Ausnahmekönner Jack Miller hielt seine Zukunftspläne lange geheim

MotoGP 2014

— 03.12.2014

Heidolf über Miller: "MotoGP-Angebot war keine Ablenkung"

Kritiker behaupten, Jack Miller wurde durch Hondas MotoGP-Angebot aus dem Konzept gebracht: Ex-Teamchef Dirk Heidolf schildert seine Sicht der Dinge

Lange Zeit sah es danach aus, als ob Jack Miller mit seiner KTM dem Moto3-Titel entgegen fährt. Der Australier dominierte die Vorsaisontests und startete mit zwei Siegen in die Saison. Gleichzeitig hatten die Herausforderer des Estrella-Galicia-Teams zu Saisonbeginn einige Probleme, mit der neuen Honda den schnellen KTMs zu folgen. Der erste Sieg mit der neuen Honda folgte erst beim siebten Saisonrennen. Doch zur Mitte der Saison kippte die KTM-Dominanz. Schlussendlich unterlag Miller im Kampf um die WM knapp. Zwei Punkte fehlten dem 19-Jährigen nach den 18 Rennen.

Kritiker behaupten, der KTM-Pilot wurde durch die Diskussionen über seine Zukunft aus dem Konzept gebracht. Ex-Teamchef Dirk Heidolf teilt diese Meinung nicht. In der Saison 2013 fuhr Miller für Heidolfs Moto3-Team und war oft bester Nicht-KTM-Pilot. Obwohl Miller nach dem Wechsel zu Aki Ajo zum Gegner von Heidolfs Racing-Team-Germany wurde, blieben der Ausnahmekönner und der RTG-Teamchef in Kontakt.

"Wir stehen nach wie vor in Kontakt. In Valencia hatten wir uns zuletzt unterhalten", bestätigt Heidolf im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Ich verfolge seine Entwicklung sehr genau. Mich interessiert brennend, was einer unserer ehemaligen Fahrer macht." Somit bleiben Millers MotoGP-Tests nicht unbeobachtet. Heidolf freut sich, dass sein ehemaliger Schützling bei HRC einen langfristigen Vertrag erhielt.

"Er hat das Wichtigste bereits sicher: einen Lehrjahres-Vertrag bei HRC. Das ist ein sehr großer Vorteil", betont Heidolf. "Er darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und muss Schritt für Schritt gehen. Dann könnte es eine Erfolgsgeschichte werden. Wichtig ist, dass er sich nicht verletzt. Das ist sehr wichtig. Jack hat schon viele Verletzungen hinter sich. Er darf sich nicht verletzen. Dann ist alles möglich."

Über den Verlauf der Saison 2014 und das Scheitern beim Kampf um die WM hat Heidolf eine klare Meinung: "Ich denke nicht, dass er durch das MotoGP-Angebot von Honda abgelenkt war. Es lief hier und da nicht optimal. Der Aragon-Sturz hat ihn die 20 oder 16 Punkte gekostet, die am Ende gefehlt haben. Andererseits ist er in Mugello und Assen durch eigene Fehler gestürzt", analysiert der ehemalige Grand-Prix-Pilot. "Durch solche Fehler sieht man, dass es junge Talente sind, die noch etwas Zeit benötigen."

"Ich denke, sowohl Jack als auch Alex Marquez hätten den Titel verdient. Jack war zu Saisonbeginn stärker. Natürlich freut es mich für Honda, dass sie nach der kurzen Entwicklungszeit bereits den Weltmeistertitel einfahren konnten. Doch KTM hat genauso gut gearbeitet. Gegen Ende der Saison war Jack wieder näher dran. Andererseits war er der einzige KTM-Pilot, der gegen die vielen Hondas bestehen konnte", so Heidolf.

Fotoquelle: LCR-Honda

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