Motorsport-Rückblick 2006

Motorsport-Rückblick 2007 Motorsport-Rückblick 2007

Motorsport-Rückblick 2006

— 22.12.2006

Die Pisten-Highlights

Die Motorsport-Saison 2006 war geprägt von Spannung, Überraschungen und einer Abschiedsgala vom Feinsten.

Highlight Formel 1


Schumi steigt aus. Endgültig. Nach 16 Jahren Im-Kreis-fahren will der erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten nicht mehr. Sich nicht mehr quälen, nicht mehr rechtfertigen, nicht mehr mental verausgaben. Michael Schumacher hat immer gesagt: "Wenn mich ein junger Fahrer versägt, höre ich auf!" Ist sein Nachfolger also gekommen? Nein! Aber es ist eben schöner abzutreten, solange man selbst noch alle anderen versägt.

Doch was tun, wenn die Technik streikt? Nach dem 16. Rennen in China ist er wieder hergestellt, der Punktgleichstand mit Fernando Alonso. 25 Punkte hat Schumi bis dahin aufgeholt auf den Renault-Piloten. Und auch mit sieben Siegen gleichgezogen mit dem Spanier. Vergessen sind die Reifenprobleme vom Saisonbeginn.

Fernando Alonso auf Renault im japanischen Suzuka.

Schnell, schneller, Schumi. Als der Kerpener in Suzuka dem Sieg entgegenrast, glauben alle an seinen achten Titel. Doch dann platzt der Ferrari-V8 (750 PS, 2,4 Liter). Und mit ihm alle WM-Träume. Die Formel 1 wird nicht mehr dieselbe sein ohne Michael Schumacher. Aber sie bleibt auch aus deutscher Sicht weiter interessant. Zwar werden weder Nick Heidfeld, Ralf Schumacher, Nico Rosberg und Adrian Sutil noch die Tester Sebastian Vettel, Michael Ammermüller und Timo Glock um die WM kämpfen. Aber sie bilden die größte nationale Fraktion in der Königsklasse des automobilen Motorsports.

Highlight GP2

Was wäre nur gewesen, wenn? Wenn Timo Glock gleich für das Top-Team iSport ins Lenkrad gegriffen hätte und nicht erst für die spanische Verlierertruppe von BCN? Wenn er an den ersten fünf Wochenenden für BCN genauso viele Punkte geholt hätte wie in den nächsten fünf für iSport? Rein theoretisch wäre Timo Glock mit dann 106 Punkten – Champion Lewis Hamilton kommt auf 113 – Vize-Meister der GP2-Serie geworden. Aber alles eben nur reine Theorie.

Der Nachwuchsfahrer Timo Glock bleibt eine Hoffnung für die Formel 1.

Die Realität sieht so aus: In den ersten fünf Läufen holt der Hesse im BCN-Dallara (4-l-Renault-Einheitsmotor, 650 PS) nur magere fünf Pünktchen. Viele Kritiker sehen den 24-Jährigen da auf dem absteigenden Karriere- Ast. Doch dann der Wechsel zu iSport. Glock holt zwei Siege, wird noch Gesamtvierter und ist wieder eine F1-Hoffnung. Ganz geschafft hat ihn Lewis Hamilton, den Sprung in die Königsklasse. Wie im Vorjahr Nico Rosberg (Williams), sitzt der neue GP2-Meister (fünf Siege) 2007 im F1-Stammcockpit (McLaren-Mercedes) – als erster Fahrer afrikanischer Abstammung. Da wollen die GP2-Nachwuchspiloten auch nächstes Jahr wieder hin. Red-Bull-Tester Michael Ammermüller kämpft dann im Top-Team ART mit runderneuertem Chassis genau wie Timo Glock bei iSport um den Titel. Und Ayrton Sennas Neffe Bruno wahrscheinlich bei Arden um seine Motorsportzukunft.

Highlight ChampCar

Beim ChampCar-Traditionsrennstall Forsythe ist ordentlich Feuer unterm Dach. Nicht nur beim Lola von A. J. Allmendinger in Surfers Paradise, auch neben der Strecke. In San Jose liefert sich Allmendingers Teamkollege Paul Tracy in der Boxengasse eine Prügelei mit Alex Tagliani. Dem kanadischen Raubein werden sieben Punkte abgezogen – Meistertraum ade!

