Ab der Saison 2016 dürfen maximal 22 Liter verwendet werden

MotoGP 2014

— 21.12.2014

Reglement 2016: Honda kann sich nicht durchsetzen

Ab der Saison 2016 muss jedes MotoGP-Bike mit 22 Litern Sprit auskommen: Die Hersteller sprechen über die Beweggründe für diese Kompromisslösung

Lange Zeit war ungewiss, wie viel Benzin die MotoGP-Maschinen ab der Saison 2016 verwenden dürfen. Bei einem Meeting der Grand-Prix-Kommission in Madrid wurde in dieser Woche ein einheitliches Limit von 22 Litern festgesetzt. Momentan dürfen die Factory-Maschinen 20 Liter Sprit verwenden. Die Fahrer, die unter der Factory-2- oder der Open-Regel an den Start gehen, haben 24 Liter zur Verfügung.

Durch die ab der Saison 2016 vorgeschriebene Einheitselektronik musste die Benzinmenge für die jetzigen Factory-Bikes etwas angehoben werden, da die Reduzierung des Verbrauchs in den vergangenen Jahren hauptsächlich durch die Elektronik realisiert werden konnte. Honda wünschte sich ursprünglich 21 Liter, doch Yamaha und Ducati stimmten für 22 Liter. Auch Suzuki und Aprilia dürften sich über den zusätzlichen Liter freuen.

Bei HRC nahm man die Niederlage gelassen hin: "Uns ist es egal, ob wir mit 21 oder 22 Litern fahren. Yamaha und Ducati wünschten sich 22 Liter. 22 Liter sollte auch für Suzuki und Aprilia besser sein", bemerkt HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto gegenüber 'MCN'. Bei Yamaha betont man, dass der Verbrauch in erster Linie von der Elektronik bestimmt wird. Doch es ist kein Geheimnis, dass der Reihenvierzylinder der M1 nicht so effizient ist wie der V4-Motor der RC213V.

Yamaha und Ducati setzen sich durch

"Der Verbrauch hängt von der Software ab. Die Factory-Maschinen kommen momentan mit 20 Litern aus und sind fünf Prozent effizienter als im vergangenen Jahr. Das ist größtenteils auf die Entwicklung der Software zurückzuführen. Die Gemischzubereitung ist sehr präzise", berichtet Yamaha-Motorsport-Leiter Kouichi Tsuji. "Die Benzinmenge hängt stark von der Qualität der Software ab."

"Wenn die Einheitselektronik nicht viel besser ist als die Open-Software, dann wären 21 Liter für Yamaha sehr schwer zu realisieren", gesteht Tsuji. Die Forward-Yamaha, die in der abgelaufenen Saison das beste Open-Bike im Feld war, benötigte für eine Renndistanz deutlich mehr Sprit als die Factory-Maschinen von Valentino Rossi, Jorge Lorenzo, Pol Espargaro und Bradley Smith. "Unsere Open-Maschine verwendet 23 Liter oder ein bisschen mehr", so der Yamaha-Motorsport-Leiter.

Nicht nur Yamaha begrüßte die Kompromisslösung, 22 Liter verwenden zu dürfen. Auch bei Ducati sieht man die Entwicklung des Verbrauchs kritisch: "2016 gibt es einige Neuerungen, wie zum Beispiel die Reifen", warnt Ducati-Corse-Chef Luigi Dall'Igna. "Wir wissen noch nicht, ob sich diese Änderungen auf den Benzinverbrauch auswirken. Der Verbrauch ist von der Traktion und der Haftung abhängig."

"Zudem entspricht die Software nicht der Factory-Software und verzichtet auf die Strategien, die den Verbrauch senken", erklärt Dall'Igna und unterstreicht damit die Argumentation von Yamaha. Der Ducati-Corse-Chef schließt aber nicht aus, dass das Limit wieder herabgesetzt wird: "Zu Beginn benötigen wir mehr Sprit. Vielleicht kann die Menge in der Zukunft reduziert werden."

In der neuen Saison können die Factory-Teams ein letztes Mal ihre eigene Software verwenden. Die Entwicklung wird am 1. Juli 2015 eingefroren. Ab dürfen Honda, Yamaha und Ducati nur noch sicherheitsrelevante Änderungen vornehmen. Suzuki und Aprilia sind von dieser Limitierung ausgenommen und dürfen bis zum Ende der Saison weiterentwickeln. Ab 2016 müssen dann alle Teams mit der Einheits-Software und 22 Litern antreten.

Fotoquelle: Tech 3

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