Randy de Puniet hat die neue Suzuki GSX-RR auf verschiedenen Strecken getestet

MotoGP 2014

— 02.11.2014

Neue Suzuki: Schwächen bei Elektronik und Kraftentfaltung

Randy de Puniet wird in Valencia die neue Suzuki mit einer Wildcard debütieren: Die großen Schwachpunkte der GSX-RR sind die Elektronik und die Kraftentfaltung

Randy de Puniet wird beim Saisonfinale in Valencia mit der neuen Suzuki GSX-RR einen Wildcard-Start absolvieren. Anschließend werden Aleix Espargaro und Maverick Vinales bei den Testtagen zum ersten Mal auf ihr neues Arbeitsgerät steigen. Der Wildcard-Auftritt wird erstmals zeigen, wie konkurrenzfähig der neue Prototyp ist. Als Suzuki im Laufe dieses Jahres bei offiziellen Testfahrten mit den anderen MotoGP-Teams teilgenommen hat, glänzte das Motorrad nicht mit konkurrenzfähigen Zeiten.

Der Franzose de Puniet ist nun seit zwei Jahren Testfahrer des MotoGP-Projektes. Allerdings wird er im kommenden Jahr nicht in die Königsklasse zurückkehren, sondern in der Superbike-WM für Crescent-Suzuki an den Start gehen. Neben Nobuatsu Aoki hat vor allem de Puniet die wichtigsten Testfahrten absolviert. Wie ist sein Eindruck von der neuen GSX-RR? "Die technischen Mitarbeiter sind sehr gut, sehr professionell. Sie arbeiten hart und man kann sehen, dass Suzuki voll hinter dem Projekt steht", lobt de Puniet bei 'Crash.net' das Projekt. "Sie haben eine sehr gute Crew zusammengestellt."

Suzuki konnte in der MotoGP-Ära nur ein Regenrennen gewinnen. Der letzte WM-Titel stammt noch aus der 500er-Ära mit Kenny Roberts jun. im Jahr 2000. Suzuki genießt beim Comeback die gleichen Open-Vorteile wie Ducati. Es können also mehr Motoren eingesetzt werden und die Triebwerke entwickelt werden. Dazu kommen mehr Tankinhalt für die Renndistanz und der weichere Hinterreifen.

Vor allem die Möglichkeit, das Triebwerk weiterzuentwickeln könnte für die Fortschritte entscheidend werden. "Das Motorrad selbst ist sehr kompakt", erläutert de Puniet. "Der Speed ist gut, die Bremsstabilität ist auch gut. Es muss aber noch mehr an der Elektronik gearbeitet werden. Seit wir mit Magneti Marelli arbeiten, ist die Arbeit noch nicht beendet. Das Motorrad ist noch nicht bei seinem vollen Potenzial angelangt."

"Im nächsten Jahr haben sie aber zwei Fahrer und manchmal auch mich. Dadurch wird die Entwicklung beschleunigt." Es gibt aber noch einen weiteren Schwachpunkt. Suzuki setzt auf einen Reihenmotor mit vier Zylinder, vier Ventilen und Direkteinspritzung. "Die Schwäche ist im Moment noch die Kraftentfaltung und die Traktionskontrolle", so de Puniet. "Das muss zuerst gelöst werden. Wenn man in der MotoGP keine gute Traktionskontrolle hat, ist man nirgendwo."

De Puniet rät Suzuki zu zusätzlichem Kundenteam

Nach knapp zwei Testjahren stellt sich Suzuki nun der Konkurrenz von Honda, Yamaha und Ducati. Die ersten Rennen werden weiterhin Testfahrten unter Wettbewerbsbedingungen sein. Mit Blick auf die Konkurrenz glaubt de Puniet deshalb, dass sich Suzuki breiter aufstellen muss. "Ich denke, sie brauchen zwei Satellitenbikes in einem anderen Team, um so viele Daten wie möglich zu sammeln. Von dieser Seite kommt auch die Entwicklung, aber es ist eine Frage des Geldes."

Honda und Yamaha pflegen seit vielen Jahren enge Partnerschaften mit Kundenteams. In jüngerer Vergangenheit wurde bei Ducati auch die Pramac-Mannschaft enger an das Werk gebunden. Im nächsten Jahr startet Suzuki mit zwei Motorrädern. Ob sich die Japaner in Zukunft auch mit einem Kundenteam verbinden, ist offen.

Für de Puniet ist das aber einer der Schlüssel auf dem Weg an die Spitze. "Die Satellitenmotorräder geben Honda, Yamaha und Ducati einen Vorteil", ist der Franzose bei 'Crash.net' überzeugt. "Wenn Suzuki nicht aufpasst, könnte es ihnen so wie Kawasaki gehen. Sie hatten nur ein richtiges Bike, aber damit kann man nicht ausreichend entwickeln." Während Suzuki und Aprilia im kommenden Jahr in die MotoGP zurückkehren und KTM einen Einstieg plant, liegt bei Kawasaki der Fokus auch weiterhin auf der Superbike-WM.

Fotoquelle: www.suzuki-racing.com

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