Allmendinger gibt Gas - auch neben der ChampCar-Piste ging's turbulent zu.

Allmendinger selbst verkündet ein Rennen vor Saisonende seinen ChampCar-Abschied. Die große US-Hoffnung will künftig lieber NASCAR fahren, heuert beim neuen Red-Bull-Team an. Derweil verlängert Sébastien Bourdais sein Titel-Abo. Zum dritten Mal in Folge holt er die Meisterschaft. Das schafft vorher nur ChampCar-Legende Ted Horn. Die Hochzeit mit Jugendliebe Claire (6. Mai) und die Geburt von Tochter Emma am 2. Dezember krönen das perfekte Jahr des Franzosen. 2007 fährt die ChampCar mit neuem Einheitschassis von Panoz. Der Cosworth-Motor (2,65-l-V8-Turbo, 830 PS) bleibt. Vier neue Rennen bereichern dann den Kalender. Las Vegas, Phoenix (USA), Zhuhai (CHN) und St. Jovite (CDN). Außerdem plant die US-Formel-1 wieder eine Europatour mit Rennen in Assen (NL) und Zolder (B).

Highlights IRL

15 Jahre lang versucht Michael Andretti nun schon, die 500 Meilen von Indianapolis zu gewinnen. 2006 kommt er deshalb sogar zurück aus seiner Renn-Rente. Und dann stiehlt ihm dieser 19-jährige Rotzlöffel die Schau! In seiner ersten IRL-Saison, in seinem ersten Indy 500 kommt Sohn Marco vor Daddy Michael ins Ziel. Aber die Andretti-Durststrecke – seit 36 Jahren hat kein Familienmitglied mehr das berühmteste Autorennen der Welt gewonnen – kann auch der Junior nicht beenden. Auf den letzten Metern raubt ihm Sam Hornish jr. den sicher geglaubten Sieg. Mit einem hauchdünnen Rückstand von 0,635 Sekunden (Foto, links) wird Marco Andretti Zweiter. Nur ...

Indianapolis: Sam Hornish überholt Michael Andretti in letzter Sekunde.

Hauchdünn war auch der Sieg von Sam Hornish jr. im Rennen um den Titel. Wie Dan Wheldon hatte der US-Boy am Ende 475 Punkte auf seinem Konto. Aber mit vier Siegen zwei Triumphe mehr als der Brite. Und die machten den Penske-Piloten zum dritten Mal nach 2001 und 2002 zum Champion. Der amerikanischen Ovalserie stehen 2007 gravierende Veränderungen bevor. Die Honda-V8-Motoren (650 PS) werden von 3 auf 3,5 Liter aufgerüstet und statt mit einem Methanol-Ethanol-Kraftstoff-Mix künftig mit reinem Ethyl-Alkohol befeuert. Zudem soll es mehr Rennen auf Straßenkursen geben. Als Vorbereitung auf die immer wieder diskutierte Fusion mit der ChampCar?

Highlight A1-GP

"Damit Ihr Land stolz auf Sie ist: Gentlemen, starten Sie Ihre Motoren!" Dieser Satz gilt vor jedem Hauptrennen der A1-Serie als Startschuss. Die erste Saison der Serie, in der Länder gegeneinander fahren, beginnt im September 2005 und endet im April 2006. A1 Grand Prix fährt dann, wenn andere Serien Winterpause machen – 16.500 Rennkilometer auf allen fünf Kontinenten. Vor allem da, wo die große Formel 1 nicht hinkommt. Die Übermannschaft unter den Nationen ist im Premierenjahr Frankreich.

Blick in Nico Hülkenbergs Cockpit. In Indonesien wurde er Zweiter.

