Momentan fahren Valentino Rossi und Jorge Lorenzo auf einem Level

MotoGP 2014

— 29.10.2014

Yamaha: Wer ist der Nummer-eins-Fahrer?

Offensichtlich gibt es im Yamaha-Werksteam momentan keine klare Rangordnung: Ist diese Strategie ein fataler Fehler oder eine große Chance?

Im Gegensatz zur vergangenen Saison sind die Kräfteverhältnisse im Yamaha-Werksteam ausgeglichen. Jorge Lorenzo, der in der vergangenen Saison acht Rennen gewann, erlebte einen katastrophalen Start in die Saison. Teamkollege Valentino Rossi war zu Beginn deutlich stärker, konnte die Dominanz von Marc Marquez aber dennoch nicht verhindern. Die Yamaha M1 war der Honda RC213V zu Saisonbeginn unterlegen. Später konnte Yamaha den Rückstand aufholen. Momentan sind die beiden Motorräder fast auf einem Level.

Rossi war in dieser Saison derjenige, der den ersten Sieg für Yamaha erzielen konnte. Ausgerechnet beim Heimrennen in Misano gelang es dem Italiener, die Siegesserie von Honda zu beenden. Teamkollege Lorenzo gewann die Rennen in Aragon und Motegi, doch Rossi zog mit dem Sieg auf Phillip Island wieder gleich, was die Anzahl der Siege angeht. In der Fahrerwertung liegt der "Doktor" vor dem Saisonfinale in Valencia zwölf Zähler vor Lorenzo und hat damit gute Chancen, die Saison als Vizeweltmeister zu beenden.

Fakt ist, Yamaha hat momentan keinen klaren Nummer-eins-Fahrer. "Das ist gut", bemerkt Rossi, der sich noch gut an die Zeiten erinnern kann, in denen er die Rolle des Teamleaders inne hatte und bevorzugt wurde. Als Lorenzo zum Team stieß, änderte sich das. Rossi wechselte verärgert zu Ducati. "Vermutlich war es ein Fehler, Yamaha nach der Saison 2010 zu verlassen. Damals wollte ich der Nummer-eins-Fahrer sein. Doch als Jorge zum Team stieß, wurde er genauso behandelt wie ich. Das mochte ich nicht, weiß aber, dass ich damals falsch reagierte", stellt Rossi klar.

Als Rossi im Winter 2012/2013 zu Yamaha zurückkehrte, profitierte er von der nicht besonders stark ausgeprägten Hierarchie im Yamaha-Werksteam und wurde nicht schlechter behandelt als Lorenzo. "Dieses Mal ist es ein Vorteil für mich", bestätigt der Publikumsliebling. "Jorge blieb Yamaha treu und wurde Weltmeister. Als ich zurückkehrte, erhielt ich die gleiche Behandlung wie er. Yamaha findet es gut, wenn wir gegeneinander kämpfen. Sie versuchen, uns beide einhundertprozentig zu unterstützen."

Seit 2008 geht Lorenzo für Yamaha an den Start. "Yamaha hat mich seit meiner Ankunft immer sehr gut behandelt", berichtet der Weltmeister von 2010 und 2012. "Bereits in der Saison 2008 erhielt ich die volle Unterstützung, auf und neben der Strecke. Mir fehlte es an nichts. Doch in meiner Debütsaison musste ich im Gegensatz zu Valentino mit den Michelin-Reifen fahren. Das war ein Unterschied", erinnert sich der Spanier.

"Seit Brünn 2009 genoss ich die absolut gleiche Behandlung wie Valentino. Vorher gab es minimale Unterschiede, doch zu 99 Prozent wurden wir gleich behandelt. Seit Brünn 2009 war es absolut identisch", schildert Lorenzo, der von der Yamaha-Philosophie überzeugt ist: "Yamaha interessiert sich nicht nur für die Feedbacks der beiden Werksfahrer sondern auch für die Aussagen der Tech-3-Piloten, damit das Motorrad in der Zukunft weiter verbessert werden kann. Ich denke nicht, dass mehr Wert auf die Meinung eines einzelnen Fahrers gelegt wird."

Fotoquelle: Yamaha Motor Racing Srl

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