Immer mal was Neues: Cal Crutchlow startet in der Saison 2015 für LCR-Honda

MotoGP 2014

— 18.11.2014

Crutchlow: Teamwechsel haben Vor- und Nachteile

Cal Crutchlow muss sich 2015 schon wieder an ein neues Motorrad anpassen, betont allerdings auch die Vorteile und verteidigt seinen Wechsel zu LCR-Honda

Cal Crutchlow scheint es momentan nicht lange an einem Ort zu halten. 2013 fuhr der Brite in der MotoGP noch fr Tech-3-Yamaha, in der abgelaufenen Saison war er dann Werkspilot bei Ducati. 2015 steht bereits der nchste Wechsel auf dem Programm, denn der 29-Jhrige wird bei LCR-Honda Nachfolger von Stefan Bradl werden. Dieses Bumchen-wechsle-dich-Spiel bringt Vor- und Nachteile mit sich.

"Man muss sich von Motorrad zu Motorrad anpassen. Doch man muss sich ohnehin von Rennen zu Rennen und von Saison zu Saison irgendwie anpassen", erklrt Crutchlow, der in der abgelaufenen Saison lediglich 74 Punkte gesammelt hat. Weniger waren es nur in seiner Debtsaison 2011 gewesen, als der Brite es lediglich auf 70 Zhler gebracht hatte. 2015 soll es nun beim neuen Team wieder aufwrts gehen.

"Mein Stil passt gut zum Motorrad, denke ich", gibt sich Crutchlow nach dem ersten Test optimistisch und ergnzt: "Ich muss mich nur noch an das Motorrad gewhnen. Ich hatte bereits am Ende des ersten Testtags ein gutes Gefhl. Wir mssen die Sitzposition noch verbessern. Dann fhle ich mich sicher noch wohler." Den ersten und dritten Testtag in Valencia hatte Crutchlow jeweils auf dem achten Platz beendet, am zweiten Tag war er im Regen gestrzt.

Crutchlow muss wieder bei Null anfangen

"Am Rennwochenende fuhr ich ein anderes Motorrad. Gut ist, dass ich auf der gleichen Strecke einen direkten Vergleich aufstellen konnte", erklrt der Brite und ergnzt: "Mein Stil unterscheidet sich von den anderen Honda-Piloten. Doch Marc und Dani sind bisher nur fr Honda gefahren. Meine Erfahrung mit den anderen Maschinen ist gut, denn dadurch kann ich den Honda-Ingenieuren wichtige Informationen mitteilen."

In dieser Hinsicht machen sich Crutchlows Yamaha- beziehungsweise Ducati-Erfahrungen bezahlt. Der Brite wei aus erster Hand, wie sich die Maschinen fahren, wo die Strken und Schwchen liegen. Gleichzeitig muss der 29-Jhrige bei LCR beziehungsweise Honda nun allerdings quasi schon wieder bei Null anfangen. Whrend die Werkspiloten Marquez und Pedrosa ihre RC213V in- und auswendig kennen, fehlen dem Briten diese Erfahrungswerte.

"Man hat immer irgendwelche Angewohnheiten. Manche Angewohnheiten harmonieren nicht mit der Honda, andere schon", erklrt Crutchlow seine Situation und ergnzt: "Wir mssen uns genau anschauen, welche Dinge wir verbessern mssen. Man analysiert denjenigen, der mit dem Motorrad am schnellsten ist. Man muss beobachten, was derjenige verbessern mchte. In unserem Fall ist es Marc. Daraus lernt man."

Trotzdem wei auch der Brite: "Es ist nicht einfach, wenn man in drei Jahren fr drei unterschiedliche Hersteller fuhr. Es wird hart werden." Auch ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Piloten nach einem Motorradwechsel meist nicht sofort ihre beste Leistung abrufen knnen. Eine Erfahrung, die auch Crutchlow selbst 2014 machte. Erst gegen Ende des Jahres lief es bei Ducati besser fr ihn.

Verfrhter Ducati-Abschied ein Fehler?

Mageren 28 Zhlern in der ersten Saisonhlfte stehen ganze 46 in der zweiten Hlfte des Jahres gegenber. In Aragon, als bereits feststand, dass er Ducati verlassen wrde, schaffte es der Brite bei schwierigen Bedingungen sogar auf das Podium. Betrachtet er seinen Wechsel zu LCR im Nachhinein also als Fehler? "Ich wrde trotzdem die gleiche Entscheidung treffen, denn es geht um meine Karriere und Ducati hat sich gegen das entschieden, was ich ihnen vorgeschlagen habe", erklrt der Brite.

"Fr meine Karriere war es zu dem Zeitpunkt die beste Option", ist sich Crutchlow sicher und erklrt: "Gigi (Dall'Igna; Anm. d. Red.) und ich haben wahrscheinlich nicht optimal zusammengearbeitet, aber in den letzten fnf Rennen habe ich dann verstanden, wie er arbeitet. Fr Ducati war es diesem Zeitpunkt wohl auch die beste Entscheidung. Damals war ich damit vielleicht nicht einverstanden, aber jetzt schon."

"Er macht einen guten Job und das zeigt sich an den Ergebnissen der vergangenen Jahre, an Andreas Ergebnissen zu Beginn dieser Saison und an Andreas und meinen Ergebnissen gegen Ende des Jahres", lobt Crutchlow Dall'Igna und ergnzt mit einem Lcheln: "Nach dem Rennen (in Valencia) habe ich ihm gesagt, dass es mir lieber wre, wenn er sich nchstes Jahr mehr auf die Superbike-WM konzentriert."

"Sie werden bald ganz sicher wieder vorne dabei sein und gewinnen. Trotzdem wrde ich meine Entscheidung nicht ndern", erklrt Crutchlow, der nun bei Honda erneut vor der Aufgabe steht, sich an ein neues Motorrad und ein neues Umfeld gewhnen zu mssen. Nicht unwahrscheinlich, dass er dort zu Beginn, wie auch schon bei Ducati, zunchst einmal etwas Lehrgeld zahlen muss.

Fotoquelle: LCR-Honda

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