Die Piloten Nicolas Lapierre und Alexandre Prémat dominieren. Von 22 Rennen gewinnt Frankreich 13, davon fünfmal mit einem Doppelsieg (Sprint und Hauptlauf). Dabei starten alle mit einheitlichen Chassis von Lola und V8-Motoren von Zytek (3,4 Liter). Der besondere Clou: Per Power-Knopf gibt das 520-PS-Aggregat 30 Extra-PS frei. Deutschland kann sich im Debütjahr des "Worldcup of Motorsport" nicht in Szene setzen. Die Nationalfahrer Timo Scheider, Adrian Sutil und Sebastian Stahl – es dürfen pro Event drei eingesetzt werden – schaffen es einmal aufs Podium (P2), landen auf Gesamtplatz 15. Neue Saison, neues Glück. Deutschland schickt sich an, in die Fußstapfen von Frankreich zu treten. Nico Hülkenberg (Foto) vertritt Schwarz-Rot-Gold glänzend: Tabellenführer mit bisher zwei Siegen. Beim letzten Rennen 2006 in Indonesien wird er Zweiter. Neuseeland holt einen Doppelsieg.

Highlight Renault World Series

Ein Doppelsieg und eine abgetrennte Fingerkuppe. So lautet die Bilanz von Sebastian Vettel nach drei Einsätzen in der Renault World Series.

Sebastian Vettel, hier im BMW-Williams Dress, die World Series mit.

Der Heppenheimer sorgt mit seinem Gastspiel für mächtigen Wirbel. Denn ein so leistungsstarkes Formelauto (425 PS, 3,5-Liter-V8-Motor) hatte der Formel-3-Pilot bis dato noch nicht gefahren. Doch der 19-Jährige ist mega-cool. Doppelsieg in Misano. Pech dann beim Auftritt in Spa. Bei einem Unfall in der berühmten Eau-Rouge-Kurve durchtrennen Trümmerteile Vettel den oberen Knochen am rechten Zeigefinger – das Aus. 2007 nimmt Vettel einen neuen Anlauf. Der BMW-Sauber-F1-Testfahrer startet in den 17 Rennen für das Carlin-Team. Und dort möchte er dann in die Fußstapfen von Alx Danielsson treten. Zu Saisonmitte hatte der Schwede nur 16 Zähler auf seinem Konto. Dann folgt eine famose Aufholjagd mit vier Siegen in den letzten sechs Rennen.

Der Brite Robbie Kerr bei seiner Bruchlandung in Istanbul.

Als Tabellendritter kommt der Schwede zum Saisonfinale nach Barcelona. Nach Pole, Sieg und schnellster Rennrunde im ersten Lauf reicht im zweiten ein fünfter Platz, um den Titel zu sichern. Er reiht sich damit ein in die Meisterliste aktueller F1-Piloten: Heikki Kovalainen (2004, Renault) und Robert Kubica (2005, BMW). Davon kann Robbie Kerr (Foto) nur träumen. Der Brite kassierte so manchen Nasenstüber und sorgte nur mit Bruchlandungen wie z. B. in Istanbul (Foto) für Aufmerksamkeit.

Highlight WTCC

Höchste Konzentration in den Minuten vor dem Start. Die Ruhe vor dem Sturm für Yvan Muller und Co. Die Rennen der Tourenwagen-WM (WTCC) sind spannend und oft chaotisch. Die kurze Renndistanz (oft 50 Kilometer) verleitet zu vielen Überholmanövern. Blechkontakt, Rammstöße, Unfälle sind Alltag im Titelkampf. Die 20 Läufe auf drei Kontinenten sehen elf verschiedene Sieger. Doch der Weltmeister bleibt der alte Andy Priaulx. Mit fünf Siegen verteidigt der britische BMW-Pilot seinen Titel zum zweiten Mal in Folge. Und auch BMW knüpft an seine Erfolgsstory bei den seriennahen Tourenwagen an (zwei Liter Hubraum, zirca 285 PS).

Tourenwagen-Pilot Yvan Muller hoch konzentriert vor dem Start.

Elf Saisonsiege bringen den Markentitel. Zum dritten Mal in bisher drei Weltmeisterschaften (1987, 2005 und 2006). Nur für die deutschen Fahrer will der Titel einfach nicht her. Dirk (ein Sieg) und Jörg Müller schrammen wieder knapp daran vorbei. Wie 2004 in der EM, wie beim WM-Comeback 2005 nun auch 2006. Nach fünf gemeinsamen Jahren im deutschen Schnitzer-Team wird das Müllersche Rennduo 2007 gesprengt. Der Brasilianer Augusto Farfus (drei Saisonsiege) wechselt von Alfa Romeo zu den Blauweißen, löst dort Dirk Müller ab. Damit wird für BMW der Saisonauftakt 2007 im brasilianischen Curitiba gleich zu einem Heimspiel.

