Lin Jarvis, Livio Suppo und Paolo Ciabatti (von links) wollen expandieren

MotoGP 2014

— 11.12.2014

Hersteller und Fahrer wünschen sich Rennen in Indonesien

Geht es nach Herstellern und Fahrern, dürfte die Motorrad-Weltmeisterschaft schon bald wieder nach Indonesien zurückkehren - Allerdings fehlt eine geeignete Strecke

Zuletzt war die Motorrad-Weltmeisterschaft 1997 in Indonesien zu Gast. Insgesamt zweimal wurde auf dem Sentul International Circuit gefahren, dann verabschiedeten sich die Bikes schon wieder von dem größten Inselstaat der Welt. Geht es nach den Herstellern, dann dürfte der Große Preis von Indonesien allerdings gerne wieder in den Kalender zurückkehren - allerdings nicht nur aus sportlichen Gründen.

"Der Hauptgrund hier (in der MotoGP; Anm. d. Red.) zu sein, ist die Promotion der Marke und die Unterstützung von Verkauf und Marketing", erklärt Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis gegenüber 'Crash.Net' und fügt hinzu: "Letztendlich geht es vor allem darum. Natürlich ist auch der technische Fortschritt sehr wichtig, aber wenn wir keine Motorräder verkaufen würden, dann wären wir nicht hier."

"Besonders Asien ist ein großer Geschäftsbereich und auch einige Teile Südamerikas entwickeln sich sehr gut. Chile zum Beispiel. Ich bin enttäuscht, dass wir nicht in Brasilien fahren, aber hoffentlich werden wir das noch. Unser Management hat sich einen Kurs in Thailand angesehen, der brandneu ist, und sie sind auch davon sehr, sehr beeindruckt."

Die Superbike-Weltmeisterschaft wird bereits 2015 auf dem neuen Chang International Circuit in Buriram an den Start gehen, die MotoGP könnte 2016 dort fahren. "Natürlich ist es für uns auch wichtig, viele Rennen in Europa zu absolvieren, aber es wäre großartig, wenn wir mit der Meisterschaft noch weiter nach Asien und Südamerika expandieren würden", findet auch Ducatis MotoGP-Projektleiter Paolo Ciabatti.

Verlagert sich der Fokus?

"Ducati ist eine kleinere Firma, aber diese Märkte in Asien und Südamerika sind auch für uns sehr wichtig. Darum hat Ducati ein Werk in Thailand, das alle Motorräder außer die Panigale für die asiatischen Länder herstellt. Darum haben wir auch eine Fertigung in Brasilien", so der Italiener. Hondas Livio Suppo ergänzt: "Wir müssen in Europa bleiben, denn natürlich ist das sehr wichtig."

"Wenn wir andererseits in Zukunft weniger Rennen in Spanien und Italien haben und dafür mehr Rennen in Ländern in Südamerika, in Indonesien oder Thailand, dann wäre uns das mehr als willkommen", sagt der HRC-Manager und ergänzt: "Wir waren mit beiden Fahrern in Indonesien und die Leidenschaft, die sie für die MotoGP haben, ist unglaublich. Sie behandeln die Fahrer wie Rockstars. Es ist eine Schande, dass wir nicht dort fahren."

"Die Popularität in Indonesien ist grandios, wenn man bedenkt, dass wir nicht einmal dort fahren", findet auch Jarvis und ergänzt: "Wir müssen sicherstellen, dass wir die Balance zwischen den traditionellen europäischen Strecken, den klassischen Austragungsorten der Meisterschaft, und den Überseerennen wahren. Dort liegt die Zukunft." 2015 werden noch immer elf Grands Prix in Europa stattfinden, die restlichen sieben verteilen sich auf die übrigen Kontinente.

Auch die Piloten mögen Indonesien

Doch nicht nur die Hersteller würden ein Rennen in Indonesien begrüßen. Auch Pol Espargaro, der den Insalstaat kürzlich zu Werbezwecken besuchte, bekennt sich gegenüber 'MotoGP.com' als Fan: "Ich freue mich, den Sentul Circuit am vergangenen Wochenende besucht zu haben. Ich habe tolles Racing gesehen und die großartigen indonesischen Zuschauer getroffen, die so eine Leidenschaft für Motorräder haben."

"Es wäre ein Traum, hier in Zukunft ein MotoGP-Rennen zu fahren", erklärt der Spanier. Auch seine Landsleute Marc Marquez und Dani Pedrosa haben sich in der Vergangenheit bereits für einen Grand Prix in Indonesien ausgesprochen. Aktuell stehen die Chancen allerdings eher schlecht, denn Indonesien fehlt momentan noch etwas ganz Entscheidendes: Eine geeignete Strecke.

Denn der Sentul International Circuit, auf dem 1997 noch gefahren wurde, erfüllt heute nicht mehr die Ansprüche der Offiziellen. "Der Sentul-Kurs ist die einzige Strecke, die sie haben. Doch diese Anlage ist nicht geeignet", hatte Dorna-Manager Javier Alonso bereits vor einigen Monaten gegenüber 'MCN' erklärt. Eine Rückkehr scheint es trotz aller Lobpreisungen also zumindest vorläufig erst einmal nicht zu geben.

Fotoquelle: Yamaha Motor Racing Srl

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