MotoGP auf Phillip Island: Pre-Events

MotoGP 2014

— 19.10.2014

Rossi triumphiert in Australien, Marquez stürzt

Verrücktes Rennen auf Phillip Island: Valentino Rossi gewinnt vor Jorge Lorenzo und Bradley Smith - Marc Marquez stürzt in Führung liegend - Viele Stürze und Unfälle

Yamaha-Dreifachsieg in Australien: Valentino Rossi gewinnt einen turbulenten Grand Prix auf Phillip Island. Zunächst sah alles nach einem Erfolg von Marc Marquez (Honda) aus, denn der Weltmeister hatte bereits vier Sekunden Vorsprung und führte das Rennen souverän an. Dann stürzte der Spanier zehn Runden vor Schluss in Kurve zehn und war draußen. Rossi hatte sich mittlerweile im Yamaha-Stallduell gegen Jorge Lorenzo durchgesetzt und kontrollierte das Rennen in den letzten zehn Runden souverän.

Hinter Rossi, der seinen 250. Grand Prix in der Königsklasse fuhr, spielten sich viele Dramen ab. Cal Crutchlow war auf dem sicheren Weg zum zweiten Platz, bis der Brite noch in der vorletzten Runde von seiner Ducati stürzte. Dadurch erbte Lorenzo Rang zwei, obwohl er schon von Crutchlow geschlagen war. Profiteur war auch Bradley Smith (Tech-3-Yamaha), der zum ersten Mal in seiner Karriere als Dritter auf das Podest kletterte.

Abgesehen von Marquez und Crutchlow kam es im Laufe der 27 Runden noch zu weiteren Un- und Zwischenfällen. So war beispielsweise Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) auf der Jagd nach Lorenzo und hatte große Chancen auf seinen ersten Podestplatz, bis der Spanier drei Runden vor dem Ende in der Honda-Haarnadel zu Boden ging. Auch sein Bruder Aleix Espargaro (Forward-Yamaha) sah das Ziel nicht.

Acht Runden vor dem Ende verbremste sich Stefan Bradl (LCR-Honda) in Kurve vier und krachte Aleix Espargaro ins Heck. Bradl stürzte und war ausgeschieden, während Aleix Espargaro seine Yamaha kurz darauf abstellen musste. Bei einem ähnlichen Zwischenfall wurde Dani Pedrosa aus dem Rennen gerissen. Dem Honda-Piloten knallte Andrea Iannone (Pramac-Ducati) bereits in Runde sechs ins Heck. Iannone war durch den Sturz ausgeschieden. Pedrosa stellte seine Honda kurz darauf an der Box ab.

Somit war die Titelentscheidung in der Hersteller- und Teamwertung vertagt. Beim Dreikampf um WM-Platz zwei hat nun Rossi die besten Karten. Sein Vorsprung auf Lorenzo beträgt acht Punkte. Pedrosa hat durch den Ausfall 25 Zähler Rückstand. Nach dem großen Triumph in Misano feierte Rossi nun seinen zweiten Saisonsieg. Schon zwischen 2001 und 2005 war Rossi auf Phillip Island ungeschlagen. Heute gewann der Superstar zehn Jahre später sein 250. Rennen in der Königsklasse.

"Es ist fantastisch", jubelt der Superstar nach seinem Sieg. "Ich musste leider von etwas weiter hinten starten, aber ich wusste, dass ich eine gute Pace habe. In der zweiten Kurve konnte ich Marc und Jorge zwar vor mir sehen, war aber immer noch nur Sechster. Da wusste ich, dass es schwierig werden würde", berichtet Rossi das Rennen aus seiner Sicht. "Anschließend war ich aber schnell und kam bis auf Platz drei nach vorne."

"Es war ein toller Kampf zwischen mir und Jorge, denn wir haben uns oft überholt. Heute war ich allerdings etwas schneller, also konnte ich vor ihm bleiben. Marc war gar nicht so weit weg, aber es waren bestimmt schon zwei Sekunden, also konzentrierte ich mich im Hinblick auf die WM auf den zweiten Platz. Nachdem Marc gestürzt war, war es dann fantastisch. Hier auf dieser wunderbaren Strecke zehn Jahre nach meinem letzten Sieg wieder ganz oben zu stehen, ist eine großartige Leistung."

Lorenzo wurde mit Fortdauer des Rennens immer langsamer. Erst durch die Stürze von Crutchlow und Pol Espargaro war sein Podestplatz in trockenen Tüchern. "Das war vielleicht der glücklichste zweite Platz meines Lebens, denn viele Fahrer, die vor mir gelandet wären, sind gestürzt", ist sich Lorenzo dieser Tatsachen bewusst. "Das Setup war am gesamten Wochenende gut, aber ausgerechnet im Rennen erwischten wir dann den falschen Reifen."

"Dann ist es natürlich unmöglich, um eine gute Platzierung zu kämpfen. Mit einem normalen Reifen hätte ich mit Marc um den Sieg kämpfen können, aber so war es unmöglich. Valentino ist das in Austin passiert, jetzt hatte ich hier genau das gleiche Problem. Jetzt muss ich versuchen, in Malaysia wieder besser zu sein." Dennoch verbesserte sich Lorenzo auf WM-Platz drei und hat noch alle Chancen, Vizeweltmeister zu werden.

Zum ersten Mal kletterte Smith in der MotoGP auf das Podest. Schon beim Start attackierte der Brite in der ersten Kurve Lorenzo und kämpfte dann in einer großen Verfolgergruppe. "Es ist ein verrücktes Ergebnis", sagt Smith nach der Siegerehrung. "Zu einem Zeitpunkt fiel ich im Rennen weit zurück. Ich hatte einen guten Start und fühlte mich auch gut, aber ich machte zu Beginn mehrere große Fehler. Vielleicht war ich etwas zu aufgeregt."

"Anschließend wurde ich ruhiger, aber dann wäre ich beinahe in den Unfall von Stefan und Aleix verwickelt worden, das war wirklich knapp. Mein Teamkollege und Cal stürzten an der gleichen Stelle jeweils direkt vor mir", spricht Smith die Gefahrenstelle in Kurve vier an. "Ich kam also ins Ziel und hatte keine Ahnung, dass ich Dritter geworden war. In der ersten Kurve sah ich dann, dass sonst nur Valentino und Jorge da waren. Ich guckte auf den großen Monitor und sah dort, dass ich Dritter war. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Vielen Dank an mein Team, dass sie immer an mich geglaubt haben."

Die Reifenwahl fiel bei diesem Rennen unterschiedlich aus, denn Rossi, Lorenzo und Smith wählten den Vorderreifen der Mischung extra-soft. Das Honda-Duo Marquez und Pedrosa hatte sich für den neuen asymmetrischen Vorderreifen entschieden. Mit Ausnahme von Aleix Espargaro, Broc Parkes (PBM) und Iannone hatten alle gestürzten Fahrer den neuen asymmetrischen Vorderreifen gewählt.

Insgesamt schafften es 14 Fahrer ins Ziel. Somit sammelten auch Yonny Hernandez (Pramac-Ducati), Danilo Petrucci (Ioda), Michael Laverty (PBM) und Mike di Meglio (Avintia-Kawasaki) WM-Punkte. Neun zum Teil namhafte Fahrer schieden allesamt durch Stürze aus. Der nächste Grand Prix findet bereits am kommenden Wochenende in Malaysia (Sepang) statt.

Fotoquelle: Yamaha Motor Racing Srl

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