NAIAS 2008, Teil 3

— 15.01.2008

Flotte Amis, grüne Italiener

Cadillac rollt in Detroit drei Neuheiten auf die Bühne – vom Elektro-Crossover bis zum Coupé-Konzept. Ferrari zeigt seinen ersten Bio-Renner mit Ethanol-Gemisch.



Zweiter Tag Detroit Auto Show. Da wird noch mal richtig Gas gegeben. Wer sein Pulver noch nicht verschossen hat, rollt nun seine Blech- und übrigen Schönheiten ins Rampenlicht. Den Anfang macht Cadillac. GM-Vize Bob Lutz, mittlerweile fast 75 Jahre alt, zeigt, wie die einst so angestaubte US-Nobelmarke in die Zukunft fahren will. Lautlos gleitet zunächst der Provoq Concept auf die Bühne. Ein kompakter Crossover mit den jetzt so typisch scharfen Caddy-Kanten. Sieht gar nicht mal schlecht aus, der Bursche, und könnte in rund zwei Jahren auch in Serie gehen. Ob er dann zu uns kommt, ist indes fraglich. Auch der Provoq nutzt das GM E-Flex-System. Er fährt also grundsätzlich mit Elektro-Antrieb, nur wenn die Lithium-Ionen-Batterien geladen werden müssen, schaltet sich ein Verbrennungsmotor zu. Das kann ein Benziner sein, ein Diesel, oder wie hier bei der Studie eine völlig abgasfreie Brennstoffzelle der fünften Generation. GM verspricht eine Reichweite von 300 Meilen.

Angriff auf die deutsche Kraft-Elite

Eine US-Granate bläst demnächst zum Angriff auf deutsche Power-Limousinen: Cadillac lässt den 550 PS starken CTS-V vom Stapel.

Eine US-Granate bläst demnächst zum Angriff auf deutsche Power-Limousinen: Cadillac lässt den 550 PS starken CTS-V vom Stapel.

Zweite Cadillac-Neuheit an diesem Tag ist der CTS-V. Ein 550-PS-Knaller mit 6,2 Liter großem V8-Motor, der noch 2008 zu uns kommen soll. Bob Lutz schwört, dass ihm bei der ersten Testfahrt die Luft weggeblieben sei – und dies nicht etwa an der Zigarre lag, die er gerade im Mund hatte. Elektronische Dämpfer (Magnetic Ride), die sich blitzschnell auf jede Fahrsituation einstellen, Brembo Bremsen und ultrafette Puschen sollen den CTS-V zum Schrecken der deutschen Kraft-Elite vom Schlage BMW M3 machen. Wahlweise gibt es den Caddy mit Handschaltung oder aber mit Automatik und (erstmals in einem Cadillac) Schalt-Paddels am Lenkrad. Die dritte Caddy-News sehen wir – früher oder später – ebenfalls auf Deutschlands Straßen. Das rasierklingenscharf gestylte CTS Coupe Concept soll bereits 2009 in Serie gehen und dann auch zu uns kommen. Unter der Haube sitzen die aus dem CTS bekannten Motoren, inklusive Diesel.

Hier geht es zur Detroit-Sonderseite 2008!

Nach Cadillac war Toyota dran, seine Neuheiten auszupacken. Die neue Nummer zwei auf dem US-Markt ließ es diesmal eher ruhig angehen. Unter dem Namen Venza debütiert im Herbst ein Crossover, der nur für den US-Markt bestimmt ist. Motoren: wahlweise ein 2,7-Liter-Vierzylinder oder ein 3,5 Liter großer V6. Zweiter Hingucker ist eine skurrile Pick-up-Studie Namens A-Bat Hybrid – ein Fantasie-Modell, das genauso schnell wieder in irgendeiner Garage von Toyota-City verschwinden dürfte, wie es gekommen ist.

Heute schon "geflext"?

Sehr viel realistischer geht es gegenüber beim Chrysler-Ableger Dodge zu. Hier zeigt der Ex-Partner von Mercedes neben dem Rambo-Ram seinen neuen Van Journey – auch ein Crossover, sehr gefällig in den Linien, quasi der kompaktere Voyager. Der soll noch 2008 zu uns fahren, unter anderem mit einem 140-PS-TDI von VW. Etwas merkwürdig in den Proportionen wirkt auf den ersten Blick der neue Ford-SUV-Van Flex. Braun lackiert, mit weißem Dach, flach geduckt und lang gezogen, wirkt er wie eine XXL-Ausgabe des Mini Clubman. Könnte so was auch bei uns funktionieren? Die Frage erübrigt sich, denn der Flex soll in den USA bleiben. Als Antrieb kommt einen neue Generation von sogenannten Eco-Boost Motoren zum Einsatz. Aufgeladene Benzin-Direkteinspritzer (Vier- und Sechszylinder), die bis zu 20 Prozent Sprit sparen sollen. Ford verspricht: Die Mehrkosten der Anschaffung fahren die Eco-Boost-Vierzylinder durch den geringeren Verbrauch in 30 Monaten wieder rein, ein vergleichbarer Diesel braucht dafür siebeneinhalb Jahre, ein Hybrid beinahe zwölf Jahre. Wenn's denn stimmt ...

Ups – den kennen wir doch. Richtig! Der Saturn Flextreme ist der Zwillingsbruder des gleichnamigen Opel, der uns auf der IAA mit vielen Zukunfts-Gimmicks erfreute.

Ups – den kennen wir doch. Richtig! Der Saturn Flextreme ist der Zwillingsbruder des gleichnamigen Opel, der uns auf der IAA mit vielen Zukunfts-Gimmicks erfreute.

GM-Tochter Saturn setzt trotzdem auf die Kraft der zwei Herzen und lässt Ende 2008 das Kompakt-SUV Vue (US-Bruder des Opel Antara) als Hybrid auf die Straße. Ab 2010 soll der Vue auch als Plug-in Hybrid folgen, also gespeist mit Strom aus der heimischen Steckdose. Ein Einsatz in Deutschland ist laut Opel vorerst nicht geplant.  Reine Zukunftsmusik ist auch das Saturn Flextreme Concept, das gemeinsam mit Opel entstand. Diese Studie mit den zwei Flügeltüren im Heck basiert ebenfalls auf der GM E-Flex-Technologie und kann im reinen Elektrik-Modus 34 Meilen fahren. Mit an Bord ist ein 1,3 Liter Turbodiesel. Der eigentliche Gag aber sitzt im Heck. Hier beherbergt der Flextreme unter dem Wagenboden zwei Segway-Elektro-Roller, die während der Fahrt aufgeladen werden. Wie ernst es GM mit diesem Projekt ist, wird man sehen.

Auch Ferrari ist jetzt grün

Eher wie eine Spielerei mutet auch zunächst das an, was wir auf dem Ferrari-Stand sehen. Hier zeigt die legendäre Sportwagenmarke  ihren ersten Öko-Racer. Kein Witz. Der F430 Spider Biofuel ist technisch darauf ausgelegt, mit Sprit zu fahren, der bis zu 85 Prozent aus Ethanol besteht und bei gleicher Drehzahl sogar noch zehn PS mehr Leistung aus dem Motor kitzelt. Ferrari verweist auf beste Ergebnisse im Renneinsatz und darauf, dass schon heute jeder Ferrari-Motor ohne Modifikation bis zu zehn Prozent Ethanol-Beimischung verträgt. Wer hätte gedacht, dass die grüne Welle auch einmal bis nach Maranello schwappt.

Autor: Tomas Hirschberger

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