MotoGP in Valencia: Pre-Events

MotoGP 2014

— 07.11.2014

Suzuki-Debüt zeigt die Schwächen der GSX-RR auf

Suzuki kämpft beim Comeback in Valencia mit Kinderkrankheiten: Eklatante Nachteile beim Top-Speed - Der Rückstand beträgt mehr als eine Sekunde

Suzuki tritt zum ersten Mal seit Ende 2011 offiziell an einem Grand-Prix-Wochenende an. Mit Spannung wurde der Wildcard-Einsatz von Randy de Puniet in Valencia erwartet. Der erste Trainingstag war auch gleich eine ungefähre Standortbestimmung der neuen GSX-RR. Im ersten Freien Training drehte der Franzose 19 Runden und belegte mit 2,049 Sekunden Rückstand Rang 16. Am Nachmittag legte de Puniet zu und verkürzte den Rückstand auf 1,345 Sekunden. Da die Zeiten aber generell eng beisammen lagen, bedeutete das Platz 18.

Am Ende des zweiten Freien Trainings musste de Puniet die Suzuki am Streckenrand abstellen. Er war in dichte Rauchwolken gehüllt. Ein klares Zeichen für ein Motorproblem. Genaue Details wollte Suzuki nicht verraten. Obwohl das Team weiß, dass es noch ein weiter Weg an die Spitze ist, war der erste Meilenstein geschafft. "Ich freue mich sehr, dass ich zurück auf der Rennstrecke bin", lächelt de Puniet nach seinem Comeback.

Sein Fazit fällt positiv aus, denn er wusste, was er erwarten konnte. "Es war heute nicht schlecht, denn es fehlten 1,3 Sekunden auf die Bestzeit. Wenn man bedenkt, dass ich ein Jahr lang kein Rennen gefahren bin und es ein neues Motorrad ist, dann war das nicht schlecht. Ohne das technische Problem am Ende hätte ich den Rückstand auf unter eine Sekunde drücken können."

Schwachpunkt Top-Speed

Allerdings wurden am Freitag auch die Schwachstellen der Suzuki deutlich. De Puniet kam im zweiten Training nur auf eine Höchstgeschwindigkeit von 312,5 km/h. Damit war er so schnell - oder langsam - wie die Open-Honda und die ART von Paul Bird Motorsport. Zum Vergleich: Andrea Iannone brauste die Zielgerade mit der Ducati mit 331,1 km/h entlang.

Die größte Baustelle ist demnach die Höchstgeschwindigkeit. Das zeichnete sich aber bereits bei den Testfahrten ab. "Wir müssen die Traktionskontrolle verbessern", nennt de Puniet einen wichtigen Aspekt für die Beschleunigung. "Das war in diesem Jahr das Hauptproblem. Vielleicht ist es einfacher, daran im Laufe eines Rennwochenendes zu arbeiten. Wir müssen nun weiterarbeiten und ich hoffe, wir können das technische Problem lösen. Wir müssen es Schritt für Schritt angehen."

Auch der Konkurrenz ist dieser Umstand aufgefallen: "Ich habe gesehen, dass die Rundenzeiten nicht so schlecht sind", gibt Yamaha-Ass Valentino Rossi seine Beobachtung ab. "Aber der Top-Speed ist noch sehr weit weg von uns. Ich denke, dass es sehr interessant sein wird, welches Gefühl Espargaro bei den Tests haben wird. Dieses Jahr hatte er ein konkurrenzfähiges Motorrad und ich denke, dass wir von ihm mehr über das Level der Suzuki erfahren können."

Obwohl die GSX-RR seit über einem Jahr getestet wird, rechnete Suzuki beim Comeback mit Kinderkrankheiten. Im Team überwog am Freitag dennoch die Freude, dass man in den Grand-Prix-Sport offiziell zurückgekehrt ist. "Es war ein Tag voller Emotionen", sagt Teammanager Davide Brivio. "Als wir das Motorrad am Vormittag erstmals starteten, fühlte es sich sehr besonders an, denn wir sind zurück bei einem Rennen!"

"Es war heute kein so schlechter Tag. Wir hatten am Ende ein technisches Problem, aber unser Zeitrückstand ist nicht so groß. Wenn man bedenkt, dass wir lange kein Rennen mehr gefahren sind, war unsere Performance recht gut", schätzt Brivio die Ergebnisse ein. "Es ist nicht einfach, wenn man zum letzten Grand Prix kommt, während alle anderen Teams eingeschossen sind. Morgen müssen wir die Reifenwahl für das Rennen treffen, aber auch die Elektronik verbessern."

Auch Brivio kennt die entscheidenden Schwachpunkte, bei denen angesetzt werden muss: "Wir müssen das Paket verbessern und mehr Grip finden. Wir arbeiten an Dingen, die man normalerweise an einem Rennwochenende nicht macht, wie eine Basisabstimmung zu finden. Trotzdem bin ich begeistert und wir werden weiterarbeiten." De Puniet absolviert nur diesen einen Wildcard-Start. Ab Montag werden die neuen Werksfahrer Aleix Espargaro und Maverick Vinales in Valencia die Testarbeit übernehmen.

Fotoquelle: FGlaenzel

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