Motorkontrollleuchte

Motorkontrollleuchte: Darum leuchtet oder blinkt die MKL

Leuchte des Grauens

Über die Motorkontrollleuchte vermeldet die On-Board-Diagnose des Autos einen Fehler. Was Sie in diesem Fall tun müssen, erfahren Sie hier.

Per Diagnosegerät lässt sich der Fehlerspeicher der On-Board-Diagnose auslesen. Die Hinweise sparen dem Mechaniker Zeit bei der Suche nach Defekten.

Seit dem Ende der 1990er-Jahre verfügen die meisten Autos ein bordeigenes Diagnosesystem (OBD II) und damit über die einheitliche, gelb leuchtende Motorkontrollleuchte (MKL). Mit dem Aktivieren der Zündung, also vor jedem Start des Motors, leuchtet die Motorkontrollleuchte auf und erlischt wieder, nachdem der Motor angesprungen ist. Bleibt dieses Aufleuchten zur Kontrolle beim Startvorgang aus, ist die Motorkontrollleuchte defekt und muss repariert werden. Leuchtet die MKL auch nach dem Start weiter, hat das bordeigene Diagnosesystems im Fehlerspeicher eine Fehlermeldung hinterlegt, die mittels Diagnosegerät ausgelesen werden kann.

Fehlerspeicher auslesen: Kosten und Dauer

Werkstätten verfügen über entsprechende Diagnosegeräte und bieten das Auslesen des Fehlerspeichers meist zu Preisen zwischen 25 und 80 Euro an. Da der Vorgang weniger als 30 Minuten dauert, kann das Auslesen meist kurzfristig und zum Teil auch ohne vorige Terminvereinbarung durchgeführt werden. Einige Werkstätten erstatten dem Kunden die Kosten für das Auslesen des Fehlerspeichers nach der Vergabe eines Reparaturauftrages. ADAC-Mitglieder haben an ADAC-Standorten und Partnerwerkstätten die Möglichkeit, das Auslesen des Fehlerspeichers kostenlos durchführen zu lassen.

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Kurzeitiges Blinken, dauerhaftes Leuchten oder schnelles Blinken

Welcher Fehler bei einer leuchtenden Motorkontrollleuchte vorliegt, lässt sich pauschal überhaupt nicht sagen. Jedoch lässt sich an der Art des Aufleuchtens deuten, wie gravierend der erkannte Fehler ist.
Aufleuchten der Motorkontrollleuchte bei Zündung: Kontrollfunktion, kein Fehler erkannt.
Kein Aufleuchten der Motorkontrollleuchte bei Zündung: Motorkontrollleuchte defekt.
Kurzzeitiges Aufblinken der Motorkontrollleuchte: Temporärer Fehler, der nicht dauerhaft vorliegt – keine Handlung des Fahrers notwendig.
Motorkontrollleuchte leuchtet dauerhaft: Ein dauerhafter Fehler wurde im Fehlerspeicher hinterlegt. Es besteht keine unmittelbare Gefahr für den Motor. Doch die Ursache des Fehlers sollte bald in der Werkstatt erkannt und beseitigt werden. Es empfiehlt sich eine schonende Fahrweise.
Schnelles Aufblinken der Motorkontrollleuchte: Ein schwerwiegender Fehler wurde erkannt. Der Motor sollte schnellstmöglich repariert werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Dieses Aufblinken tritt zum Beispiel bei Zündaussetzern oder Verbrennungsaussetzern auf.