Hightlight Le Mans

Die Pressekonferenz ist gerade zu Ende. Da platzt es aus Sieger Emanuele Pirro heraus: "Kann ich noch eine Frage stellen? Und zwar an Sébastien Loeb: Wann bist du müder? Nach einer Rallye oder nach den 24 Stunden von Le Mans?" Rallye-Welstmeister Loeb ist im Pascarolo-Judd gerade Zweiter Pirros Audi R10 geworden und gibt zu: "In Le Mans. Bei der Rallye kann ich nachts ja wenigstens schlafen!" In Le Mans hätte der Franzose in diesem Fall allerdings nicht nur seinen eigenen Einsatz verpennt, sondern auch, wie Audi Motorsportgeschichte schrieb.

Audis R10 TDi ist der erste Diesel, der in Le Mans siegt.

Denn mit dem R10 TDI von Frank Biela, Marco Werner und Emanuele Pirro schnurrt erstmals ein Dieselfahrzeug ganz leise zum Sieg. Nicht trotz, sondern gerade wegen des 650 PS starken Selbstzünders triumphieren die Ingolstädter über das Team von Pescarolo. Nur 31 Liter Diesel schluckt der R10 auf 100 Kilomter. 27-mal kommt der Audi zum Nachtanken. Die Konkurrenz mit Ottomotoren benötig fünf Tankstopps mehr. Und verliert. Doch neue Rivalen stehen parat: Erstnes die Regelhüter vom Le-Mans-Ausrichter ACO, die den Dieseltank von 90 auf 81 Liter verkleinern. Und zweitens die französische Traditionsmarke Peugeot, die Audi 2007 mit einem eigenen Dieselflitzer und der möglichen Fahrerkombination Sébastien Bourdais und Jean Alesi einheizen will.

Highlight Formel 3

Das nennt man ja wohl international. In der Formel 3 Euro Serie kommen die besten sechs Fahrer aus sechs verschiedenen Nationen.

Tim Sandtler ist Förderkandidat der Rennschule Speed Academy.

Schottland vor Deutschland, Japan, Argentinien, USA und Holland. Besonders stark die Japaner. Schon beim Saisonauftakt überraschen Kohai Hirate und Kazuki Nakajima mit einem Doppelsieg. Doch schlussendlich kämpfen die Europäer um den Titel. Der Schotte Paul Di Resta setzt sich gegen den Hessen Sebastian Vettel durch. Mit neun Siegen in 20 Rennen setzen sie Akzente.

Vettel wechselt allerdings bei den letzten vier Events (je zwei Rennen) zwischen dem BMW-F1 (750 PS, Freitagstester) und dem Formel 3 (210 PS) hin und her. Dreht überdies als Gaststarter einige Runden in der World Series. Unter dem Dauerstress leistet sich das Supertalent ungewöhnliche Fehler.

Der Chinese Ho Pin Tung gewann neun von 20 Rennen.

Sandtler Vier Null-Punkte-Runden in den letzten fünf Rennen sind zu wenig im Rennen um den Titel. Neben Vettel kann mit Peter Elkmann ein weiterer Deutscher einen Sieg einfahren. Er ist Förderkandidat der Speed Academy, der Nachwuchsschule der Deutschen Post. Genau wie Tim Sandtler. Doch der F3-Neuling tut sich schwer, ist nur beim Saisonstart in Hockenheim ein Überflieger. Im nationalen Formel 3 Cup, wo mit älteren Modellen gestartet wird, dominiert ein Chinese. Der in den Niederlanden aufgewachsene Ho Pin Tung gewinnt neun der 20 Rennen.

