Nach dem Skandal-GP in Indianapolis

Nach dem Skandal-GP in Indianapolis

— 20.06.2005

"Goodbye Formel 1!"

Das Reifendeaster von Indy hat die Formel 1 böse angeschlagen. Auf dem größten Automarkt der Welt droht sogar der totale Knockout.

Das Milliardengeschäft Formel 1 steht nach dem Skandal von Indianapolis weltweit in der Kritik. "Es war das katastrophalste PR-Desaster in der 56jährigen WM-Geschichte", schreibt die britische Tageszeitung "The Guardian" – und spiegelt damit das internationale Medienecho wider.

Für den Automobil-Weltverband ist die Schuldfrage klar. "Die Formel 1 ist ein sportlicher Wettbewerb. Er beruht auf klaren Regeln. Es kann nicht jedes Mal verhandelt werden, wenn ein Teilnehmer die falsche Ausrüstung mitbringt", erklärte die FIA am Montag (20. Juni). Sie bezichtigt damit die sieben Michelin-Rennställe (McLaren-Mercedes, BMW-Williams, Toyota, BAR-Honda, Renault, Sauber und Red Bull), sie hätten wegen eigener Fehler und Mängel die Regeln verändern wollen. Statt eines "Boykotts" hätten sie die Geschwindigkeit ihren Reifen anpassen müssen. Alle "Sünder" wurden für den 29. Juni 2005 zu einer Anhörung nach Paris einbestellt.

Welche Dimension der gewaltige Imageschaden für die Motorsport-Königsklasse annehmen wird, ist noch nicht absehbar. Auf dem amerikanischen Automarkt – dem größten der Welt – ist die Zukunft der Formel 1 unsicherer denn je. "Goodbye Formel 1! Auf Nimmerwiedersehen Bernie Ecclestone. Au revoir Michelin. Ciao Ferrari", verabschiedete der "Indianapolis Star" den PS-Zirkus. Der Vertrag von Formel-1-Chef Ecclestone mit der Indianapolis-Strecke, wo seit 2000 die Formel 1 fährt, gilt bis 2006. "Es gibt aber noch keine Verpflichtung für nächstes Jahr", stellt Indy-Geschäftsführer Joie Chitwood klar.

Die Indy-Verantwortlichen wollen prüfen, ob sie zumindest einen Teil der rund 20 Millionen Dollar Antrittsgeld für das Fahrerfeld zurückfordern werden. "Wir raten allen Fans, die ihrem Ärger Luft machen wollen, sich an Michelin, die FIA und an das Formula One Management zu wenden", meint Strecken-Chef Tony George, der seinen Mitarbeitern die Teilnahme an der Siegerehrung untersagte. Beim Eklat-Auslöser Michelin war der Schaden bereits meßbar: Die Aktien des französischen Reifenherstellers sanken am Montag um über zwei Prozent.

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