Sitzprobe MTM Audi RS 6 Clubsport

MTM Audi RS 6 Clubsport: Sitzprobe Genf 2015

— 02.03.2015

Kein Kombi für Kompromisse

MTM zeigt in Genf mit dem RS 6 Clubsport, wie viel Sportwagen in einem Audi A6 Avant steckt. Erste Begegnung mit dem radikalen Allrad-Kombi.

Video: Audi RS 6 Clubsport & S8

MTM in Genf 2015

Audi-Tuner MTM präsentiert auf dem Genfer Autosalon 2015 die dritte Generation des RS 6 Clubsport. Er basiert auf dem aktuellen Facelift des Audi RS 6. Die angriffslustige Optik mit den Zierstreifen in Orange und dem Zielflaggen-Design auf den Flanken kennen wir bereits vom Vorgänger. Bei dem entschied sich MTM damals aus aerodynamischen Gründen noch für die Limousine. Doch den aktuellen RS 6 liefert Audi nur als Avant, daher dieses Mal also ein Kombi. Und was für einer: Der Biturbo-V8, der schon 560 PS in der Basis leistet, wurde tiefgreifend überarbeitet, sodass jetzt mächtige 760 PS anstehen. Das maximale Drehmoment beträgt 945 Newtonmeter. Verantwortlich für den Leistungszuwachs sind größere Turbos, eine komplett überarbeitete Einspritzanlage sowie die Abgasanalage mit durchlässigeren Katalysatoren. Die angepasste Motorelektronik komplettiert das Motortuning des 4,0 Liter großen V8-TFSI. Neben der unbändigen Kraft des Motors fasziniert aber vor allem das kompromisslose Gesamtpaket.
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Auch optisch gibt der getunte Audi den ernsthaften Sportler

Sportlicher Abgang: Das Heck wird vom Carbon-Diffusor und zwei mächtigen Endrohren dominiert.

Trotz der Kombi-Karosserie wirkt der neue MTM RS 6 Clubsport mindestens so aggressiv wie der Vorgänger. Dafür ist MTM nicht allein verantwortlich. Denn die Front mit schwarz lackiertem Grill und zähnefletschendem Frontsplitter ist bereits ab Werk verbaut. Oberhalb der Scheinwerfer ziehen sich die orangefarbenen Dekorstreifen über das ganze Auto bis hin zu den Rücklichtern. Dazwischen sind die Motorhaube, das Dach und die Heckklappe in Mattschwarz gehalten. Passend zu der angriffslustigen Optik bestehen die Außenspiegelgehäuse aus Sichtcarbon. Mittlerweile ein Klassiker ist die Bimoto-Felge, die MTM in diesem Design seit fast 15 Jahren anbietet. Auf dem Clubsport hat der Radsatz einen Durchmesser von 21 Zoll. Steht man vor dem Avant, wirken die Räder tatsächlich noch größer, denn das Luftfahrwerk wurde um etwa 25 Millimeter abgesenkt. Und so füllen die Michelin-Pilot-Super-Sport-Pneus die Radhäuser komplett aus. Das Heck dominieren der Carbon-Diffusor und die beiden ovalen Endrohre. Am Ende des Daches ist ein asymmetrischer Spoiler montiert, der jenseits der 300 km/h genügend Abtrieb erzeugen soll.
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Clubsport ist bei MTM nicht nur ein hohler Begriff

Im Innenraum macht MTM Ernst: Zwei Vollschalensitze nehmen den Begriff "Clubsport" wörtlich.

Richtig aufregend wird es im Innenraum. Dafür sorgt zum einen die Verkleidung von Türtafeln, Fußmatten und Mittelarmlehne in grellem Orange. Zum anderen zeigt sich hier: Das Wort Clubsport meint MTM absolut ernst. Das gesamte Gestühl wurde entfernt. Übrig geblieben sind zwei extrem dünne und leichte Vollschalensitze, die den Einstieg in den Kombi deutlich erschweren. Der rechte Oberschenkel muss zwischen der linken Wange der Rennschale und dem Lenkrad durchgefädelt werden. Dann vorsichtig in den Sitz gleiten lassen und dabei das linke Bein nachziehen. Weich gepolstert ist hier nichts und man stößt sich schnell am harten Carbon der Sitze. Dafür ist man nach dem Anlegen des Vierpunktgurtes mit dem RS 6 Clubsport wie verwachsen. Wer zuvor vergessen hat, die Tür zuzuziehen, muss Passanten um Hilfe bitten. Ist man erst im Sitz verzurrt, bleibt der Türgriff unerreichbar. Auch wenn Lenkrad und Mittelkonsole sonst der Serie entsprechen, fühlt man sich wie in einem komplett anderen Auto.

Wo sonst der Nachwuchs auf der Rücksitzbank chauffiert wird, ist im RS 6 Clubsport ein Überrollbügel montiert, der neben dem Sicherheitsaspekt zur Versteifung der Karosserie beiträgt. Großer Vorteil der kargen Sitzlandschaft ist das im Vergleich zur Serie um 80 Kilogramm reduzierte Leergewicht. Der Wunsch nach einem Ausflug auf die Rennstrecke drängt sich förmlich auf. Da dürfte der RS 6 Clubsport so manchen Porsche-Fahrer zur Verzweiflung bringen. Für das komplette Fahrzeug inklusive aller gezeigten An- und Umbauten ruft MTM knapp 184.000 Euro aus. 123.000 Euro entfallen dabei auf das Basis-Fahrzeug. Der Motorumbau schlägt mit über 38.200 Euro zu Buche. Das komplette Tuning-Paket kann bei MTM ab sofort geordert werden.
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Fazit

MTM zeigt mit dem Clubsport seine ganz eigene Vorstellung eines Sportkombi. Viel radikaler, absolut kompromisslos und auf eine sympathische Art ziemlich verrückt. Wer einen 911 GT3 im Kombi-Dress sucht, für den gibt es keine bessere Lösung als den MTM RS 6 Clubsport.

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