Hightlight 24 Stunden Nürburg

"Im Frühtau zu Berge wir geh'n, fallara..." Gehen? Von wegen. Gefahren wird. Und wie. Alle Jahre wieder ist das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring das größte PS-Festival hierzulande. Rund 200.000 Zuschauer, 230 Autos am Start (141 im Ziel) auf einer 25,388 Kilometer langen Rennstrecke – das sind die Eckdaten eines Jahr für Jahr immer beeindruckenden Spektakels in der Eifel.

Zakspeeds Dodge Viper ist ein Publikumsliebling auf dem Nürburgring.

Die Dodge Viper von Zakspeed gehört dabei jedes Mal zu den Publikumslieblingen. Ihr donnernder V8-Motor kündigt den US-Brummer an, bevor man ihn sieht. Für die Romantik eines Morgengrauens in der Eifel hatten die Fahrer Hans-Peter Huppert-Nieder, Christopfher Gerhard, Dirk Riebensahm und Werner Mohr bei ihrer Fahrt auf den dritten Platz aber kaum einen Blick übrig. Held vom Nürburgring war diesmal ohnehin ein anderer: Olaf Manthey. Was ihm als Fahrer nie glückte, schaffte er nun als Teamchef. Im 25. Anlauf endlich ein Sieg beim 24-Stunden-Rennen. Die Porsche-Werksfahrer Lucas Luhr, Timo Glock und Mike Rockenfeller, ergänzt durch Marcel Tiemann, rasten in seinem 911 GT3-MR (3,8 Liter Boxermotor, 510 PS) 151 mal um die Kombination Nordschleife plus Grand-Prix-Kurs. Inzwischen wird in den Garagen landauf, landab längst schon wieder fleißig an den Autos für 2007 gebastelt. Am 9. und 10. Juni steigt die nächste, die dann 35. Ring-Mega-Party.

Highlight DTM

Aus dem Duell wird am Einde ein Dreikampf. Die alten Hasen Bernd Schneider (42, Mercedes C-Klasse) und Tom Kristensen (39, Audi A4) machen zu Saisonbeginn in ihren Rennern (vier-Liter-V8-Motor, ca. 470 PS) das Tempo. Dann kommt die Bruno-Spengler-Show. Der 23-jährige Kanadier gewinnt vier der letzten sechs Rennen. Meister aber wird Mercedes-Kollege Schneider. Die Bilanz aus elf DTM-Jahren: fünf Titel, 41 Siege, 24 Polepositions, 60 schnellste Rennrunden – alles Rekorde.

Tom Christensen beim Boxenstopp in Oschersleben, wo er siegte.

An einer anderen Bestmarke arbeitet Jamie Green. Der Sternfahrer rast viermal auf Pole, einen Sieg schafft er nicht. "Tom Kristensen hat einen guten Start versproechen. Wir gehen davon aus, dass Green seinen verpatzt", witzelt Audi-Sportchef Dr. Ullrich in Oschersleben. Dass nicht nur ein guter Start zum Sieg verhilft, beweisen die Rennstrategen. Clevere Planung und schnelle Boxenstopps verhelfen Tom Christensen in Oschersleben und Spengler in Nürnberg zum Sieg. Am Saisonende knallt es dann noch zwischen Heinz-Harald Frentzen und Audi. Der Ex-F1-Star fühlt sich nicht ausreichend unterstützt, flüchtet aus der DTM. Für Ersatz ist gesorgt. 2007 führt Lucas Luhr bei Audi. Mercedes begrüßt Rückkehrer Gary Paffett, den Meister von 2005. Der fährt lieber Rennen in der DTM als weitere Tests in der Formel 1. Ein Beweis für das hohe Prestige der Serie.

Highlight VLN

Richtig gezählt hat sie noch niemand. Doch die Zahl aktiver Motorsportler, die an jedem Wochenende um die Wette fahren, dürfte gut im vierstelligen Bereich liegen. Clubsportrennen, lokale Rallyes, der örtliche Slalom auf dem Parkplatz des Supermarktes, Serien für Fans automobiler Untersätze älterer Baujahre wie die Youngtimer-Trophy oder solche, die sich gar international profilieren wie der Divinol-Cup oder die Interserie – das Betätigungsfeld für ambitionierte Amateure ist weit gesteckt.

Die Nordschleife des Nürburgrings ist häufig Schauplatz von Duellen.

