NAIAS 2008, Teil 1

— 14.01.2008

Denk groß, sprich grün

Trotz steigender Benzinpreise beharren die Amerikaner in Detroit auf liebgewonnenen Traditionen. Bei ihren Pickups sind die Amerikaner stur wie Cowboys. Big bleibt beautiful! Fürs grüne Gewissen gibt es Hybridspielereien – und den Rest der Welt.

Strohballen liegen auf der Straße, Cowboys ziehen Zäune vor dem Messegelände auf und eine Herde von Longhorn-Rindern wird um die Cobo Hall getrieben: Ur-Amerikanisch geht es zu, als Chrysler seinen neuen Dodge Ram präsentiert. Die Nachricht lautet: Der Pickup, mit 358.000 verkauften Exemplaren auch 2007 weiterhin Bestseller der Marke, muss nur hart und groß genug sein. Der Grill guckt noch grimmiger und reicht fast so hoch wie die Pferde der Cowboys. Auch bei der Power hat der neue Dodge Ram nochmals zugelegt, trägt jetzt einen 5,7 Liter großen Hemi-V8 mit 380 PS (zehn Prozent mehr als bisher) als Topmotor, 20 Zoll-Räder und eine elektrische Zuziehhilfe für die Bordwand. "Wir haben die Wünsche unserer Kunden gehört", sagt Chrysler-Chef Bob Nardelli. Scheint, als ob Amerika schwer Good-bye sagen kann zu seinen alten und durstigen Auto-Traditionen. Immerhin kündigt Nardelli an, dass der Dodge Ram ab 2010 einen Hybrid-Antrieb bekommen soll. Neben dem Riesen-Pickup schrumpfen Chryslers weitere Neuheiten wie der Journey, ein neuer Kombi-Van, zum Feigenblatt. Kein Wunder, denn solche Crossover müssen sich ihre Kunden erst erobern. Und Chrysler braucht, wie alle US-Hersteller, seine Stammkunden, die Pickups bevorzugen, um überhaupt zu überleben.

Der meist verkaufte Pickup macht mit Ethanol auf Öko

Was die Auto-Industrie für Detroit und die USA bedeuten, das wird in der Cobo Hall überdeutlich, als Ford mit Donnerschlägen und Feuerwerk seinen neuen Pickup F-150 präsentiert. Kein Auto bekommt so viel Applaus, ja Jubelstürme, und auf einer Tribüne erheben sich Hunderte von Ford-Mitarbeitern aus Dearborn – Standing Ovations für das Modell, das ihre Jobs sichern soll. Der F-150 ist der Golf von Amerika, seit 31 Jahren der bestverkaufte Truck zwischen New York und L.A. Das neue Modell soll im 5,4 Liter-Achtzylinder immerhin auch E85 vertragen, den Ethanol-Sprit. In zwei Jahren soll es Diesel und kleine, aufgeladene Turbobenziner geben – im F-150 heute ein unvorstellbarer Technikschwenk. "Wir wollen in den USA wieder so profitabel werden, wie es unsere Autos in Europa schon sind", sagt Konzernleiter Bill Ford. Die Wahrheit dahinter: Seine Marke verlor 2007 über elf Prozent Marktanteil in den USA und rutschte hinter Toyota auf Platz drei zurück.

Hier geht es zur Detroit-Sonderseite NAIAS 2008!

Schöne Fauen, schöne Farben: \

Schöne Fauen, schöne Farben: "Ad personam" nennt sich das neue Personalisierungs-Programm von Lamborghini.

Massenware – die ist Lamborghini traditionell ein Graus. Die Italiener verkaufen zwar mehr Autos als jemals zuvor (rund 2400 im vergangenen Jahr), aber bitte individuell gestylt. "Ad personam" nennt sich das neuste Programm von Lambo-Chef Stephan Winkelmann. Neuer Lack – zum Beispiel eine sauschöne, matte Melange aus schwarz und braun, Marrone Apus genannt; neue Leder wie Marrone Janus oder Bianco Polar – geht alles, wenn man das nötige Kleingeld hat. Wer mit Autos von der Stange leben kann, ist bei Volkswagen gut aufgehoben. Die Wolfsburger wollen in den Vereinigten Staaten bis 2018 rund 800.000 Fahrzeuge verkaufen. Ein ambitioniertes Ziel: Dieses Jahr brachten es alle deutschen Hersteller zusammen auf 948.000 Einheiten (plus drei Prozent), gab VDA-Präsident Wissmann auf der NAIAS bekannt. Den Startschuss für die US-Verkaufsoffensive gibt der Passat CC, von dem sich VW einiges verspricht – an Renommee vor allem.

Autor: Joachim Staat

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