Wer mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt wurde, ist meist ein MPU-Kandidat.

MPU-Vorbereitung

— 23.02.2009

Beraten und verkauft

Nach einer Drogenfahrt oder bei vollem Punktekonto droht die MPU. Aus Angst vor dem psychologischen Gespräch während der Prüfung suchen viele Rat bei falschen Experten. Doch die schwarzen Schafe sind leicht zu enttarnen.

MPU – drei Buchstaben nur, und doch ein Reizwort für viele, deren Punktestand in Flensburg kurz vor dem Limit steht oder die mit Drogen am Steuer erwischt wurden. Da sitzen sie nun mit der Angst, den Führerschein zu verlieren, weil sie bei der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) die falschen Antworten auf die Fragen des Psychologen geben. Auf der fieberhaften Suche nach einem Garantie-Schein für die bestandene MPU fallen manche auf die Hilfe "falscher Freunde" herein. Zwar ist der Führerschein-Tourismus in EU-Nachbarländer wie Polen oder Tschechien seit kurzem endgültig abgesagt. Doch auch auf dem heimischen Markt tummeln sich zahlreiche selbsternannte Experten, Berater und Trainer, die am persönlichen Problem der MPU-Kandidaten so richtig gut verdienen möchten. Der TÜV Süd, mit 125 Verkehrspsychologen eine Institution in Sachen MPU-Vorbereitung, hat die wichtigsten Kennzeichen von Betrügern zusammengestellt.

Auswendiglernen gilt nicht!

Rotlicht: Ab 18 Punkten in Flensburg müssen Verkehrs-Rowdies unwiderruflich zur MPU.

• Grundsätzlich sollten MPU-Kandidaten wissen: Es gibt keine "falschen" oder "richtigen" Antworten, die man wie bei der theoretischen Führerscheinprüfung auswendig lernen und anschließend ankreuzen kann. Auswendig Gelerntes wird dem geschulten Psychologen stets auffallen und als Manipulation gewertet – das führt in aller Regel zu einer schlechten Bewertung. Wer einen ersten Eindruck von der MPU bekommen möchte, kann beim TÜV Süd per Download kurze Videofilme anschauen, die den "Idiotentest" in mehreren Abschnitten zeigen.
• So sollte man auch skeptisch werden, wenn bestimmte Verhaltensweisen antrainiert werden sollen. Wer sich kostümiert und so sein wahres Ich zu verstecken versucht, wird eine erfahrenen Gutachter nicht täuschen. "Die Fachleute erkennen Schauspielerei und können dann keine positive Prognose mehr abgeben", so der TÜV Süd.
• Viele Scharlatane im MPU-Unwesen üben die Antworten auf einen speziellen Fragenkatalog ein. Doch den gibt es bei der MPU gar nicht; die Gutachter gehen individuell auf den Kandidaten und den Sachverhalt (z.B. Suchtproblematik, Persönlichkeitsstrukturen) ein.

Garantiert keine Garantie

• Auch eine Erfolgsgarantie kann keine MPU-Vorbereitung geben. Bei der Prüfung selbst ist der Kunde allein; bis dahin kann der Berater ohnehin nur Hilfestellung geben. Wer den Kandidaten ködert mit dem Versprechen, er werde auf jeden Fall bestehen, ist so glaubwürdig wie ein Arzt, der dem Patienten die Heilung verspricht. Das kann aber niemand.
• Wird Ihnen ein Gegengutachten versprochen, können Sie gleich auflegen. Denn es werden bei der MPU nur Gutachten von akkreditierten Gutachtenstellen akzeptiert. Wer nicht zum Club dazugehört, kann noch so viel Papier füllen, es wird in die Bewertung nicht einfließen und nützt dem MPU-Kandidaten folglich überhaupt nichts.


• Manche Nepper geben auch eine Geld-zurück-Garantie. Das hat natürlich keinerlei Aussagekraft auf die Qualität der Beratung; und zudem ziehen viele der Mogelfirmen sich im Streitfall über AGB-Klauseln im Kleingedruckten aus der Affäre.

Erstes Gespräch ist gratis

• Seriöse Anbieter zeichnen sich durch Transparenz aus – auch hinsichtlich der Preise: Das erste Kennlern-Gespräch sollte kostenlos sein; eine Beratungsstunde kostet derzeit zwischen 80 und 100 Euro. Paketpreise oder die gleichzeitige Vermittlung eines Kredits sind ein sicheres Nepp-Signal.

Autor: Roland Wildberg

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