"Nanocar" aus Kohlenstoff-Molekülen

Nanocar aus Kohlenstoff-Molekülen

Nanocar aus Kohlenstoff-Molekülen

— 24.10.2005

Das Auto für den kleinen Mann

Microcars sind out, die Zukunft heißt "Nanocar": US-Forscher haben das kleinste Auto der Welt gebaut. Nur wenige Atome groß – und es rollt!

Autos aus Kohlenfaser sind längst nichts Neues mehr. Damit haben die Wissenschaftler der Rice-Universität in Houston auch nichts am Hut. Sie haben jetzt ein Gefährt aus Kohlenstoff-Molekülen gebastelt und müssen aufpassen, daß sie es nicht aus den Augen verlieren. Nicht, weil es so schnell, sondern weil es mikroskopisch klein ist: mit etwa vier Nanometern Länge das kleinste Auto der Welt.

Wer jetzt an Smart und Co denkt, sollte schnell herunterkommen. Das "Nanocar" mißt nur ein Zwanzigtausendstel des Durchmessers eines menschlichen Haares. Heißt: Ein heimlicher Ausflug mit der langmähnigen Geliebten würde die Ehefrau bei der nächsten Fahrt äußerst stutzig machen. Haare auf dem Sitzpolster gehen nämlich gar nicht – wenn überhaupt, dann sollte man auf dem Haar nach Sitzpolstern suchen.

Die Tüftler mußten unterm Rasterelektronenmikroskop quasi das Rad neu erfinden. "Kleinste Autos der Welt" gibt es schon eine ganze Menge, bislang konnte aber keines von ihnen rollen. Um also nicht über die Fahrbahn zu rutschen, wurden die vier Räder aus je 60 Kohlenstoffatomen zusammengesetzt. Im Fachjargon heißen sie "Buckyballs" und sehen tatsächlich eher einem Fußball ähnlich als schnieken Alufelgen mit Breitreifen.

Chassis, zwei Achsen, vier Räder – für ein richtiges Auto fehlt nur noch der Motor. Auf den wurde jedoch verzichtet, es sei schon schwer genug gewesen, die Räder anzubringen, ohne daß der Rest des Gefährts auseinanderfällt. Als Straße diente eine Fläche aus Gold, was nicht zu der Annahme führen sollte, durch die Landschaft ringsum flösse Honig, und die Tauben flögen einem gebraten in den Mund. Zur Erinnerung: Wir befinden uns noch immer in der Welt unterm Rasterelektronenmikroskop.

Die Goldpiste mußte nur noch auf 200 Grad erhitzt werden, um die elektrischen Kräfte zwischen den Bucky-Pneus und der Fahrbahn aufzuheben. Dann ein kleiner Schubs mit der Mikroskopspitze, und das Nanocar rollte. Die Folge: großer Jubel bei den Experten und mit Sicherheit ein Eintrag im Guinessbuch der Rekorde. Acht Jahre brauchten die Forscher, um an diesen Punkt zu gelangen, und sie entwickeln fleißig weiter. Nächstes Ziel ist ein lichtbetriebenes Nano-Auto und ein Nano-Laster.

Autor: Michael Voß

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