MTM Audi Cabrio BT 500

MTM BT 500 MTM BT 500

MTM Audi Cabrio BT 500

— 11.08.2004

Frische Luft für 500 Pferde

MTM pflanzt dem Audi Cabrio einen V6-Biturbo unter die Haube – mit 500 PS! AUTOTUNING ist den 300-km/h-Doppelhammer gefahren.

Gnadenlose Schläge in den Rücken

Endlich Sommer! Ab an den Baggersee! Ab zu MTM! MTM? Na klar, denn dort steht eines der geilsten Frischluftvergnügen auf vier Rädern. Der BT 500! BT 500? Was heißt das? BT steht für Biturbo und 500 für das Leistungsvermögen dieses offenen Boliden. Also nahm der Autor den Hörer in die Hand und klingelte schnell mal nach Wettstetten durch. "Hallo, Herr Mayer, wir wollen ein bissl Spaß ohne Dach." Darauf der Chef Roland Mayer persönlich: "Klar doch, wir haben den BT 500 eines Griechen fertig. Der geht ganz gut!" Und wenn der Chef schon sagt, dass der ganz gut geht, dann ist das eine Rakete.

Im Handumdrehen schnellen wir nach Wettstetten zu den heiligen Hallen des Tuners. Dort, wo Mayers Schätze wie Audi S1, Sportquattro, Bimoto oder RS6 parken, steht auch ein silbernes A4 Cabrio. Ganz unscheinbar ohne viel Tamtam. Keine dicke Lippe, keine ultradicken Walzen. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir die Front des aktuellen A4-Cabrio-Topmodells S4. Am Heck prangt der Schriftzug BT 500. Auch die überdimensionale Bremsanlage an der Vorderachse machen wir aus. "Ist das ein V8 oder ein Turbo, Herr Mayer?", lautet die erste Frage. "Das ist ein V6 Biturbo vom RS4." Darauf streiche ich mir über die nicht allzu große Haarpracht und sage: "Ah, schön, also 380 PS? Klasse!" Roland Mayer legt ein süffisantes Lächeln auf. "Nein, nein. Wir haben noch paar Kohlen nachgelegt und mit anderen Turbos und Elektronik 500 PS herausgeholt."

Unsere Kinnladen fallen herunter. "500 PS? Offen? Wahnsinn!" Fotofee Lena wird plötzlich auch ganz ungeduldig und zupft laufend an meinem T-Shirt. Wir lassen uns die Schlüssel geben und düsen mit dem BT 500 ab. Bloß schnell weg und Spaß machen! Als der silberne Blitz seine Temperaturen erreicht hat, aber ein Fotoplatz noch nicht in Sicht ist, kitzele ich mal langsam das Gaspedal. Nanu? Brav rollt der BT 500 dahin, unaufgeregt, wie ein normales V6-Cabrio mit 220 PS. Aber während ich noch darüber nachdenke, wo denn die Leistung hin ist, schlägt uns jemand in den Rücken, gnadenlos.

Bei 300 km/h greift die Elektronik ein

Zwei Wastegates röcheln uns den Überdruck der aufgeblasenen Turbos in die Ohren. Fotofee Lena ist still und zeigt ein Dauerlächeln. Jetzt schalte ich nochmal hoch. Tacho 220, die Autobahn macht einen Linksknick. 240, Tachoanschlag 260 – dann auf die Bremse. Es geht. Die Bremsscheiben – mit 380 Millimeter Durchmesser haben sie die Größe einer Familien-Pizza – und die Michelin-Race-Gummis schaffen das. Wieder zweiter, dritter, vierter Gang. 120, 180, 220 km/h, einfach infernalisch im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn der Tachozeiger über den Kilometerzähler läuft und plötzlich kein Vortrieb mehr da ist, dann liegt das an der Abriegelung bei genau 300 km/h.

Ooohh, schade, Herr Mayer. Aber wer will, kann den BT 500 offen fahren. Also geschätzte 320. Fuß vom Gas nehmen? Ein heftiger Kampf zwischen Gewissen und Spieltrieb entbrennt, zwischen Vernunft und Neugier. Ja, genau so muss ein Audi sein – offen, kompromisslos und wahnsinnig schnell. 500 PS für ein 1690-Kilogramm-Cabrio. Da ist eine Pferdestärke für genau 3,38 Kilogramm Wagengewicht zuständig. "Schuld" daran sind ein Grieche und der RS4. Vom Sportkombi stammt das Triebwerk und vom Hellenen die Idee. Von MTM kommt das Tuning-Knowhow.

Die Mannen um Roland Mayer haben beim BT 500 die Turbos überarbeitet und die Elektronik angepasst. Die gut dimensionierte, ans Aggregat gekoppelte Sportauspuffanlage sorgt für den herrlichen Sound. Fahrwerk und Leichtbau-19-Zöller sind perfekt auf die Power abgestimmt. Mittlerweile hat Lena einen Fotoplatz entdeckt. Und die Tankanzeige verrät zunehmende Leere. Dabei sind wir gerade mal 150 Kilometer gefahren, sorry, geblasen. Der BT 500 beeindruckte mich so stark, dass ich sogar beim Putzen half, trotz Lacoste-Shirt. Seit diesem Fahrerlebnis sind Fast Food und Frauen gestrichen. Wir müssen sparen, denn 100.000 Euro für den BT 500 sind eine Menge Holz.

Autor: Guido Naumann

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