Nach dem GP von Deutschland

Ursachenforschung bei McLaren und Ferrari

Nach dem GP von Deutschland

— 25.07.2005

Ursachenforschung bei Silber und Rot

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Und das folgt schon bald. Vor Ungarn versuchen McLaren und Ferrari eigene Schwächen zu erklären.

Kimi von seinem "Rennpferd" verraten

Der unplanmäßige Halt in Hockenheim hatte ihm die Sprache verschlagen. Kommentarlos, wütend und im Eiltempo verließ Kimi Räikkönen das Ring-Areal, den Schauplatz seiner neuerlichen Tragödie. Anstatt ihn zu einem sicheren Sieg zu führen, hatte ihm die Technik seines Silberpfeils beim GP von Deutschland mal wieder einen bösen Streich gespielt.

Aus in Runde 36, Sieg für den großen Konkurrenten, WM fast futsch! "Räikkönen serviert Alonso den WM-Pokal auf einem silbernen Tablett", titelte Spaniens zweitgrößte Tageszeitung "El Mundo" treffend. Während sich der finnische Pechvogel schon vor dem Rennende auf den Weg in seine Wahlheimat Schweiz machte, übernahm Norbert Haug für ihn das Reden. Der Mercedes-Motorsportchef wehrte sich gegen den Vorwurf der Schlamperei im eigenen Haus, sagte aber auch: "Der Eindruck ist da, daß uns immer wieder Kleinigkeiten passieren, die uns daran hindern, die eigentliche Platzierung zu schaffen."

"Wir werden das analysieren", versprach Haug, "böse Worte wird es aber nicht geben." Die gab es dafür von der Presse: "Verdient McLaren-Mercedes noch einen Fahrer vom Kaliber Kimi Räikkönen?", fragte Frankreichs "Le Figaro". Und urteilte süffisant: "Das kleine finnische Genie wurde erneut beim Überfliegen der Rennstrecke von seinem Reitpferd verraten." Die italienische "Gazzetta dello Sport" meinte: "McLaren läßt Raikkönen wieder im Stich."

Schumi prangert erstmals Bridgestone an

Genau genommen war es ein loses Entlüftungsventil, das für das Ende aller silbernen Titelträume verantwortlich zeichnete. Während man also bei McLaren-Mercedes Bescheid weiß, verläuft beim roten Konkurrenten Ferrari die Ursachenforschung für die Misere weiter ohne konkretes Ergebnis.

Michael Schumacher prangerte erstmals offen Partner Bridgestone als Hauptschuldigen für das ständige Hinterherfahren an: "Sicherlich ist unser Hauptproblem im Reifenbereich zu suchen", grantelte der siebenmalige Formel-1-Weltmeister. Bislang hatte er selbst in den größten Krisen die Schuldigen mit Kritik verschont und stets den Teamgedanken hervorgehoben. Jetzt jedoch platzte dem Diplomaten der Kragen: "Wir sind schlichtweg nicht konkurrenzfähig. Das liegt nicht am Top-Speed - man muß das Auto auch schnell genug um die Kurven kriegen."

Ohne ausreichenden Grip konnte er das Tempo des Spitzenduos Räikkönen und Alonso nicht mitgehen und später die Attacken seiner Verfolger Button und Fisichella nicht abwehren. Am Sonntag (31. Juli) droht nun beim Großen Preis von Ungarn die nächste Schlappe. Schumacher sieht in Budapest seine einzige Chance auf ein Erfolgserlebnis in einem Zufallstreffer: "Es kann immer mal ein Imola-Wochenende dazwischen kommen. Warum es da so gut gelaufen ist, weiß weder die Konkurrenz noch wir."

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