MPU-Statistik 2008 — 29.09.2009

König Alkohol

Volkssport Saufen: Mehr als die Hälfte der Medizinisch-Psychologischen Untersuchungen (MPU) wurde 2009 bei alkoholisierten Autofahrern angeordnet. Doch zwei anderen Tätergruppen geben Anlass zur Sorge.

Die Volksdroge Nr. 1 findet ihren Niederschlag (leider) auch im Straßenverkehr: Mehr als die Hälfte der Autofahrer, die 2008 zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) mussten, waren Alkoholtäter. Insgesamt wurden 103.137 MPU durchgeführt, knapp 1300 weniger als im Jahr zuvor. Erneut hat die Zahl der Betäubungsmitteldelikte am Steuer stark zugenommen: Die Zahl derjenigen, die von Drogen benebelt am Steuer erwischt wurden, daraufhin ihren Führerschein abgeben mussten und zur MPU gebeten wurden, schnellte um 10,5 Prozent auf 1810 Fälle. Im Vergleich zu den Alkohol-bedingten MPU (insgesamt 57.931) ist die Zahl der Drogen-Fahrer allerdings noch relativ gering. Insgesamt geht die Zahl der drogenrelevanten MPU leicht zurück. Die BASt vermutet, der damals noch beliebte Führerscheintourismus könnte diesen Rückgang bewirkt haben. 

Zahl der MPU wegen Verkehrsstraftaten steigt kontinuierlich an

Besorgniserregend ist insbesondere eine Zunahme solcher Fahrer, die ganz ohne Drogen im Straßenverkehr auffällig werden: Bei der Bundesanstalt für das Straßenwesen (BASt), die für die jährliche Auswertung verantwortlich zeichnet, werden diese Täter zusammengefasst unter dem Oberbegriff "allgemeine Verkehrs-Auffälligkeiten". Im Einzelnen: die Drängler, die Aufblender, die Ausbremser. Die Gruppe dieser Täter wächst kontinuierlich: Von 11.365 im Jahr 2005 auf nun 13.397. Auch die sonstigen strafrechtlichen Auffälligkeiten hat zugenommen; doch absolut ist die Zahl dieser MPU-Fälle mit 3505 im Jahr 2008 sehr gering.

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MPU
08.07.2010, 12:43Uhr

Verkehrsjuristen des Deutschen Anwaltvereins monieren , dass es kein Rechtsmittel gegen die MPU gibt.
Ein Skandal ist, dass man sich gegen Entscheidungen des "Idiotentests" nicht wehren kann, meint auch der DAV-Experte Christian Janeczek. Zudem müssten auch die Prüfer überprüft werden. So wurden schon beim Verkehrsgerichtstag in Goslar Forderungen wie auch vom ADAC gewünscht, Video- oder Tonbandprotokolle von allen Untersuchungsgesprächen zuzulassen beiseite geschoben. Leider fehlt bis heute eine nachvollziehbare Transparenz.

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