Ganz weit vorn im Reigen dieser Veranstaltungen steht seit nun schon über 30 Jahren die Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Bis zu 200 Starter stellen sich be den Rennen auf der Mutter aller Rennstrecken der Herausforderung "Grüne Hölle". Gefahren wird in der VLN die 24,433 Kilometer lange Kombination aus Nürburgring-Nordschleife und Kurzanbindung der GP-Strecke. Ein buntes Feld von Toyota Yaris mit 118 PS bis zum Porsche GT3 mit 510 Pferdestärken unter der Motorhaube. Aufgeteilt in fünf Gruppen mit fast 30 Klassen findet hier jeder seinen passenden Gegner. Ein ausgeklügeltes Wertungssystem sorgt zudem dafür, dass auch die Fahrer der PS-Zwerge sich in der Gesamtwertung weit vorn platzieren können. Und weil Gutes eben Bestand hat, heißt es auch 2007 wieder Ring frei zum Klassenkampf in der Eifel.

Hightlight Rallye-WM

Äußerlich ungerührt vom Rallye-Trubel: drei kleine Mexikaner.

Die ganze Welt schaut fasziniert zu, wenn die Rallye-Stars über Schnee und Schotter driften. Oder mit Vollgas durch Wald und Wiesen rasen. Die ganze Welt? Nein. Irgendwo in Mexico ist drei jungen Muchachos das ganze Theater um diese auch so tollen Autos (Zwei-Liter-Turbomotor, ca. 300 PS) völlig egal. Egal, dass Sébastien Loeb (Citroën Xsara) mit acht Saisonsiegen den dritten in WM-Titel in Folge holt. Schnuppe, dass Marcus Grönholm (Ford Focus) trotz sieben Erfolgen nur die Rolle des Kronprinzen bleibt. Völlig wurscht, dass Publikumsliebling Petter Solberg (Subaru Impreza) wieder hinter den eigenen Erwartungen herfährt. Und dass der Markenweltmeister erstmals seit 27 Jahren wieder Ford heißt, na und? "Wir sind hier die Stars", sagt die Körpersprache der Jungs. Und wie recht sie haben. Für einen Moment jedenfalls gehört die Aufmerksamkeit ihnen.

Sébastien Loeb im Citroën Xsara wurde zum dritten Mal Weltmeister.

Adíos amigos. Hasta el ano que viene. Tschüss, Freunde. Bis zum nächsten Jahr. Dann komm der Rallye-Tross wieder. Ob es euch dann interessiert, dass Dauer-Champion Loeb ein neues Auto (Citroen C4) hat? Vielleicht erzählen die Fahrer ja von der neuen WM-Rallye in Norwegen, wo so viel Schnee liegt wie bei euch Schotter. Jedenfalls solltet ihr die Autos dann gut ansehen. 2008, wenn das neue Rotationsprinzip kommt, macht die WM nämlich einen Bogen um Mexiko. Und wir sehen uns nicht wieder. Qué lástima, wie schade.

Highlight DRS

Aus eins mach' zwei: So lautet das Motto in der nationalen Rallyeszene. Nach langem Hickhack hatte der Deutsche Motor Sport Bund entschieden, keine Deutsche Meisterschaft auszuschreiben. Das ruft die beiden großen deutschen Automobilclubs ADAC und AvD auf den Plan. Der AvD gründet die Deutsche Rallye Serie. Hier startet auch der amtierende Deutsche Meister Matthias Kahle (37) mit seinem bewährten Skoda Fabia WRC (Zweiliter-Turbo, ca. 300 PS).

Hermann Gaßner im Mitsubishi, Meister der ADAC Rallye Masters.