On-Board-Diagnose hilft dem Mechaniker

Die On-Board-Diagnose wurde im Auto integriert, um dem Mechaniker bei der Fehlersuche der immer komplexeren Fahrzeugtechnik zu unterstützen. Gleichzeitig überwacht das System nur alle emissionsrelevanten Bauteile des Motors. Ein zu niedriger Ölstand oder eine überhöhte Kühlmitteltemperatur kommuniziert das Auto nicht über die gelbe Motorkontrollleuchte. Dafür gibt es eigene Warnleuchten. Welcher Fehler bei einer leuchtenden Motorkontrollleuchte vorliegt, lässt sich pauschal überhaupt nicht sagen. Es können zahlreiche Bauteile betroffen sein, wie etwa die Drallklappen im Ansaugtrakt, die sich aufgrund einer gebrochenen Stellmechanik nicht mehr bewegen (Fehlermeldung zum Beispiel "Sollwert nicht erreicht"). Oder Sensoren wie der Luftmassenmesser oder die Lambdasonde(n) messen Werte, die außerhalb der gültigen Parameter liegen. Auch Undichtigkeiten im Ansaug- oder Abgastrakt können über Drucksensoren erkannt werden. Mit der Hilfe des Kurbelwellen- und Nockenwellensensors erkennt die On-Board-Diagnose durch Berechnung der Winkelgeschwindigkeiten der Kurbelwelle sogar Verbrennungsaussetzer der einzelnen Zylinder. So kann die Kraftstoffeinspritzung selektiv ausgesetzt werden, um den Katalysator vor Schäden zu bewahren.
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Fehlerspeicher auslesen mit OBD-2-Diagnosegerät

Auslesen klappt längst auch per App. Entsprechende Diagnosestecker, die via Bluetooth mit dem Smartphone kommunizieren, gibt es ab etwa 40 Euro.

OBD-2-Diagnosegeräte, mit denen sich der Fehlerspeicher Auslesen lässt, sind bereits zu Preisen ab etwa 20 Euro erhältlich, kosten also nicht mehr als das einmalige Auslesen des Fehlerspeichers in der Werkstatt. Dabei sollte man darauf achten, dass das Diagnosegerät mit dem eigenen Fahrzeug kompatibel ist. Autos aus dem Volkswagenkonzern nutzen zum Beispiel VCDS (VAG-COM Diagnose-System) und damit eine andere Diagnose-Software als Autos von BMW oder Mercedes. Einige allgemeine Parameter lassen sich aber mit den meisten Standard-Diagnosegeräten bei allen OBD2-fähigen Autos auslesen. Generell spricht also nichts gegen die Anschaffung so eines Geräts. Allerdings gilt es zu bedenken, dass das Diagnosegerät keine konkreten Reparaturhinweise zur Behebung der Fehlerursache ausspuckt. Mit anderen Worten: Die Interpretation des Fehlerprotokolls ist für Laien oft schwierig. So kann zum Beispiel der Fehler "Leck im Ansaugsystem erkannt", der zu einem dauerhaften Leuchten der Motorkontrollleuchte führt, auch nur indirekt das Ansaugsystem betreffen; zum Beispiel wenn die Fehlermeldung durch ein defektes Abgasrückführungsrohr ausgelöst wurde. Und auch der Werkstattmeister kann dem Kunden nach der ersten Diagnose manchmal nur vage Informationen über einen möglichen Defekt geben, da auch er nicht die genaue Schadensursache aus dem Computer erfährt. Verbrennungsaussetzer können unter anderem durch eine defekte Zündkerze, eine kaputte Zündspule oder ein verdrecktes Einspritzventil verursacht werden. Was die genaue Ursache ist, findet die Werkstatt aber am schnellsten heraus. Und in vielen Fällen sind die Informationen aus dem Diagnosegerät für erfahrene Werkstätten ein wertvoller Hinweis, welche Komponenten bei der Fehlersuche als Erstes zu inspizieren sind.

Fehler mit dem Diagnosegerät löschen

Viele im Fehlerspeicher abgelegten Fehler lassen sich mit einem OBD-2-Diagnosegerät auch löschen. Dieses Experiment wird von Hobby-Schraubern gerne als erste Maßnahme durchgeführt. Die nervige gelbe Lampe ist endlich wieder aus und das Gewissen (kurzfristig) beruhigt. In einigen Fällen taucht der Fehler nach dem Löschen auch tatsächlich nicht mehr auf. Meist ist die Motorkontrollleuchte aber nach einer kurzen Fahrt wieder permanent an, nämlich sobald das Diagnosesystem den Fehler erneut erkannt hat. Spätestens jetzt sind Autofahrer zur dauerhaften Behebung der Fehlerursache aufgerufen.

Autoren: André Theophil,

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