden knapp eine Sekunde Vorsprung. Dahinter schnappte sich Marquez den dritten Platz von Dovizioso. Der Spanier wurde strker und bte in der Folge Druck auf Rossi aus. Beim Duell um Platz zwei ging es fr Marquez um den WM-Titel.

Zehn Runden vor dem Ende machte Marquez sein Manver, doch Rossi konterte in Kurve zehn und holte sich den zweiten Platz zurck. Jubel brandete unter den 42.800 Fans auf den Tribnen auf. Eine Runde spter zog Marquez das berholmanver erfolgreich durch und lag damit auf dem wichtigen zweiten Platz. Lorenzo fhrte zu diesem Zeitpunkt acht Runden vor dem Ende 2,3 Sekunden vor Marquez. Der Honda-Pilot startete aber keinen Angriff und die Pltze waren bezogen.

Lorenzo fuhr dem Sieg entgegen, doch Marquez war mit dem zweiten Platz sicher Weltmeister. Er ist damit der jngste Fahrer mit zwei WM-Titeln in Folge in der Knigsklasse. Den alten Rekord hatte bis heute "Mike The Bike" Hailwood gehalten. "Das Rennen zhlt heute nicht so sehr. Ich fuhr nicht so wie immer und ich wei nicht warum", merkt Marquez dennoch kritisch an.

"Es war schwieriger, auf der Bremse zu berholen", so Marquez weiter. "Auerdem wollte ich nicht wieder einen Fehler machen, denn in den vergangenen beiden Rennen machte ich zwei groe Fehler. Jetzt bin ich einfach glcklich ber den Titel, denn es ist Hondas Heimstrecke. Es ist unglaublich, vielen Dank an das Team, meine Familie und Honda, dass sie mir das beste Material gegeben haben."

Lorenzo hat seit der Sommerpause wieder zu seiner Form gefunden. Nach vier zweiten Pltzen feierte der zweifache MotoGP-Weltmeister nun seinen zweiten Sieg in Folge. "Ich bin wirklich glcklich ber diesen zweiten Sieg in Serie", freut sich der Spanier. "In Aragon hatten wir ehrlich gesagt keinen Sieg erwartet, aber die Bedingungen haben uns geholfen. Hier hatten wir eine gute Pace und ich fhlte mich auf dem Motorrad gut. Vielen Dank an Yamaha, das Motorrad ist jetzt sehr kompetitiv."

"Trotzdem htte ich nicht erwartet, so weit davon ziehen zu knnen. 2,7 Sekunden sind eine Menge. In den letzten Runden waren Valentino und Marc wirklich schnell. Sie haben gepusht und ich war ein oder zwei Zehntel langsamer. Letztendlich war es aber genug, um das Rennen zu gewinnen. Marc war in dieser Saison der Beste, er hat die Weltmeisterschaft verdient."

Rossi konnte am Ende keinen Angriff gegen Marquez setzten und kletterte als Dritter auf das Podest. "Ich hatte die Chance, die Party noch etwas am Leben zu erhalten", lchelt der siebenfache MotoGP-Weltmeister. "Ich gab alles, denn ich wollte Marc schlagen und die Weltmeisterschaft noch ein weiteres Rennen offen halten. Mein Pace war gut, aber Marc hatte noch etwas mehr zu bieten. Es war also unmglich."

Somit blieb Rossi der dritte Platz: "Trotzdem bin ich zufrieden, denn ich denke, dass es das Rennen auf dem hchsten Level in der gesamten Saison war. Es war sehr konstant und die Pace war groartig. An diesem Wochenende waren Jorge und Marc einfach schneller. Glckwunsch an Marc zur Weltmeisterschaft."

Pedrosa fuhr schlielich als Vierter ins Ziel. Der Spanier brauchte lange, um an den Ducatis von Iannone und Dovizioso vorbeizukommen. In den letzten Runden schloss Pedrosa noch auf Rossi auf, doch er kam nicht vorbei. Mit diesem Ergebnis ist der Dreikampf um WM-Platz zwei vllig offen. Rossi und Pedrosa sind punktgleich Zweiter, Lorenzo hat nur noch drei Zhler Rckstand.

Ducati-Pilot Dovizioso mischte in der Anfangsphase ganz vorne mit, aber ber die Renndistanz reichte das Tempo nicht, um beim Kampf um die Podestpltze eine Rolle zu spielen. Schlielich kam der Italiener als Fnfter ins Ziel. Rang sechs verteidigte Iannone gegen Bradl, der nicht an der Pramac-Ducati vorbeikam.

Stattdessen musste sich Bradl in den letzten Runden noch erfolgreich gegen Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) verteidigen. Dessen Teamkollege Bradley Smith wurde dahinter Neunter. Anschlieend folgten ab Platz zehn Alvaro Bautista (Gresini-Honda), Aleix Espargaro (Forward-Yamaha), Yamaha-Testfahrer Katsuyuki Nakasuga, Hiroshi Aoyama (Aspar-Honda) und Ex-Weltmeister Nicky Hayden (Aspar-Honda). Hector Barbera (Avintia-Ducati) sammelte als 15. den letzten WM-Punkt.

Insgesamt kamen 20 Fahrer ins Ziel. Vier Piloten schieden vorzeitig durch Sturz aus. Darunter war auch Ducati-Werksfahrer Cal Crutchlow, den es schon in der Anfangsphase erwischte. Der nchste Grand Prix findet bereits am kommenden Wochenende in Australien (Phillip Island) statt.

Fotoquelle: Repsol

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