Muscle-Cars aus Australien

Holden Monaro GTS 327 (1968) Ford Falcon XA GT Coupé (1973)

Muscle-Cars aus Australien

— 12.10.2010

Böse Autos in Down Under

Dass abgefahrene Muscle-Cars nicht unbedingt aus den USA kommen müssen, beweisen Holden Monaro, Ford Falcon und Co. Wir zeigen Ihnen die bösen Boliden aus Australien.

Viertelmeilen-Könige gibt es nicht nur in Amerika. Australien hat eine ganz eigene Szene. Und die fährt keine importierten US-Schlitten, sondern böse V8-Boliden aus heimischer Produktion. Deren Zeit beginnt 1968, als sich die australische GM-Tochter Holden entschließt, Konkurrent Ford beim Bathhurst 500-Rennen (vergleichbar mit den 24 Stunden am Nürburgring) die Stirn zu bieten. Ford hatte das Rennen ein Jahr zuvor mit einem Falcon XR GT mit V8 haushoch gewonnen. Holden tritt 1968 mit einem Monaro GTS 327 an – Motor ist ein 5,3-Liter-V8 mit 285 PS – und gewinnt. 1969 will Ford mit dem Falcon GT-HO Phase I zurückschlagen, unterliegt aber wieder einem Monaro mit Chevrolet-V8.

Mehr unbekanntes Blech: Automarken, die kaum jemand kennt

Der Ford Falcon GT-HO Phase I im Einsatz beim Bathhurst 500-Rennen 1969.

Die Fans sind begeistert. Holden wird allerdings bald wegen des Leistungswettrüstens nervös und wendet sich dem kompakten Torana zu. Der bekommt einen Reihensechser mit drei Litern Hubraum und Dreifachvergaser, dazu eine verstärkte Aufhängung und neue Bremsen. Schon macht der nicht mal 1,2 Tonnen schwere Torana mit seinen rund 163 PS dem riesigen Falcon ganz schön zu schaffen. Ford baut währenddessen 1971 mit dem Falcon GT-HO Phase III eins der stärksten australischen Muscle-Cars überhaupt: 5,8-Liter-Cleveland-V8, 380 PS, 230 km/h Spitze – und das in einer viertürigen Limousine! Chrysler mischt ab 1970 auch im australischen Muscle-Car-Zirkus mit. Valiant Pacer und Charger werden beide von einem 4,3-Liter-Reihensechser angetrieben, können der Konkurrenz damit aber nur wenig anhaben.

5,0-Liter-V8, 240 PS, 268 km/h Spitze: Der Holden Torana A9X von 1977 sieht ganz unschuldig aus, ist er aber nicht.

Den nächsten Knüller hat Holden für 1972 geplant, einen Torana mit Fünfliter-V8. Ford will mit dem Falcon Phase IV gleichziehen, aber die Politik kommt dazwischen. Wegen eines Zeitungsartikels, der vor der Gefährlichkeit der potenten Kisten warnt, überredet die australische Regierung Holden und Ford, den PS-Wettbewerb zu beenden. Beide Hersteller machen mit, trotzdem laufen weiterhin Traumautos wie das 73er Falcon Coupé (bekannt aus den Mad Max-Filmen mit Mel Gibson) und der bis zu 268 km/h schnelle Torana A9X (1977) vom Band, bis heute. Denn der aktuelle Holden Commodore SS hat serienmäßig einen Sechsliter-V8 mit über 350 PS unter der Haube, der Ford Falcon XR8 hielt bis 2009 mit 5,4 Litern und 354 PS dagegen. Und als ob das noch nicht genug wäre, dienen beide Autos den Haustunern ihres Herstellers jeweils als Basis für noch mehr Dampf. Die Down Under übrigens auch von der Polizei geschätzt wird. Die fährt nämlich selbst Muscle-Car! Eine Auswahl der schönsten Kraftprotze Australiens sehen Sie oben in der Galerie. Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar!

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