Teamchef Lucio Cecchinello übt auf Rookie Jack Miller keinen Druck aus

MotoGP 2014

— 27.11.2014

Cecchinello über Miller: "Wir sind nicht naiv"

Der LCR-Teamchef spricht über den privaten Test in Sepang, Millers Training, die Erwartungshaltung für 2015 und die neue Honda RC213V-RS

MotoGP-Neuling Jack Miller erhielt von HRC die Chance, bei einem privaten Dreitagestest in Sepang weiter am Gefühl für die MotoGP-Maschine zu arbeiten. Erstmals saß der Australier auf der neuen Open-Honda. Beim Nachsaisontest in Valencia ging Miller mit der ausgemusterten RCV1000R auf die Strecke. In Sepang fährt er mit der deutlich stärkeren RC213V-RS, die vom Motor der Werksmaschine angetrieben wird.

"Jack hat festgestellt, dass das neue Motorrad mehr Leistung als das 2014er-Motorrad hat, welches er in Valencia fuhr. Er mag besonders die Leistung, den Topspeed und die sanftere, kontrollierbarere Leistungsentfaltung", berichtet LCR-Teamchef Lucio Cecchinello auf der offiziellen Seite der MotoGP. "Dieses Motorrad ist die Fortführung der Werksmaschine von 2014, aber das Chassis wurde hinsichtlich des größeren Benzintanks angepasst und hat die Magneti-Marelli-Software. Und das ist genau der Punkt: Wir versuchen genau herauszufinden, wie diese Software in der RCV funktioniert."

In Valencia hatten die anderen Open-Honda-Piloten einige Schwierigkeiten, sich auf die neue Honda einzustellen. Miller steht als Rookie weniger unter Druck als Nicky Hayden, der in der Saison 2015 um seine Zukunft kämpft: "Wir sind nicht so naiv, zu glauben, dass ein Rookie, der direkt aus der Moto3 kommt, direkt unglaubliche Rundenzeiten in den Asphalt brennt", stellt Cecchinello klar, der Miller Zeit gibt.

"Das Ziel dieses Tests ist, Vertrauen für die kommende Saison zu finden. Das ist besonders für ihn selbst wichtig. Er muss verstehen, wie sich das Motorrad unter verschiedenen Bedingungen verhält", erklärt der LCR-Teamchef. "Wir haben uns dazu entschieden, die Tests ohne zu viele Elektronikhilfen anzugehen. Er soll verstehen, dass die Elektronik eine Hilfe ist, die er in der Zukunft bekommt, aber erst, wenn er sich durch die Extreme des Motorrades selbst gekämpft hat."

"Sobald er seinen Fahrstil und Körper auf das Motorrad eingewöhnt und das natürliche Limit gefunden hat, werden wir ihm in kleinen Dosen mehr Elektronik geben. Aber zuerst muss er das Motorrad verstehen und lernen, wie er das Biest bändigt", schildert Stefan Bradls ehemaliger Teamchef. Körperlich hat Miller die Umstellung von der leichten und schwachen Moto3-KTM auf die deutlich schwerere und stärkere MotoGP-Honda gut verkraftet.

"Er ist besser in Form als er selbst gedacht hat", bestätigt Cecchinello. "Er fährt drei, vier Mal in der Woche Motocross. Das hat bei der Entwicklung seiner Muskeln, seiner Kraft und der Stärke in den Armen, sehr geholfen. Das ist sehr wichtig, wenn man Krämpfen vorbeugen will, die zu den ersten Symptomen gehören, wenn junge Fahrer in die Königsklasse kommen."

"Er wird weiter an seinen Nackenmuskeln und dem Trizeps arbeiten, was gerade beim Fahren eines MotoGP-Motorrades sehr wichtig ist. Im Moment ist alles unter Kontrolle und wir sind sicher, dass er beim ersten Rennen perfekt in Form sein wird", so Cecchinello. Miller testet bis Freitag in Sepang und verabschiedet sich danach in die Winterpause.

Fotoquelle: LCR

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