Vier der sechs Rallyes und den Titel gewinnt der Sachse. Durch einige Starter aus dem benachbarten Ausland hat er es dabei aber teilweise mit deutlich mehr Konkurrenz zu tun als zuletzt in der DM. Einen anderen Weg geht der ADAC mit seinem Rallye-Masters. Förderung des Breitensports ist das Schlagwort. Auch hier dominiert ein Mann: Hermann Gaßner (47) holt in seinem Mitsubishi Lancer (Zwei-Liter-Saugmotor, ca. 300 PS) bei acht Starts acht Siege in neun Läufen. Der Bayer wird überlegen Meister. 2007 rücken DRS und ADAC-Masters ins zweite Glied. Dann ist die neue Deutsche Meisterschaft wieder die Top-Rallyeliga hierzulande. Fünf Rennen sind beim Comeback geplant. Weil dort dann auch gemäß der FIA-Vorgaben WRC verboten sind, müssen die Fans auf Flugeinlagen von Kahles Fabia verzichten. Der blaugelbe Gruppe-A-Mitsubishi von Gaßner gehört aber dann auch dort zu den Favoriten.

Highlight Paris-Dakar

Wenn sich mehr als 500 Motorsport-Enhusiasten mit viel Optimismus und einer gehörigen Portion Wagemut aufmachen, die nordafrikanische Wüste zu durchqueren, dann ist die Zeit der Rallye Dakar angebrochen. Immer im Januar ist diese Tortour das erste motorsportliche Großereignis im Neuen Jahr. Stets wird dabei die Streckenführung ein bisschen verändert. Mal auch an den Regeln gefeilt. Und natürlich sorgen neue Autos oder Sponsoren für Abwechslung im Feld. Nur eins ändert sich nie.

Welten prallen bei der Rallye Paris-Dakar aufeinander.

Das Ziel ist immer in Senegals Hauptstadt Dakar, und gejubelt wird bei Mitsubishi. Ex-Ski-Rennfahrer Luc Alphand fährt 2006 im Pajero Evolution den elften Sieg für die Japaner ein. Trotz riesigem Aufwand – mit fünf Race Touareg, 27 Begleitfahrzeugen sowie 84 Mechanikern und Ingenieuren stellt VW das größte Team – schaffen die Wolfsburger den erhofften Sieg nicht: zu viele technische Probleme. Der soll nun 2007 her. Dann ist die Strecke mit 5010 Kilometern 347 km kürzer als im Vorjahr. Und sie soll einen größeren Bogen um die Dörfer der Einheimischen machen. Die unterschätzen mangels Erfahrung allzu oft die Geschwindigkeit der Rallye-Ungeheuer aus einer unbekannten Welt. Zwei Kinder kostete der verrückte Trip der Rallye-Abenteurer 2006 das Leben. Insgesamt starben schon 48 Menschen...

Highlight Motorrad

Wie ein Rohrspatz schimpft Nicky Hayden im Kiesbett von Estoril. Er schreit, er jammert, er weint. Gerade hat ihn sein Teamkollege Dani Pedrosa von der Strecke befördert. Und ihm damit die Chance auf den Titel verbaut. Eigentlich... Seit dem dritten Rennen in der Türkei fährt der amerikanische Repsol-Honda-Fahrer in der WM. Zwischenzeitlich beträgt sein Vorsprung auf Titelverteidiger Valentino Rossi sogar 46 Punkte. Immer wieder hat dessen 240 PS starke und bis zu 340 km/h schnelle Yamaha gezickt. Doch mit fünf Siegen schafft Rossi die große Aufholjagd. Und zieht nach Estoril in der Gesamtwertung erstmals vorbei am bitter enttäuschten "Kentucky Kid".

Valentino Rossi im Kurvenkampf vor Nicky Hayden und Loris Capirossi.

Rossi hat es jetzt in der Hand, Geschichte zu schreiben. Seit Einführung der MotoGP im Jahr 2002 hat der "Doktor" alle WM-Titel geholt. In der kommenden Saison rüstet die Königsklasse des Motorradsports ab von 990 auf 800 Kubikzentimeter. Valentino Rossi hätte der einzige 990er-Champion bleiben können. Doch im alles entscheidendn Rennen in Valencia zeigt er Nerven und stürzt. Nicky Hayden hat doch noch sein Happy End. Mit dem amerikanischen Sonnyboy gewinnt kein Zweirad-Cowboy, kein Draufgängertyp. Hayden holte seinen ersten Titel mit Ruhe und Konstanz. Doch 2007 werden die Karten neu gemischt. Denn die 200 PS starken 800er-Bikes sind echte Giftzwerge.

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